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Termine2019-08-26T12:19:05+01:00

Aconcagua (6962 m) – Der höchste Berg Amerikas

Argentinien • Chile

Bergexpedition zu einem der berühmten Seven Summits

4.4 /5
Neu
Unser Topangebot

4090 EUR

  • Inklusive Flüge
  • 8-12 Teilnehmer
  • 22 Tage
  • Schwierigkeit:
  • Veranstallter:

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Informationen zu Ihrer Reise

Unser Dauerbrenner zum höchsten Berg Amerikas.

Über die Normalroute auf einen der berühmten Seven Summits

Auch wenn die nicht vergletscherte und gut einsehbare Aufstiegsroute über das Basislager Plaza de Mulas technisch wenig anspruchsvoll ist, erfordert sie eine ausgezeichnete Kondition und Steigeisenerfahrung. Vor allem aber eine gute Höhenanpassung ist aufgrund der knapp 7000 m ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Optimale Höhenanpassung für bestmögliche Gipfelchancen

Sie nehmen sich ausreichend Zeit für die Besteigung durch das Horcones-Tal bis zum 4300 m hohen Basislager. Lastentiere übernehmen auf dieser Etappe den Gepäcktransport und erleichtern Ihnen den Aufstieg. Immer wieder haben Sie fantastische Blicke auf die spektakuläre Südwand des Aconcagua. Am 5000er Cerro Bonete können Sie Ihren Akklimatisationsstand testen, bevor Sie je nach Taktik über ein bis zwei Hochlager zum Gipfel des Aconcagua aufbrechen. So haben Sie die bestmöglichen Gipfelchancen, für die seit 16 Jahren unsere hohe Erfolgsquote spricht.

Höhepunkte

  • DIAMIR-Expeditionsleitung und lokales Kochteam
  • Hohe Erfolgsquote durch optimale Aufstiegsstrategie
  • Gepäcktransport bis ins Basislager mit Lastentieren
  • Panoramablick vom Akklimatisationsgipfel Cerro Bonete (5050 m)
  • Optional: Verlängerung zum Ojos del Salado (6893 m) in nur 7 Tagen

Das Besondere dieser Reise

  • Zuverlässige und robuste Expeditionszelte (z.B. The North Face VE25)
  • Südamerikanisches Flair in Santiago de Chile

Verlauf Ihrer Reise

1. Tag: Anreise

Flug nach Mendoza.

2. Tag: Mendoza 1×A

Am Nachmittag erreichen Sie die Hauptstadt der wichtigsten Weinanbauregion Argentiniens. Ihre Expeditionsleitung empfängt Sie am Flughafen und fährt mit Ihnen zum Hotel im Zentrum der Stadt, wo Sie sich von dem langen Flug erholen können. Bei einem gemeinsamen Abendessen in einem typisch argentinischen Steakrestaurant lernen Sie alle Expeditionsteilnehmer kennen. Übernachtung im Hotel. (Schlafhöhe ca. 830 m).

3. Tag: Mendoza – Penitentes (2700 m) 1×(F/M/A)

Sie erhalten Ihr Gipfelpermit für den Aconcagua. Die umständliche und zeitintensive Registrierung im Nationalparkbüro entfällt damit. Anschließend fahren Sie hinein in die Anden, deren schneebedeckte Berggipfel bereits am Horizont zu sehen sind. Im kleinen Skiort Penitentes beziehen Sie Ihre Unterkunft und haben am Nachmittag noch Gelegenheit zu einer kleinen Wanderung in der Umgebung. Am Abend packen Sie Ihre Ausrüstung für den Gepäcktransport mit dem Mulis. Dabei geht ein Teil Ihres Gepäcks zusammen mit Ihnen zum Zwischenlager Confluencia und ein Teil direkt zum Basislager Plaza de Mulas. Übernachtung im Hotel. (Fahrzeit ca. 4h, Gehzeit ca. 2h, 200 m↑↓, Schlafhöhe ca. 2700 m).

4. Tag: Penitentes – Zwischenlager Confluencia (3300 m) 1×(F/A)

Bis zum Nationalparkeingang in Horcones (2950 m) fahren Sie noch wenige Kilometer mit dem Fahrzeug. Unterwegs legen Sie einen Zwischenstopp an der Puente del Inca ein, einer natürlichen Felsbrücke über den Rio Mendoza. Nach der Kontrolle Ihrer Gipfelpermits am Nationalparkeingang starten Sie das Anmarschtrekking zum Basislager. Zu Fuß geht es weiter und vorbei an der wunderschön gelegenen Laguna Espejo, einem meist spiegelglatten Bergsee in dem sich das fantastische Panorama reflektiert, bis zum Zwischenlager Confluencia. Übernachtung im Zelt. (Fahrzeit ca. 15min, Gehzeit ca. 3h, 350 m↑, Schlafhöhe ca. 3300 m).

5. Tag: Tageswanderung zur Plaza Francia (4200 m) 1×(F/A)

Eine Tageswanderung führt Sie zur Plaza Francia am Fuße der Südwand des Aconcagua. Sie gehen dabei so schnell und so weit, wie Sie möchten – aktive Höhenanpassung ohne zu große Anstrengung ist das wichtigste Tagesziel. Steigen Sie bis auf ca. 4000 m auf, eröffnet sich Ihnen ein beeindruckender Blick auf die gigantische, fast 3000 m hohe Südwand des Aconcagua. Am Nachmittag kehren Sie zum Zwischenlager zurück und es erfolgt die obligatorische Untersuchung beim Lagerarzt, der Ihre Höhenanpassung überprüft. Übernachtung wie am Vortag. (Gehzeit ca. 6h, 900 m↑↓).

6. Tag: Zwischenlager – Basislager Plaza de Mulas (4300 m) 1×(F/A)

Sie wandern das Horcones-Tal entlang, das bis auf vereinzelte bizarre Steinformationen nur wenig Schatten bietet. Einige Bergbäche müssen durchquert werden, bevor ein steiler Schlussanstieg bis ins Basislager Plaza de Mulas auf ca. 4300 m führt. Hier richten Sie sich für die kommenden Tage in den komfortablen Zelten ein und erledigen den obligatorischen Besuch beim Lagerarzt, der Ihre Gesundheit und den Akklimatisationszustand überprüft. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 7-10h, 100 m↓, 1100 m↑, Schlafhöhe ca. 4300 m).

7. Tag: Ruhetag im Basislager 1×(F/M/A)

Nach den Anstrengungen des Vortages legen Sie einen wohltuenden Ruhetag ein. Die umliegenden Berge und bizarren Büßerschneefelder laden zu kleinen Wanderungen ein. Während Ihres gesamten Aufenthaltes im Basislager werden Ihnen ein reichhaltiges Frühstück und Abendessen sowie an den Ruhetagen auch ein leichtes Mittagessen serviert. Für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr stehen Ihnen in unserem Gruppenzelt jederzeit Wasser, Tee und Kaltgetränke zur Verfügung. Übernachtung wie am Vortag.

8.-18. Tag: Besteigung Aconcagua (6962 m) 11×(F/M/A)

Sie nehmen sich ganze elf Tage Zeit für die Besteigung des Aconcagua. Ausgehend vom komfortablen Basislager erklimmen Sie als Akklimatisationstest auf einer Tagestour den 5050 m hohen Cerro Bonete. Vom Gipfel haben Sie einen fantastischen Blick auf Ihr bevorstehendes Gipfelziel. Erst wenn der Lagerarzt grünes Licht gibt, geht es am Berg weiter nach oben und Sie nehmen die Errichtung des Hochlagers in Angriff. Die Gipfelbesteigung erfolgt in der Regel direkt über das sehr gut ausgebaute Hochlager Nido de Condores (5550 m). Für konditionell gut trainierte Bergsteiger bietet diese Variante die komfortabelste und sicherste Möglichkeit mit den größtmöglichen Erfolgschancen. Alternativ kann der Aufstieg auch über ein zweites Hochlager erfolgen, um die Gipfeletappe zu verkürzen (Lager Berlin auf ca. 5900 m oder Lager Cholera auf ca. 6000 m). Die Entscheidung darüber trifft der Expeditionsleiter im Laufe der Expedition in Absprache mit der Gruppe aufgrund der Wetter- und Schneelage sowie der konditionellen Verfassung des gesamten Teams. Im Lauf der Besteigung werden Sie die Hochlager selbst aufbauen und mit Kochern, Lebensmitteln und Ausrüstung ausstatten sowie zur besseren Höhenanpassung bereits vor dem Gipfelgang in dem Hochlager übernachten. Erst nach erneutem Erholungsaufenthalt im Basislager nehmen Sie dann den Gipfelaufstieg in Angriff. Dabei muss jeder sein eigenes Tempo und einen passenden Rhythmus finden, denn nur Ausdauer und eine gute Einteilung der Kräfte führen zum ersehnten Erfolg. Je nach Kondition und Startpunkt dauert der Gipfelaufstieg ca. 6-10h. Im oberen Teil der Route, ab ca. 6300 m, ist das Gehen mit Steigeisen erforderlich. Die einzige technische Schwierigkeit bildet die Canaleta ab ca. 6500 m, eine steile und oft vereiste Rinne, die bis kurz unter den Gipfel führt. Am höchsten Punkt des Kontinentes Amerika belohnt Sie ein einmaliges Panorama für Ihre Mühen. Nach einer kurzen Gipfelrast benötigen Sie nochmal ca. 3-5h zurück zum Hochlager. Nach dem Gipfelgang bauen Sie alle Zelte wieder ab und nehmen die gesamte Ausrüstung mit zurück ins Basislager. 11 Übernachtungen im Zelt.

19. Tag: Basislager Plaza de Mulas – Penitentes 1×F

Heute verlassen Sie das Basislager wieder und legen die gesamte Strecke bis zum Nationalparkeingang zurück. Hier wartet bereits der Transfer auf Sie, der Sie zurück in Ihr Hotel in Penitentes bringt. Nach den Anstrengungen der Vortage ist die heiße Dusche im Hotel eine Wohltat für den Körper. Am Abend stoßen Sie gemeinsam auf Ihren Gipfelerfolg an. Übernachtung im Hotel. (Gehzeit ca. 7-8h, 1400 m↓, Fahrzeit ca. 15min).

20. Tag: Passstraße nach Santiago de Chile 1×F

Am Vormittag verlassen Sie Penitentes mit dem Bus in Richtung Chile und erreichen nach wenigen Kilometern bereits die Grenze. Die Weiterfahrt führt über eine spektakuläre Gebirgsstraße, die sich in unzähligen Serpentinen die Anden hinunterschlängelt, bis in die chilenische Hauptstadt Santiago de Chile. Am Nachmittag beziehen Sie Ihr gemütliches Hotel in zentraler Lage, unweit der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Abends haben Sie Gelegenheit, die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden und einen Abstecher in das lebendige Szeneviertel Bellavista zu unternehmen. Sollten Sie den Gipfel bereits eher erreicht haben und vorzeitig nach Santiago de Chile fahren, ist ein Abstecher an die Pazifikküste zur Hafenstadt Valparaiso oder nach Viña del Mar empfehlenswert (eigenverantwortlich, Zusatzkosten). Übernachtung im Hotel in Santiago de Chile.

21. Tag: Stadtrundfahrt Santiago de Chile – Heimreise 1×F

Auf einer geführten Stadtrundfahrt lernen Sie die pulsierende Metropole mit ihren schönsten Sehenswürdigkeiten kennen – das historische Zentrum, den berühmten Palacio de la Moneda und das moderne Santiago. Das Highlight ist der Cerro San Cristobal, ein Aussichtspunkt, von dem man bei klarem Wetter einen atemberaubenden Blick über die Stadt bis hin zu den schneebedeckten Anden hat. Am frühen Nachmittag fahren Sie zurück zum Hotel. Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland oder Verlängerung zum Ojos del Salado.

22. Tag: Ankunft

Ankunft in Deutschland.

(F) = Frühstück, (M) = Mittagessen, (L) = Lunchpaket, (A) = Abendessen

Leistungen zu Ihrer Reise

Enthaltene Leistungen

  • Linienflug ab/an Frankfurt (weitere Abflughäfen auf Anfrage) nach Mendoza und zurück von Santiago de Chile mit LATAM oder anderer Fluggesellschaft in Economy Class
  • DIAMIR-Expeditionsleitung
  • alle Fahrten in privaten Fahrzeugen
  • Zeltausrüstung inkl. Expeditionszelte, Schneeschaufeln, Kochausrüstung und Brennstoff
  • lokales Kochteam bis ins Basislager
  • Lastentiere für max. 25 kg Gepäck/Person während des Trekkings bis zum Basislager und zurück
  • Satellitentelefon, Funkgeräte und Notfallmedizin
  • Abwicklung der Gipfelpermit-Formalitäten
  • alle Eintritte und Gebühren laut Programm
  • Vorbereitungstreffen
  • Trekkingsack
  • 4 Ü: Hotel im DZ
  • 15 Ü: Zelt
  • Mahlzeiten: 19×F, 13×M, 17×A

Nicht in den Leistungen enthalten

  • nicht genannte Mahlzeiten und Getränke
  • optionale Ausflüge
  • Gipfelpermit Aconcagua (ab 520 €, Stand 1.8.19)
  • persönliche Bergsteigerausrüstung
  • evtl. Zusatzübernachtungen vor/nach der Reise oder bei vorzeitigem Abstieg
  • Snacks
  • Trinkgelder
  • Persönliches

Hinweise & Zusatzinformationen zu Ihrer Reise

Hinweise

Mindestteilnehmerzahl: 8, bei Nichterreichen Absage durch den Veranstalter bis 28 Tage vor Abreise möglich

Das Erreichen der Gipfel kann durch ungünstige klimatische Bedingungen (starker Wind, Nebel, Dauerregen, Schneefall) und andere widrige Umstände sowohl erheblich erschwert werden, als auch im Extremfall unmöglich sein. Der verantwortliche Expeditionsleiter/Bergführer ist in dem Fall berechtigt, die weitere Besteigung zum Schutz von Gesundheit und Leben aller Beteiligten abzubrechen. Etwaige Regressansprüche bestehen in solch einem Fall nicht.

Für die Besteigung des Aconcagua ist eine Reiseversicherung, die eventuelle Bergungskosten trägt, obligatorisch. Diese muss bei der Beantragung des Gipfelpermits einen Monat vor Abreise angegeben werden. Auf Wunsch vermitteln wir Ihnen gerne eine passende Versicherung.

Anforderungen

Komfortverzicht; Teamfähigkeit; sehr gute Kondition für bis zu 14-stündige Tagesetappen; gute Kenntnisse der Hochlagerlogistik (Materialtransport in die Hochlager bis zu 15 kg, Zeltaufbau, Essen zubereiten); Trittsicherheit in Geröll, Schnee und Eis bis zu 35° Steilheit; anwendungsbereite Kenntnisse im Gehen mit Steigeisen (persönlicher Tourenbericht erforderlich); Ausrüstung laut Ausrüstungsliste; obligatorisches Vorbereitungstreffen

Zusatzinformationen

Gut wärmeisolierte, steigeisenfeste und wasserfeste Bergstiefel mit separatem Innenschuh für die Gipfeletappe erforderlich (Kategorie D). Der Transport der Ausrüstung in die Hochlager erfolgt durch jeden Teilnehmer selbst. Bei Bedarf können vor Ort Hochträger gegen Zusatzkosten engagiert werden. Im Basislager erhalten Sie Vollverpflegung. Für die Hochlager stellen wir Ihnen für das Frühstück und Abendessen Hochlagernahrung zur Verfügung. Snacks sind nicht inkludiert.

Karte Ihrer Reise

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Argentinien • Chile – Vom Winde verweht – oder wie es mit dem Aconcagua doch noch klappte

Dr. Kristina Friedrichs | 01.03.2016

El Niño bezeichnet ein Wetterphänomen, das aller vier Jahre auftritt und dann zu außergewöhnlichem Klima vor allem in Südamerika führt – soweit die Theorie. In der Praxis bedeutete dies für die Expeditionen zum Aconcagua, dem höchsten Berg Südamerikas (6962 m), dass sie mit vielen Niederschlägen und stürmischem Wind zu kämpfen hatten. Bisweilen vermeldete der Wetterbericht bis zu 135 km/h im Gipfelbereich! Aufsteigen leider vollkommen unmöglich…

Dass es in dieser Saison ordentlich pfiff, sollten auch wir erfahren, egal ob während des Aufstiegs, im Basislager oder nachts im Zelt, an dem der Wind kräftig rüttelte. Doch unten schon aufzugeben, ist und bleibt keine Option! Also gingen wir wie geplant die Akklimatisation an, richteten die Hochlager ein und blieben optimistisch. Dann endlich wurde ein anderthalbtägiges Zeitfenster angesagt, in dem der Wind zunächst auf 50 km/h, dann auf nur noch 40 km/h fallen sollte.Am 14. Februar begannen wir schließlich noch zu nachtschlafender Stunde mit dem Gipfelsturm, starteten vom Nido de Condores (5550 m), erreichten bald das Lager Berlín (5900 m), rasch danach die Querung durch die Westwand und kurz nach zehn die berüchtigte Canaleta. Um 13:30 Uhr schließlich war es vollbracht und wir konnten den Gipfelerfolg feiern! Wobei die Feier erst am Tag darauf im Basislager mit ordentlich Grillfleisch und leckerem Wein steigen sollte…!

In diesem Sinne: Gipfel bezwungen, felicitación und Berg Heil!

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Argentinien • Chile – Der Wächter aus Stein

Fritz Jakob | 04.04.2013

22 Tage Bergexpedition zum Aconcagua (6962 m) vom 30.01. – 21.02.2013

Mit der SBB und der DB erreichte ich in gut sechs Stunden den Flugplatz Frankfurt, wo ich erstmals auf die sonst deutsche Reisegruppe traf und um 19:00 Uhr in das Flugzeug der LAN Airways stieg. Da der Kapitän erstmals, aus mir nicht bekannten Gründen, den Start abbrach, dauerte es einige Zeit bis wir Madrid erreichten. Dort wurde weiter repariert, so dass wir erst kurz nach 3:00 Uhr Richtung Santiago di Chile starteten. Der Weiterflug Richtung Mendoza wurde automatisch auf eine spätere Maschine umgebucht, so dass wir am späteren

2. Tag Mendoza 824 m ü M. N
Nachmittag die argentische Provinzhauptstadt Mendoza erreichten und ich im Hotel Aconcagua ein Doppelzimmer, mit Roland Kauer zusammen bezog. Im Hotelgarten kostete ich Weintrauben der hier angebauten Traubensorten. Da das näher am Hotel gelegene Restaurant vorübergehend kein Trinkwasser hatte, mussten wir mit Taxis auf die andere Stadtseite fahren. Die Fahrt lohnte sich, da die Steakauswahl hervorragend schmeckte. Todmüde krochen wir ins Beet.

3. Tag Penitentes 2‘700 m ü M.
Im Nationalparkbüro besorgten wir das Aconcagua-Gipfelpermit, das für die Zwischensaison 620.- USA-Dollar kostete. Anschließend fuhren wir mit einem Kleinbus in etwa drei Stunden nach Los Penitentes, wo wir im etwas heruntergewirtschafteten Hotel Aylen Betten bezogen. Penitentes ist ein argentinischer Skiort der direkt an der Lastwagentransitstraße Richtung Chile liegt und nahe dem Provinzial Park Aconcagua liegt. Schon hier locken die schneebedeckten Anden Gipfel zu Entdeckungstouren. Nun wurde das Gepäck zum Transport mit Pferden vorbereitet.

4. Tag Confluencia 3‘450 m ü M.
Zunächst ging es noch einige Kilometer per Auto bis zum Nationalparkeingang in Horcones. Unterwegs legten wir zwei Stopps ein. Zuerst bei der Andinisten-Gedenkstätte, wo uns das Kreuz, des am 24. Januar in Nido Condores vesrtorbenen, deutschen Bergsteigers erschütterte. Der zweite Stopp galt dem Inka-Markt, der gegenüber einer Militärischen Anlage liegt. Die natürliche Brücke Puente del Inca über den Rio Mendoza haben wir leider nicht gesehen. Nach der Registrierung der Permits am Nationalparkeingang begann das Trekking nach Conflencia. Das Zeltlager Confluencia erreicht man heute über die für den Film „Sieben Tage Tibet“ erbaute Hängebrücke in drei bis fünf Stunden. Botaniker benötigen halt fünf Stunden. Trotz der Trockenheit ist die Flora und Fauna erstaunlich reich. Die meisten fanden in einem Riesenzelt mit Etagenbetten Platz.

5. Tag Plaza Francia ca. 4‘200 m ü M.
Heute stand eine Akklimatisations-Tour zur Plaza Francia am Fuße der Aconcagua-Südwand auf dem Programm. Langsames gehen wird der Schlüssel zum Erfolg sein. Auf keinen Fall den Körper jetzt schon überfordern, sonst ist die Akklimatisation gefährdet. Aktive Höhenanpassung ohne zu große Anstrengung ist das wichtigste Ziel des Tages. Auf Plaza Francia hatte man einen beeindruckenden Blick auf die gigantische, fast 3‘000 Meter hohe Südwand des Aconcagua, die der Bergführer Fredy Tiban aus Ecuador, 2010 bezwang. Rückmarsch und botanisieren in Confluencia, sowie übernachten im großen Zelt.

6. Tag Basislager Plaza de Mulas 4‘370 m ü M.
Über acht Stunden wanderten wir durchs flache, zeitweise von Sandstürmen gepeitschte Horcones-Tal. Erst als Abschluss kommt ein recht steiler Schlussanstieg bis ins Basislager Plaza de Mulas. Hier angekommen, wird man, wie im Confluencia gastlich bewirtet, von der ansässigen Inka-Mannschaft, bevor man sich für die kommenden Tage im 2-Zelt häuslich einrichtet.

7. Tag Cerro Bonetè 5004 m ü M.
Obschon nach den Anstrengungen des Vortages ein Ruhetag angenehm wäre, besteigen wir im Zeitlupentempo, zur besseren Akklimatisation, den Cerro Bonetê, nahe der Grenze zu Chile. Hier hat’s fantastisch schöne Kalk- und Sandsteinformationen in fast allen Farbtönen – aber kaum noch Pflanzen. Nur wenig unterhalb des Gipfels haben wir die ersten Büßereis Nadeln aus nächster Nähe bewundert. Etwas das es in den Alpen nicht gibt.

8. Tag Ruhetag
Die wenigen Pflanzen, der umliegenden Hänge Berge und die bizarren Büßerschneefelder laden zu kleinen Wanderungen ein. Nebst dem Frühstück und Abendessen wird an Ruhetagen ein Mittagessen im Mannschaftszelt offeriert. Da das in der Höhe vermehrt aufgenommene CO2 über die Nieren ausgeschieden werden muss, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr nötig. Auch ein Besuch des Lagerarztes, der Fitness und Akklimatisationszustand überprüft, war obligatorisch. Erst als dieser grünes Licht gab, geht es am Berg weiter nach oben und wir nehmen ab Morgen die Errichtung der Hochlager in Angriff.

9. Tag Campo Canada 5‘500 m ü M.
Zur Akklimatisation und zum Einrichten des Hochlagers stiegen wir zuerst ins Lager Canada, wo wir die Zelte zum schlafen aufbauten. Zum Glück hatte es frischen Schnee zum Schmelzen, denn der Wasserbedarf ist hoch. Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis: Den Stuhlgang sollte man immer in abgegebene Plastiksäcke einpacken, die man nach der Rückkehr in Plaza de Mulas im Parkbüro zeigen muss. Aber auch andere Bergsteiger machen es auf die angenehmere, einfachere aber illegale Art.

10. Tag Campo Nido Condores 5‘520 m ü M.
Nach dem Abbau der Zelte und dem Packen ging’s mit sehr schweren Rucksäcken den steilen Hang hoch in eine hochalpin abfallende Geländemulde. Da mir das Tragen des Rucksacks starke Rückenschmerzen verursachte, benötigte ich eine Aspirin 500 mg Tablette. Mit der Zeit erreichten wir das auf Deutsch Kontor Nest genannte Camp. Auf dieser stürmischen Hochebene wurden die Zelte so aufgebaut, dass sie uns für den Gipfelsturm dienten. Der Schnee zum Schmelzen war hier Pickelhart und brauchte etwas mehr Gas. Verpflegt wurde mit aus Deutschland mitgebrachtem Food in Beuteln, wie Schokoladen, Tassensuppe, Kleinkäse, Zwergsalami und dergleichen.

11. Tag Plaza de Mulas 4‘367 m ü M.
Da der Sturm das Schlafen praktisch unmöglich machte, nahmen wir uns Zeit, bis wir den langen Steilhang unter die stark kälteisolierten La Sportiva-Schalenschuhe nahmen. Die Wanderstöcke erleichterten den steilen und langen Abstieg erheblich. Im Lager angekommen wurden wir wieder von unserer Crew verwöhnt.

12. Tag Ruhetag
Den Ruhetag nutzte ich für einen Besuch beim Kunstmaler Miguel Doura, der behauptet das höchst gelegene Atelier der Welt zu führen, in dem er in einer Penntüte nächtigt. Ich kaufte ihm einen Abdruck einer Abendstimmung am Aconcagua für 25 Dollar ab. Auf meinen Wunsch, packte mir eine nette Argentinierin Haferflocken, Zucker und Milchpulver für das „Berg-Doping“ Boretsch ein. Am Ruwenzori in Uganda, hatte ich ohne Boretsch beinahe ein Misserfolg.

13. Tag Kondor-Nest
In einem langen Aufstieg stiegen wir von Plaza de Mulas nach Nido Condores, ins früher errichtete Zelt und schmelzen wieder eine Menge Hartschnee, als Wasserreserve. Der Andenkondor Vultur gryphus, den wir auf dieser Expedition nie gesehen haben, ist eine Vogelart, die zu den Neuweltgeiern Cathartidae zählt. Die Flügelspannweite der Männchen kann über 3 Meter betragen und damit ist er der größte noch nicht ausgestorbene Vogel der Erde.

14. Tag Biwak Berlin 5‘800 m ü M.
Da Roland und ich aus Erfahrung wussten, dass wir kaum über 1‘000 Meter an einem Tag steigen können, stiegen wir vor der Gruppe ins Lager Berlin hoch, wo wir in einem Holzbiwak eine enge aber verhältnismäßig milde Notunterkunft bezogen, die vor Jahren Männer aus Berlin bauten. Wir hatten Glück, denn es waren zwei der drei „Hütten“ schon voll belegt.

14. Tag Gipfeltag
Die Gipfelbesteigung erfolgt bei Diamir, in der Regel, direkt vom Nido de Condores 5‘520 m aus. Für konditionell starke Bergsteiger bietet diese Variante die komfortabelste Möglichkeit den Gipfel zu erreichen. Wer sich die lange Gipfeletappe an einem Tag nicht zutraut, wie Roland und ich, kann alternativ im Refugio Berlin, auf 5‘800 m oder vom Lager Cholera auf 6‘000 m aus starten. Natürlich besteht in dieser Höhe auch die Gefahr, an der Höhenkrankheit zu erkranken. Der Wetterbericht war an diesem oft stürmischen Winden ausgesetzten Berg extrem wichtig. Für den 13. Februar 2013 wurden vernünftige Winde gemeldet, so dass wir uns um 5:00 Uhr den anderen, schon um zwei Personen dezimierten Gruppe, mit angeschnallten Steigeisen anschlossen. Zuerst ging es Richtung Refugio Independencia über Hartschnee und seltenes Gestein bergauf. Es kommt dann eine Gratüberquerung in die seitlich am Hang liegende Travesia (Schneeweg), der zusehends in die nicht enden wollende Canaleta (Röhre) führt. Man steigt lange seitlich einen rechtsseitig liegenden Felsgrat, bis es dann in Serpentinen übergeht und gegen Schluss etwas links ausschweift.

Etwa 150 Meter unter dem Gipfel bin ich wahrscheinlich mit dem linken Bein auf zu weichen Schnee getreten, der wegrutschte und in der Folge in eine Geländemulde aus Gestein und Schnee gestürzt. Ich hatte großes Glück, denn außer einem Bluterguss am Oberschenkel, den ich erst später bemerkte, war alles in Ordnung.

Als ich mich aufrichtete, schrien zwei argentinische Bergführer von einer anderen Gruppe „jetzt sofort absteigen“ und ich erinnerte mich an „i m m e r w e i t e r – i m m e r w e i t e r“ (1*) und schrie auf Englisch zurück, „sucht mir besser die verlorenen Gegenstände, Mütze, Handschuhe und Stöcke zusammen“ und zeigte mit der Hand Richtung Gipfel. Aber nur die Frauen beteiligten sich an der Materialsuche. Stattdessen begann einer der Argentinier zu funken, da er wahrscheinlich meinte ich sei höhenkrank. Wahrscheinlich ging ich zu schnell, da ich einer spanisch sprechenden Gruppe folgte. Da Expeditions-Bergsteiger ihr Ziel nur verletzt, krank oder völlig erschöpft aufgeben, folgte ich einer anderen spanisch sprechenden Gruppe Richtung Gipfel.

Am Mittwoch 13. Februar 2013 um 14:45 Uhr erreichte ich nach Klauspeter, bei dichtem Nebel – aber kaum Wind, überglücklich das kleine, leicht geneigte Gipfelplateau, mit einem kleinen Kreuz und einem „Stein“ auf 6‘962 m. Nur 38 Meter unter 7‘000 m ü M. Dort gratulierten mir die zwei schimpfenden Bergführer mit einer festen Umarmung. Etwas erschöpft blieb ich lange sitzen bis Marlis, Thomas und Achim eintrafen.

Es ist ein einmaliges, kaum zu beschreibendes Gefühl auf dem höchsten Punkt von ganz Amerika zu stehen. Wenn man die Kraft hätte – würde man himmelhoch jauchzen. Nach nur einem Schluck Wasser, da alle Vorräte getrunken waren, machten wir uns vorsichtig auf den langen Abstieg. Bald begann es zu schneien und die Spur wurde zugeweht. Zum Glück trafen wir auf Matthias, unseren Leiter, der zum zweiten Mal in seinem Leben abstieg und von den wichtigsten Schlüsselstellen die Koordinaten herausgeschrieben hatte.

Etwa um 18:00 Uhr erreichten wir das Lager Cholera, wo unser Weg sich mit dem von Plaza Argentina kreuzte. Vielleicht etwas naiv fragte ich in der dortigen Polizeistation nach Wasser, was Roland und mir in Form von Tee angeboten wurde. Aber die Polizisten nahmen dann die Personalien von uns und unserem Reiseleiter Mathias auf und maßen die Sauerstoffsättigung des Blutes, die bei mir gute 88% erreichte. Etwa nach 14 Marschstunden, um 19:00 Uhr erreichten Roland und ich Lager Berlin, wo wir im dreieckigen Notbiwak, in dem wir schon die Nacht vor dem Gipfelsturm verbrachten, glücklich nächtigten.

15. Tag Plaza de Mulas
Um 7:30 Uhr steigen wir auf Nido de Condores ab, wo wir vorerst viel Schnee schmolzen um unseren enormen Durst zu löschen. Danach bauten wir das Zelt ab und packten alles ein. Der 1‘200 m hohe, steile Abstieg mit dem schweren Gepäck war, wie der Aufstieg, sehr hart. Da Argentinien kein Billiglohnland ist, wollte ein Träger für diesen Auf- oder Abstieg 270 Dollar, was sich als zu hoch erwies. Um 15:00 Uhr erreichten wir abgekämpft das Basislager, wo uns die Mannschaft umarmte und küsste und mit Früchten, Getränken und Biskuits überraschte. Da zwei von unserer Gruppe ins Spital Mendosa eingeliefert wurden, entschloss sich unsere Gruppe bereits am nächsten Morgen nach Penitentas abzusteigen um die zwei wieder zu treffen. Der eine hatte Erfrierungen an Nase, Finger und Zehen und der andere litt an Erschöpfung oder Höhenkrankheit, was sich zum Teil kaum unterscheiden lässt.

16. Tag Penitentes
Heute verließen wir das Basislager und marschierten die gesamte, fast einen Marathon lange Strecke bis zum Nationalparkeingang, wo wir um 19:00 Uhr die Permits abgeben konnten. Ein hartes Stück, welches meine große Zehe, links mit Blut unterlaufen ließ. Nach diesen Anstrengungen am Berg und auf dem Rückmarsch war eine Dusche im Hotel Ayelen, in Penitentes eine Wohltat für Körper und Geist! Am Abend stießen wir zum Glück auf die Spitalgänger und feierten gemeinsam die Gipfelparty mit 1-Liter Bierflaschen und Marlis mit Wein.

17. Tag Fahrt nach Santiago de Chile
Am Vormittag verlassen wir Penitentes mit dem Kleinbus in Richtung chilenische Grenze. Der Grenzübertritt auf etwa 3‘500 m war eine große Bürokratie. Wie schon vorher tauchte nach der Grenze eine spektakuläre Gebirgsstraße, mit fantastischen Einsichten in unbewohnte Täler auf und weiter unten aride Kakteenlandschaften zwischen den weit auseinander liegenden, kleinen Dörfern. Am Nachmittag erreichten wir Santiago de Chile mit dem Hotel Galerias, nahe der Altstadt, wo wir nächtigten. Da wir einen Tag früher eintrafen, ging die erste Nacht auf unsere Kosten. Sie kostete 88 USA-Dollar. Abends holte ich mir das Essen im nahe gelegenen Mc Donald.

18. Tag Santiago de Chile
Nach gutem Schlaf und einem ausgedehnten Frühstück, mit 1,5 Liter abgezapftem, rotem Fruchtsaft machte ich mich auf Entdeckungstour, zuerst zum nahe gelegenen Santa Lucia.

Mir machte die Wegführung der oft steil steigenden Fußwege großen Eindruck. Obschon die Erbauer sicher die Sätze vom deutschen Mertens nie gelesen haben: „Wege führen vor – aber nicht wohin“ – habe ich diesen Satz nie konsequenter umgesetzt gesehen, als hier. Der Park wird rege benutzt und dies auffällig von erregten Liebespaaren.

Etwa um 14:00 Uhr machte ich mich auf den langen Weg zum botanischen Garten „Mapulemu“, der hinten am Hügel Cerro San Christobal liegt.

Um 19:30 Uhr marschierten wir Richtung Bellavista-Stadtteil zum Essen, d.h. wieder ein langes Stück zurück. Das Essen war gut – aber viel zu wenig – der Kellner wollte keine Kartoffeln mehr bringen – oder nur gegen zusätzliche Bezahlung. Ich fragte ihn – ob die Kartoffeln in Chile so rar sind. Die Gruppe war nicht so glücklich – aber 60-Jährige, wie ich, sind halt konsequent.

21. Tag Stadtbesichtigung Santiago
Am Vormittag stand eine Stadtbesichtigung in deutscher Sprache, auf dem Programm. Die ältere Führerin machte es sehr gut. Alles zu Fuß, da es unweit unseres Hotels war. Am Nachmittag besichtigten wir die Statue der Jungfrau Maria auf dem Gipfel des Cerro San Cristobal. Von hier hat man einen herrlichen Überblick über Santiago. Später ging’s Richtung Flughafen, von wo aus der lange Rückflug über Madrid nach Frankfurt erfolgte. Ab 19:53 Uhr Fahrt mit der DB und der SBB nach Bern, wo die Reise auf Gleis 0, in einem leicht temperierten Treppenschacht mit lärmiger Wasserpumpe endete. Ich breitete die Luftmatratze und den Schlafsack aus und versuchte ein wenig zu schlafen, was nur zum Teil gelang.

22. Tag nach Hause
5:20 Uhr fuhr die S4 über Burgdorf nach Zollbrück, wo ich zuerst im Tea Room Liechti und dann im Rössli auf meinen Abholer Rudi Siegenthaler wartete. Todmüde – aber zufrieden erreichte ich etwa um 09:00 Uhr den Sonnberg – mein Zuhause.

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Argentinien • Chile – Reisebericht von der Expedition zum Aconcagua 2011

Roland Fichtner | 04.03.2013

Die Reise beginnt für die meisten Teilnehmer am Frankfurter Flughafen – oder wenn man so will auf dem heimatlichen Bahnhof. Für uns, Lutz und mich war das der Dresdner Hauptbahnhof. Nach Gepäckabgabe am Schalter der LAN war dann genügend Zeit für ein erstes Kennen lernen.

Der Flug mit Zwischenstopps in Madrid und Santiago de Chile nach Mendoza verlief reibungslos und dank eines hervorragenden Entertainmentsystems an Bord auch relativ kurzweilig. Nur war ich ein klein wenig enttäuscht, genau am 1.1.2011 um 00.00 Uhr gerade über Madrid zu sein. Denn dort ist der Einsatz von Feuerwerk zum Jahreswechsel nicht so üblich wie in Deutschland. (Der Logenplatz war gut aber das Programm ließ zu wünschen übrig.) Man kann eben nicht alles haben und außerdem erwarten uns noch viele interessante Eindrücke in den nächsten Wochen.

In Santiago steigt man aus dem Flieger aus und befindet sich mitten im Hochsommer. Man ist froh, dass die Klimaanlage im Flughafengebäude wieder funktioniert, wenn man bedenkt, dass ein Jahr zuvor einstarkes Erdbeben auch den Flughafen stark in Mitleidenschaft gezogen hat.

Ein kleinerer Flieger bringt uns zurück über die Anden nach Osten in die Weinhauptstadt Argentiniens, nach Mendoza. Jetzt am Tage hat man auch Gelegenheit, die Landschaft von oben zu betrachten. Wir bleiben für einen Tag in der Stadt und übernachten in einem komfortablen Hotel. Nach der Dusche werden wir uns in den nächsten Tagen am meisten sehnen – auch wenn ich von mir nicht behaupten kann, unter Waschzwang zu leiden! Hier in Mendoza ist unsere Gruppe dann auch (fast) komplett. Die restlichen Teilnehmer aus Buenos Aires sind auch eingetroffen. Nur Michél, unser dritter Reiseleiter sollte sich aus familiären Gründen etwas verspäten. Es ist Samstag, der 1.1. in Argentinien und wir sind froh, dass wenigstens die Gasthäuser geöffnet haben, denn der Neujahrstag ist der einzige Tag in Argentinien, an dem gar nichts geht.

Am Sonntag stand der Erwerb der Gipfelpermits auf dem Programm. Nun könnte man denken, man gibt uns Reiseleitern das Geld, setzt sich ins Kaffeehaus und wartet, dass diese Vollzug melden. Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Man sollte nicht immer auf die deutsche Bürokratie schimpfen; andere Länder können das noch viel besser: das Permit muss in Bar bezahlt werden. Das bedeutet, jeder Teilnehmer muss am Geldautomaten 3000 Argentinische Pesos abheben. Größte Stückelung: 100 Pesos! Diese werden dann vom Reiseleiter an einer staatlichen Annahmestelle eingezahlt, wofür man für jeden Teilnehmer eine Quittung erhält. Das hieß in unserem Fall von einem völlig überforderten Angestellten am Sonntagvormittag 21 x 3000 Pesos zählen zulassen. Hinter uns standen noch ungefähr 20 weitere Gipfelaspiranten und diese Stelle war die einzige, die sonntags geöffnet hatte. Mit den Quittungen, die jeder Teilnehmer erhält, muss man persönlich im Visitorcenter vorstellig werden und seinen Antrag stellen. Um die Mittagszeit ist das dann aber auch geschafft und wir starten in Richtung Gebirge.

Die folgende Übernachtung im Hotel in Penitentes ist für Wochen die letzte Nacht mit einem festen Dach über dem Kopf.

Am anderen Morgen starten wir in Richtung Parkeingang. Vorher bleibt noch Gelegenheit, den Andinistenfriedhof und die Puente del Inca – eine natürliche Brücke über den Rio Mendoza zu besuchen. Leider ist diese heutzutage gesperrt, so dass man am Ende der Reise auf das Bad in den heißen Quellen verzichten muss. Nach der Registrierung der Permits starten wir in einer Höhe von ca. 2800m zum Lager Confluenzia. Langsam, schön langsam wandern wir dahin. Die Sonne brennt und nur der kalte Wind erinnert uns daran, dass wir schon über 3000m hoch sind.

Hier im Lager verbringen wir auf anraten des Lagerarztes einen Tag länger als geplant, was allen Teilnehmern sehr gut tat. Nach der Eingehtour zur Südwand gab es somit einen zusätzlichen Ruhetag zur Akklimatisation.

Der Aufstieg ins Basislager ist lang, lässt sich aber sehr gut gehen. Man hat genügend Zeit und sollte sich diese zur Akklimatisation auch nehmen. Man ist nur mit einem kleinen Tagesrucksack unterwegs, der Hauptteil des Gepäcks wurde schon mit Mulis hinauf geschickt. Sie laufen die Strecke bis ins Lager und zurück (ca. 80 km) an einem Tag!

Die folgenden Tage verbrachten wir mit aktiver (Besteigung des Cerro Bonete 5014m, Einrichten des Hochlagers am Nido de Condores) und passiver Höhenanpassung.

Da die Bedingungen in diesem Jahr nicht sehr gut waren, konnten weniger Teilnehmer als sonst den Gipfel erreichen. Oberhalb von 5000m lag sehr viel Schnee. Michel, unser inzwischen eingetroffener dritter Mann war mit seiner Gruppe am Gipfel. Für die meisten anderen endete der Versuch mehr oder weniger oberhalb 6000m. die magische Höhenmarke von 6000m wurde aber von jedem erreicht. Und bei einem fast 7000m hohen Berg muss eben alles stimmen! Einen zweiten Gipfelversuch vereitelte das Wetter; -38°C und Wind bis 80km/h sind keine idealen Bedingungen.

Nach Räumung des Hochlagers und des Abstieges nach Penitentes sehnte sich ein jeder nach einer warmen Dusche, einem gepflegten Essen und dem einen oder anderen isotonischen Sportgetränk… Nach den Anstrengungen der vergangenen Tage steig das aber schneller zu Kopf als manchem lieb war.

Am folgenden Tag geht die Fahrt über die Anden hinüber nach Chile auf einer beeindruckenden Passstraße. Vorher demonstrierten die Chilenischen Zollbehörden ihre Auffassung von Bürokratie. Unser Bus (und auch alle anderen) wurde peinlichst genau auf etwaige eingeführte Lebensmittel untersucht. Das nahm einige Zeit in Anspruch, aber irgendwann rollten wir doch über die Grenze, Santiago entgegen.

Die pulsierende Metropole war eine willkommene Abwechslung. Untergebracht im komfortablen Hotel Galerias konnte die Stadt auf eigene Faust erkundet werden. Besonders zu empfehlen ist die Fischhalle, mit vielen Restaurants in denen fangfrischer Fisch serviert wird! Am Abend ging es dann in das Künstlerviertel, mit unendlich vielen Kneipen und Restaurants, in denen man sich verwöhnen lassen konnte.

Einige nutzten die Möglichkeit, den Pazifik zu sehen und darin auch zu schwimmen – ein herrliches Kontrastprogramm! Der Schnellbus bringt einen in zwei Stunden nach Valparaiso und kostet umgerechnet etwa 6€. Die Hafenstadt an sich ist sowieso einen Besuch wert.

Am letzten Tag der Reise stand eine Stadtrundfahrt mit Rundgang zu besonders interessanten Plätzen auf dem Programm. Unser deutsch sprechender Führer vermittelte uns einen sehr guten Überblick über die Stadt und auch über Chile und seine Geschichte.

Am Nachmittag ging es dann zum Flughafen. Eine Maschine der LAN brachte uns in bewährter Manier mit Zwischenstopp in Madrid wieder zurück ins winterliche Deutschland.

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