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Termine2019-08-26T12:19:05+01:00

Damavand (5671 m)

Iran

Bergexpedition zum höchsten Vulkan Persiens

4.4 /5
Neu
Unser Topangebot

1850 EUR

  • Inklusive Flüge
  • 6-12 Teilnehmer
  • 10 Tage
  • Schwierigkeit:
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Informationen zu Ihrer Reise

Der höchste Berg Persiens stellt für ambitionierte Bergwanderer keine besonderen Anforderungen an Bergerfahrung, Technik und Ausrüstung dar. Einzig gute Akklimatisation und Ausdauer sind die Schlüssel zum Gipfelerfolg am 5671 m hohen Damavand.

Gängiger Trekkinggipfel

Erleben Sie auf dieser Reise nicht nur die klimatischen Kontraste zwischen den trockenen, wüstenhaften Gebirgszügen des Elburs-Gebirges mit seinem höchsten Vulkan, sondern tauchen Sie nach der Gipfelbesteigung auch in das quirlige Leben der Metropole Teheran ein und genießen Sie das Kontrastprogramm nach der Bergbesteigung.

Faszinierendes Persien

Wer dieses außergewöhnliche Land, seine Menschen und seine Geschichte näher kennenlernen möchte, dem sei ein Anschlussprogramm zu den schönsten Kulturstätten des Iran wärmstens empfohlen.

Höhepunkte

  • Akklimatisationsgipfel Koloun Bastak (4150 m)
  • Gepäcktransport mit Lastentieren am Damavand
  • Deutsch sprechend geführtes Kulturprogramm in Teheran
  • Optionale Verlängerung zu den Höhepunkten Irans: Persepolis, Shiraz und Isfahan

Das Besondere dieser Reise

  • Gepäcktransport mit Lastentieren bis ins Hochlager Bargah Sewom (4150 m)

Verlauf Ihrer Reise

1. Tag: Anreise

Am Abend Flug nach Teheran.

2. Tag: Stadtbesichtigung Teheran 1×(F/A)

Ankunft in Teheran am zeitigen Morgen. Erledigung der Einreiseformalitäten und Transfer zum Hotel, wo Sie Zeit zum Ausruhen haben. Nach einem späten Frühstück erwartet Sie ein spannendes Kulturprogramm in Teheran. Vom Fernsehturm Borj-e Milad können Sie bei gutem Wetter einen traumhaften Blick über Teheran genießen. Mit 435 m ist er der höchste Turm des Landes und der sechsthöchste Fernsehturm der Welt. Außerdem besuchen Sie das Nationalmuseum, den berühmten Golestan-Palast, der inzwischen zum Kulturerbe der UNESCO zählt, sowie einen der vielen Basare, auf dem Sie einen schönen Einblick in das Alltagsleben der Iraner erhalten. Am Abend treffen Sie sich zu einem traditionellen Begrüßungsessen. Übernachtung im Hotel.

3. Tag: Teheran – Shemshak 1×(F/A)

Auf Ihrem Programm am Vormittag stehen der Azadi-Platz mit dem bekannten Freiheitsturm und einer der attraktivsten Schreine (Imamzadeh Saleh) der Stadt mit seinen sehr fotogenen Zwillingsminaretten und der über und über mit schönen gemusterten, türkisfarbenen Fliesen bedeckten Kuppel. Nachmittags fahren Sie über aussichtsreiche Straßen hinein in das Elburs-Gebirge bis nach Shemshak, einem beliebten Wintersportort. Von hier aus geht es weiter auf einer unbefestigten Straße bis auf ca. 3000 m, wo Sie Ihr Zeltlager für die nächsten Nächte errichten. Das Lager liegt schön mit atemberaubendem Blick auf das zentrale Elburs-Gebirge am Fuß des Koloun Bastak – Ihr Gipfelziel für den nächsten Tag. Übernachtung im Zelt.

4. Tag: Gipfel Koloun Bastak (4150 m) 1×(F/M/A)

Heute besteigen Sie den Koloun Bastak (4150 m). Früh am Morgen beginnt der technisch unkomplizierte Aufstieg über Geröllhänge, bevor Sie gegen Mittag ein herrliches Gipfelpanorama genießen können. Mit etwas Glück kann man im Dunst schon die Silhouette des mächtigen Vulkankegels des Damavand erkennen. Abstieg zurück ins Zeltlager. Diese Tour ist ideal für Ihre Akklimatisation und wird Ihnen in den nächsten Tagen am Damavand zugutekommen. Übernachtung wie am Vortag.

5. Tag: Basislager Gousfandsarai (3000 m) 1×(F/M/A)

Nachdem Sie Ihr Zeltlager abgebaut haben, fahren Sie durch das Elburs-Gebirge zum Damavand. Unterwegs werden letzte Einkäufe für die Gipfeltour erledigt, bevor es weiter in das Bergdorf Poloor geht. Hier am Fuß des Damavand befindet sich auch das Bergsteigerzentrum des iranischen Bergsteigerbundes. Nicht benötigte Ausrüstung kann hier zwischengelagert werden, bevor es mit Allradfahrzeugen weiter ins Basislager Gousfandsarai (3000 m) geht. Übernachtung im Zelt.

6. Tag: Hochlager Bargah Sewom (4150 m) 1×(F/M/A)

Nach einem kräftigen Frühstück erfolgt der Aufstieg zum Hochlager Bargah Sewom (4150 m), wo sich neben terrassenförmig angelegten Zeltplätzen auch eine solide Berghütte befindet. Im Hochlager verbringen Sie den Nachmittag und beobachten die bunt geschmückten Mulis, die Ihr Hauptgepäck ins Hochlager transportieren werden. Optional empfiehlt sich der Aufstieg in höhere Regionen zur besseren Akklimatisation. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 4-5h, 1200 m↑).

7. Tag: Akklimatisierungs- und Reservetag 1×(F/M/A)

Der heutige Tag dient der besseren Akklimatisierung und erhöht Ihre Gipfelchancen! Entweder Sie ruhen sich vor dem Gipfelgang noch einmal richtig aus oder unternehmen eine kleine Wanderung in der Nähe des Hochlagers, beispielsweise zu einem Eisfall einige hundert Höhenmeter oberhalb von Bargah Sewom. Übernachtung wie am Vortag.

8. Tag: Gipfel Damavand (5671 m) 1×(F/M/A)

Gipfeltag! Der Damavand erfordert eine gute Ausdauer und Kondition. Gefühlt können sich die etwa 1500 Höhenmeter recht in die Länge ziehen – technisch ist der Berg eher unkompliziert. Da der Abstieg auf der gleichen Route verläuft, kann die Besteigung auch jederzeit abgebrochen werden. Ziel ist jedoch der 5671 m hohe Gipfel des Damavand! Der Vulkan ist noch aktiv; zahlreiche qualmende Schwefellöcher auf den letzten Metern zum Gipfel zeugen davon. Eine Umrundung des Kraters ist bei rechtzeitigem Erreichen des Gipfels ebenfalls möglich. Abstieg zurück ins Hochlager. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 8-10h, 1500 m↑↓).

9. Tag: Abstieg – Rückfahrt nach Teheran 1×(F/M/A)

Am Vormittag wandern Sie zurück zum Basislager. Nach einem kurzen Zwischenstopp zum Umladen des Gepäcks fahren Sie zurück nach Teheran ins Hotel. Der Kontrast zwischen der ruhigen Bergwelt und der quirligen Millionenstadt könnte nicht größer sein. Am Abend erwartet Sie ein gemeinsames Abschiedsessen mit dem Team in einem traditionellen Restaurant. Übernachtung im Hotel. (Gehzeit ca. 3h, 1200 m↓, Fahrzeit ca. 3h, 80 km).

10. Tag: Heimreise

In der Nacht oder zeitig am Morgen Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland. Alternativ Beginn der optionalen Verlängerung.

(F) = Frühstück, (M) = Mittagessen, (L) = Lunchpaket, (A) = Abendessen

Leistungen zu Ihrer Reise

Enthaltene Leistungen

  • Linienflug ab/an Frankfurt (weitere Abflughäfen auf Anfrage) nach Teheran und zurück mit Turkish Airlines oder anderer Fluggesellschaft in Economy Class
  • Deutsch sprechende, lokale Bergführer
  • Deutsch sprechende Reiseleitung in Teheran
  • alle Fahrten in privaten Fahrzeugen
  • Zeltausrüstung inkl. Expeditionszelte
  • Lastentiere für max. 15 kg Gepäck/Person bis zum Hochlager und zurück
  • alle Eintritte und Gebühren laut Programm
  • Trekkingsack
  • 6 Ü: Zelt
  • 2 Ü: Hotel im DZ
  • Mahlzeiten: 8×F, 6×M, 8×A

Nicht in den Leistungen enthalten

  • nicht genannte Mahlzeiten und Getränke
  • Visum (ca. 80 €)
  • optionale Ausflüge
  • persönliche Bergsteigerausrüstung
  • Snacks
  • Trinkgelder
  • Persönliches

Hinweise & Zusatzinformationen zu Ihrer Reise

Hinweise

Mindestteilnehmerzahl: 6, bei Nichterreichen Absage durch den Veranstalter bis 28 Tage vor Abreise möglich

Das Erreichen der Gipfel kann durch ungünstige klimatische Bedingungen (starker Wind, Nebel, Dauerregen, Schneefall) und andere widrige Umstände sowohl erheblich erschwert werden, als auch im Extremfall unmöglich sein. Der verantwortliche Reiseleiter/Bergführer ist in dem Fall berechtigt, die weitere Besteigung zum Schutz von Gesundheit und Leben aller Beteiligten abzubrechen. Etwaige Regressansprüche bestehen in solch einem Fall nicht.

Aufgrund der Visumbestimmungen können wir Buchungen nur bis ca. 2 Monate vor Abreise entgegen nehmen!

Ihr Reisepass darf keinen israelischen Stempel enthalten, ein Stempel der USA ist jedoch kein Problem.

Das Tragen islamischer Kleidung ist für Frauen in der Öffentlichkeit bei den Besichtigungsprogrammen sowie bis zum Hochlager am Damavand Pflicht.

Anforderungen

Komfortverzicht; Teamfähigkeit; Kondition für bis zu 10-stündige Tagesetappen; Trittsicherheit in Geröll (selten Schnee) bis zu 35° Steilheit (persönlicher Tourenbericht erforderlich); Ausrüstung gemäß Ausrüstungsliste.

Zusatzinformationen

Gut wärmeisolierte und wasserfeste Bergstiefel für die Gipfeletappe erforderlich (Kategorie C-D).

Karte Ihrer Reise

  • Guten Morgen Damavand
  • Klettereien zur Shirpala Hütte
  • Aussicht über Teheran
  • Aufstieg zum Mount Tochal
  • leichtes klettern am Mt. Tochal
  • Sonnenuntergang im Basislager
  • Lastentiere auf dem Weg zum Hochlager
  • Unser Maskottchen auf der Akklimatisationswanderung
  • Gipfelfoto am Damavand
  • Guides auf dem Weg zum Gipfel
  • Golestanpalast
  • Kleiderordnung lange Hose, lange Arme und ein Kopftuch

Damavand – eine Genussexpedition

Sarina Sprengel | 02.10.2019

Ja, trotz jegliches Unglaubens meiner Familie und meiner Freunde habe ich mich in den Flieger gesetzt, um in den Iran zu fliegen. Denn dort wollte ich den höchsten Vulkan Persiens besteigen – den Damavand.

Bereits im Flieger lernte ich die gastfreundlichen Iraner kennen, schnell wurden Nummern getauscht und Familien- und Hochzeitsfotos auf dem Handy gezeigt. Eine Essenseinladung folgte. Sie waren begeistert, als wir unsere Pläne äußerten, wünschten uns viel Erfolg und verabschiedeten sich mit den Worten „Welcome to Iran“.

Am ersten Tag lernten wir unsere Guides kennen und starteten nicht weit von Teheran entfernt die erste Akklimatisationswanderung zur Shirpala-Hütte. Anfangs ging es durch ein idyllisches Dorf mit vielen gemütlichen Cafés. Der weitere Weg führte über viele Steinstufen. An einigen leichten Felspassagen mussten wir auch die Hände und fixierte Seile zur Hilfe nehmen. In einer Höhe von 2750 m liegt die große Hütte mit einem kleinen Garten und einer großen Dachterrasse mit schöner Aussicht auf das belebte Teheran. Der Blick auf die Hauptstadt begleitete uns bis auf unseren ersten Gipfel, den Mount Tochal.

Auf etwa 3900 m gönnten wir uns eine ausgiebige Pause mit einem großen Lunchpaket, von Nüssen über diverse iranische Süßigkeiten, einem großen Wrap und dazu eine Cola. Der Weg nach unten und dann auch wieder zurück nach Teheran ging schon etwas schneller. Vielleicht war es bereits die Vorfreude auf den Damavand, denn da sollte es als nächstes hingehen.

Ein kurzer Zwischenstopp wurde am „Mountaineering Federation“ Büro eingelegt, um unsere Wandergenehmigungen zu beantragen. Mit Geländewagen wurden wir in das Basislager des Damavand auf 3000 m Höhe gefahren, wo wir unser Zeltlager aufbauten. Anschließend genossen wir den wahnsinnigen Anblick des bevorstehenden Ziels und verspeisten frisch gebratenes Hähnchen-Schnitzel mit Pommes. Eigentlich kaum zu glauben auf einer solchen Höhe. Der Aufstieg ins Hochlager auf 4150 m verlief eher langsam und entspannt, denn auch das war wieder ein neuer Höhenrekord auf der Tour. Oben angekommen lernten wir das Küchenteam kennen, welches dort bereits drei Monate für gute Stimmung und noch besseres Essen sorgte. So unternahmen wir unsere Wanderungen immer wohlgenährt, mit genügend Proviant und einer Cola für unterwegs.

Endlich war es so weit und der Gipfelaufstieg stand an. 1500 Meter mussten wir hoch und auch wieder runter. Somit starteten wir bereits um 6 Uhr morgens. Vielleicht war es die kalte, dünner werdende Luft, aber der Sonnenaufgang war atemberaubend. Eine Wolkendecke verdeckte das Tal und der Damavand ragte in den blauen Himmel hinein. Auch trotz der Sonne wurde es nicht merklich wärmer, wir mussten uns also einfach weiter bewegen und den Aufstieg fortsetzen. Schnee- und Schotterfelder erwarteten uns auf über 5000 m und begleiteten uns bis auf die letzten Höhenmeter. Bei Sonnenschein und einer Windgeschwindigkeit von etwa 50 km/h kamen wir am Gipfel an. Alle gleichzeitig! Damit hätte wirklich keiner gerechnet. Was für eine super Gruppe! Die Gipfelfotos wurden gemacht und wir stiegen über die Gesteinsfelder, auf denen man fast runterrutschen konnte, ab. Am Nachmittag, zurück im Camp, wurden wir mit einer warmen und wohltuenden Suppe begrüßt. Nachdem wir uns alle etwas entspannt hatten, bekamen wir schon wieder Abendessen und im Anschluss noch einen Schokoladen-Gipfelkuchen mit Kerzen darauf. Ein gelungener Abschluss für diesen erfolgreichen Tag!

Mit einem Lunchpaket für den zwei bis drei Stunden langen Abstieg machten wir uns am Folgetag auf den Weg zurück zum Basislager. Dort nutzten wir die Zeit für ein alkoholfreies Zitronen-Malzbier, bis unser Gepäck in die Jeeps verladen war und wir zum Startpunkt zurückfahren konnten. Nach Teheran ging es dann mit dem Luxus-Bus, da war auch der Feierabendverkehr erträglich. Am nächsten Tag sind wir dann durch Teheran geschlendert und haben den Golestanpalast mit seinen vielen imposanten Räumen besichtigt. Auf dem Basar, den wir uns anschauen wollten, wurde eine Zeremonie des Ashura-Festes abgehalten. Tee, Kekse und Wassermelone wurde uns abwechselnd mit einem Lächeln im Gesicht und dem schon fast traditionellen „Welcome to Iran“ gereicht. Weiter ging es ins Nationalmuseum und auf den Tajrish-Basar, auf dem wir noch ein paar letzte Souvenirs einkauften, bevor es zum letzten gemeinsamen Abendessen ging. Es wurde eine landestypische Schmorfleischsuppe mit dem Namen Abgusht serviert. Das war der perfekte genussvolle Ausklang unserer gelungenen Expedition.

  • Damavand mit Mohnblüte
  • Die Mulies gönnen sich noch eine Pause bevor es losgeht
  • Köstliche Fleischspieße vom Grill

Einmal Damavand und zurück

Damavand-Reiseteilnehmer | 06.08.2019

In den Iran aufzubrechen hat im Vorfeld Kopfschütteln und Unverständnis hervorgerufen. Dazu zu einem Zeitpunkt, in dem täglich in den Medien über den Iran-USA Konflikt zu lesen ist. Doch wenn schon Abenteuer, dann richtig und ich nehme vorweg, ich habe es nicht eine Stunde bereut. Die Anreise erfolgt über Istanbul nach Teheran. Noch im Anflug auf die Iranische Hauptstadt legen alle Frauen leichte Mäntel, lange Blusen und Kopftücher an. Hauptsache Arme, Beine sowie der Po sind bedeckt. Dazu ein leger um den Kopf geschlungenes Kopftuch oder ein Schal – fertig ist die gewünschte Bekleidung. Im Hochlager über 4000 m interessiert die Kleiderordnung dann keinen mehr. Nach dem technisch einfachen Akklimatisationsberg Koloun Bastak auf 4150 m hat man schon einen kleinen Vorgeschmack auf die recht trockene Region bekommen und konnte Zelt, Isomatte und Schlafsack testen sowie sich mit den hygienischen Gegebenheiten anfreunden. Eine Klopapierrolle und Feuchttücher sollten unbedingt ins Gepäck! Die Iraner sind ein sehr gastfreundliches Volk, freundlich, bemüht und scheinen sich ehrlich über die Gäste aus Deutschland zu freuen. Spontan entstehen auf offener Straße bei einem kühlen Glas Wasser Gespräche. Mit Englisch kommt man gut voran. Wenn wir schon bei den Annehmlichkeiten sind, das vielfältige Essen und die Vielzahl der alkoholfreien Biere ist nicht zu verachten. Und wo gibt es im Hochsommer frische Kokosmakronen? Beim iranischen Bäcker an der Straße!

Das Bergabenteuer beginnt im Bergdorf Poloor und einem Besuch im Bergsteigerzentrum. Ab hier geht es teils off-road mit Allradfahrzeugen ins Basislager auf 3000 m. Die viel fotografierte Moschee thront mittig, Ziegen springen umher, dazwischen Mulis, die auch unser Gepäck ins Hochlager schleppen werden. Und gleich dahinter der Damavand in voller Pracht. Wer sich noch auf einen Akklimatisationsspaziergang rund 500 m höher aufmacht, sollte die Kamera nicht vergessen. Ein zweites Motiv rückt in den Vordergrund, die Mohnblüte mit Damavand. Leider bleiben wir nur eine Nacht. Packen am Morgen rasch alles zusammen und machen uns gemütlich und nur mit leichtem Tagesrucksack zu Fuß auf ins Hochlager. Dort angekommen überrascht die Größe des Lagers. Wir beziehen unsere Zelte mit bereits vorbereiteten Matten und Kissen für die nächsten drei Nächte und stürmen unser Essenszelt. Auch eine massiv gebaute Hütte samt WC-Haus mit mehreren Kabinen ist oben. Alles in allem recht komfortabel. Allerdings sind unsere Zelte maximal weit entfernt. Rund 15 Minuten Fußweg und 50 Höhenmeter Fußmarsch muss man im unwegsamen Gelände für einen Toilettengang auf sich nehmen. Abenteuerlich bei Nacht mit Stirnlampe. Doch was tut man nicht alles für die Akklimatisation, die wir am Folgetag noch weiter vertiefen. In der zweiten Nacht funktioniert es mit der Nachtruhe besser und nach dem frühen Frühstück heißt es: Damavand wir kommen. Über Stunden arbeiten wir uns, motiviert bis in die Stockspitzen, immer weiter nach oben. Passieren bald den Eiswasserfall auf 5000 m Höhe und bekommen eine erste Spur Schwefel in die Nase. Das Wetter schlägt um, es graupelt ein wenig. Oben begrüßt uns der aktive Vulkan bei drehendem Wind mit ordentlichen Ladungen gelbem Schwefel. Es stinkt so sehr, dass wir husten müssen, kaum Luft bekommen. Schnell ein Gipfelfoto und wieder ein Stück herunter. Alles um dem bestialischen Gestank zu entkommen, den im Übrigen auch kein Buff über Mund und Nase abhält. Wieder im Hochcamp genießen wir eine warme Suppe, später ein ordentliches Essen und trollen uns hundemüde in die Zelte. Schon am nächsten Morgen heißt es wieder packen, auf die Mulis verladen und in den heißen Sommer ins Tal absteigen.

Nach dem Transfer ins Stadthotel warten eine ausgiebige Dusche, ein eigenes WC und frische Kleider. So kann es, auf unseren Wunsch über die Vorortagentur organisiert, direkt ins Teheraner Nachtleben gehen. Wir feiern bis spät in die Nacht mit Tee, Alkohol ist streng verboten. Bevor es wieder in die Heimat geht, genießen wir bei einer ganztägigen Stadtbesichtigung die Hitze und Hauptsehenswürdigkeiten Teherans. Schießen Unmengen an Fotos, schlemmen und nutzen die Basare um letzte Mitbringsel einzukaufen. Dabei ist auch Tee mit Safran mitsamt den liebgewonnen Kandis-Safran-Stäbchen. Der Iran ist unbedingt eine Reise wert. Wir haben das Land, seine Menschen und ihre fast grenzenlose Gastfreundschaft auf sehr positive Weise kennengelernt und den Aufenthalt genossen.

  • Golestan-Palast – Regierungspalast der Kadscharen in Teheran
  • Damavand
  • Träger
  • Trekking zum Damavand
  • Zwischenlager Damavand
  • Blick zum Damavand
  • Vorbereitungen laufen
  • Wegweiser zum Basislager Damavand Gousfandsarai
  • Gipfel Damavand
  • Fußmarsch Damavand
  • Sonnenuntergang hinter den Bergen (Expedition Damavand)
  • wohlverdiente Pause (Expedition Damavand)
  • Gruppenbild (Expedition Damavand)
  • Blick ins Tal (Expedition Damavand)
  • Hinweisschild (Expedition Damavand)
  • Moschee Imamzadeh Saleh, Teheran
  • Basar (Bazar) Teheran
  • Trockenfrüchte Basar in Teheran
  • Zwischenrast (Expedition Damavand)
  • Gruppenbild Damavand 2018 Gipfel
  • Vulkandämpfe steigen aus den Kraterspalten (Expedition Damavand)
  • (Expedition Damavand) – Gipfelaufstieg
  • (Expedition Damavand) Schild
  • Aussicht ins Wolkenmeer (Expedition Damavand)

Iran – Ein Land voller Überraschungen

Andreas Höninger | 20.09.2018

Wenn man an den Iran denkt schwingen sofort die Bilder mit, die man gemeinhin von den Medien vermittelt bekommt. Wenn man in den Iran fährt, bekommt man ein eigenes, anderes Bild von einem Land, das in jeder Hinsicht voller Überraschungen ist. Wir durften das auf unserer Reise hautnah erfahren.

11 Teilnehmer hatten sich entschlossen dieses Land etwas näher kennenzulernen und dabei den Vulkan Damavand mit 5671m, der höchste Berg Irans, zu besteigen. Bevor es losgeht begrüßen wir unsere Guides Mina, Farhad und Mehte, die uns für die kommenden Reisetage begleiten werden. Wir wühlen uns mit dem Bus durch die Million Metropole Teheran. Der Verkehr und die Fahrkünste der Iraner sind wirklich beindruckend. Gleich am Stadtrand ziehen die Berge des Elburs Gebirges bis in Höhen von über 4000Meter hinauf. Der Bus schaukelt uns in gemütlichen Tempo auf einen Pass in der Nähe des Skiortes Shemshak. Das heutige Ziel ist das Camp, das wir am Fuße des Koloun Bastaks auf ca.3500m Höhe aufschlagen. Aber dorthin müssen wir noch ein kleines Stückchen zu Fuß gehen. Unterbrochen von gelegentlichen Fotopausen mit Iranern, die so offenherzig sind, dass auch wir diese Pausen immer ausgiebig genießen. Ein kleines Pläuschchen geht immer. Meist laufen aber die Gespräche aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nach folgendem Schema ab. Where are you from? …..Ah, Germany… I like Germany. WELCOME TO IRAN…..Have a good day!

Das Lager am Koloun Bastak ist schön auf einer Terasse gelegen mit offenen Blick über die weite Berglandschaft. Ein idealer Ort, um die prächtigen Sonnenuntergänge zu genießen. Am nächsten Morgen ist es dann soweit. Nicht nur wir sondern auch temperamentvolle iranische Bergsteiger brechen auf, um den Koloun Basak zu besteigen. Der Weg ist nicht schwierig aber man merkt schon die in dieser Höhe dünnere Luft. Wir nehmen uns Zeit, gehen langsam und genießen das sonnige und warme Wetter. Nach knapp 4 Stunden haben wir es geschafft. Wir stehen auf unserem ersten iranischen Gipfel und genießen die tolle Aussicht. Auch der Damavand zeigt sich schon in einiger Entfernung. Nach ausgiebiger Gipfelrast geht es wieder relativ zügig bergab ins Camp wo Farhad schon mit einer deftigen Suppe und kalten Erfrischungsgetränken auf uns wartet.

Am nächsten Morgen brechen wir unser Lager ab und machen uns auf den Weg zu unserem Expeditionsziel, dem Vulkan Damavand. In Poloor, einem netten Bergsteigerdorf in der Nähe des Berges erledigen wir noch schnell die Permit-Formalitäten, machen uns ein wenig frisch und starten gleich durch mit unseren schwer beladenen 3 Jeeps über ruppige Offroadpisten nach Gousfandsarai dem eigentlichen Startpunkt für die 4 tägige Damavandbesteigung. In Gousfandsarai schlagen wir unser Zeltlager auf. Der nächste Morgen überrascht uns mit strahlendem Sonnenschein und dem Ruf des Muezzin zum Morgengebet. Die Kuppeln der kleinen Moschee Gousfandsarai heben sich goldglänzend von den gegenüberliegenden Bergrücken ab. Hirten treiben Ihre Herden auf höher gelegene fruchtbare Hänge und im Lager herrscht reges Treiben. Gepäck wird von den Jeeps geladen, Mulis werden organisiert und bepackt, Frühstück wird vorbereitet und Bergsteiger machen sich bereit für den nicht schwierigen aber doch langen Aufstieg zum Lager 3, der Hütte Bargah Sewom auf 4150m gelegen.

Der Gipfeltag rückt näher. Wir nutzen die Zeit im Lager 3 mit kleinen Akklimatisationstouren, essen ausgiebig, erholen uns in unseren Zelten oder genießen auf der „Aussichsterasse“ unseres Camps den Ausblick auf unser Gipfelziel. Für morgen ist die Wettervorhersage für unseren Gipfeltag gut. Wir besprechen die Strategie für den Aufstieg und verschwinden bald in unsere Schlafsäcke.

Fünf Uhr, noch dunkel aber nicht kalt. Nach kurzem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Unsere Guides Mina und Farhad gehen in langsamen Tempo voraus. Wir beobachten die Stirnlampenkegel der anderen Bergsteiger über und unter uns. Mehrere Gruppen sind am Berg unterwegs. Die erste kurze Rast legen wir nach gut einer Stunde ein, kurz etwas trinken, ein Riegel und weitergeht es. Die Sonne hat sich mittlerweile über die Hänge des Damavand geschoben. Der Berg wirft einen kegelförmigen Schatten in Richtung Teheran. Die Sonne beginnt Ihre wärmende Kraft auf die Hänge auszubreiten und wir arbeiten uns in gleichmäßigem Schritt immer weiter nach oben. Auf 5400m merken wir, dass wir einen Vulkan besteigen der noch postaktiv ist. Es riecht nach Schwefel, aus zahllosen Spalten im Untergrund steigt fauliger Dampf auf, der die letzten Meter zum Gipfel nicht unbedingt leichter macht. 5671 Meter. Wir haben es geschafft. Die Gruppe steht auf dem höchsten Berg Irans, dem Damavand. Die Freude ist groß. Wir beglückwünschen uns und andere Bergsteiger, schießen Fotos und genießen in vollen Zügen unseren Gipfelerfolg. Was für ein Wetter, kaum Wind, Temperaturen, die dazu verleiten länger zu bleiben und eine 360Grad Aussicht auf die umliegenden Berge, die alle mindestens 1000Meter niedriger sind als wir. Obwohl wir uns davon nur schwer trennen können, müssen wir auch wieder an den Abstieg denken. Im Lager angekommen sind wir müde aber glücklich. Wir freuen uns über das gute Gelingen und über ein wohlverdientes alkoholfreies Zitronenbier mit dem wir auf unseren Erfolg anstoßen.

Die Rückfahrt nach Teheran verläuft problemlos und schneller als gedacht. Unterwegs haben wir uns von unseren Guides mit einer kleinen Abschiedsfeier bedankt. Ein toller Job. Herzlichen Dank an Mina, Farhad und Mehte.

Am letzten Tag tauchen wir wieder frisch gestärkt in das Leben der pulsierenden Metropole Teheran ein. Wir erleben Orient pur auf einem der größten Bazare der Welt. Der Golestan Palast, Moscheen und weiter historische Highlights zeugen von einer prachtvollen persischen Geschichte durch die uns unsere deutschsprachige Führerin Setarey begleitet. Wir erfahren auch einiges über die Lebensgewohnheiten der Iraner. Der Tag und unsere wunderbare Reise enden mit einem typisch persischen Abschiedsessen. Schade, aber die Zeit verging viel zu schnell und wir würden gerne noch länger in diesem beeindruckenden Land mit seinen warmherzigen Menschen bleiben. Aber vielleicht kommen wir ja wieder!

  • Blick zum Damavand (5761 m)
  • Zeltlager am Koloun Bastak
  • Der Aufstieg zum Gipfel des Koloun Bastak
  • Die lokale Reiseleiterin Leila kümmert hervorragend um alle Bergsteiger.
  • Bergführer Reza überrascht noch mit ganz anderen Talenten!
  • Farbenprächtiger Sonnenuntergang am Koloun Bastak
  • Blick zum Bergdorf Poloor und dem Gipfel des Damavand
  • Poloor ist ein echter Bergsteigerort.
  • Zu Fuß geht's hinauf ins Hochlager des Damavand
  • Dank der Lasttiere geht es mit nur leichtem Gepäck ins Hochlager des Damavand.
  • Gut gelaunt am Berg: Expeditionsleiterin Marianne Nimsch.
  • Das Hochlager am Damavand, Bargah Sewom.
  • Über dem Hochlager steilt sich der Gipfel des Damavand auf.
  • Der Damavand ist ein aktiver Vulkan und häufig ziehen Schwefeldämpfe über den Gipfel.
  • Geschafft! Auf dem Gipfel des Damavand!
  • Abstieg vom Damavand mit Fernblick.
  • Abstieg Damavand – Maultiertreiber.
  • Das Betreuerteam am Damavand: Leila, Marianne, Modji und Reza.
  • Der Golestan-Palast in Teheran gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.
  • Der Golestan-Palast war Sitz der persischen Herrscher.
  • Munteres Treiben im Bazar von Teheran.
  • Leckereien im Bazar von Teheran.
  • Blick vom Fernsehturm über Teheran.

Iran – Auf Persiens höchsten Gipfel – Damavand 2016

Marianne Nimsch | 16.09.2016

Im August 2016 leitete ich unsere Expeditionsgruppe zum Damavand, dem mit 5671 m höchsten Gipfel des Iran.

Mit zwölf gut gelaunten Teilnehmern lande ich in den frühen Morgenstunden in der Hauptstadt des Landes, Teheran. Sofort geht es an’s Bergsteigen: Unser Akklimatisierungsgipfel soll der 4150 m hohe Koloun Bastak werden, der nordwestlich von Teheran im Elburs-Gebirge steht. Dort übernachtet man in einem Zeltlager schon auf 3300 m, so dass es am nächsten Tag in nur etwa drei Stunden bei bestem Sonnenschein auf den ersten Gipfel gehen kann! Da der Freitag im Iran unserem Sonntag entspricht, haben viele Leute frei und sind in den Bergen unterwegs – ein sehr freundliches Völkchen! Alle wollen mit uns gemeinsam Fotos machen und freuen sich über die Gäste aus dem fernen Deutschland. Zurück im Zeltlager freuen auch wir uns, allerdings über frisch aufgeschnittene Melone, die unsere „gute Seele“ Leila schon für alle vorbereitet hat.

Am nächsten Tag fahren wir nach Osten, in den kleinen Ort Poloor, der Ausgangspunkt für die meisten Touren zum Damavand ist und ein Treff für die iranische Bergsteigerszene. Wir dürfen in der Hütte des Bergvereins übernachten und am nächsten Morgen geht es mit Jeeps zum Basislager des Damavand, nach Gousfandsarai, wo eine kleine Moschee mit ihrer goldenen Kuppel im Morgenlicht strahlt. Dort wird das große Gepäck auf Maultiere verladen, so dass wir zum Hochlager Bargah Sewom auf 4200 m wahrlich nicht viel zu schleppen haben… Auf einfachen Pfaden, dann und wann durch’s Geröll, steigt man binnen vier Stunden hinauf. Im Lager gibt es breite Terrassen für Zelte, es ist aber auch möglich, in der festen Hütte des Bergverbandes zu schlafen. Zumindest mit genügend Watte in den Ohren…! Nach einem kräftigen Abendessen mit leckerer Pasta und einem abschließenden Briefing für den Gipfeltag kriechen alle beizeiten in die Schlafsäcke.

Um vier in der Früh ist die Nacht zu Ende, es geht los! Nach einem kurzen Frühstück beginnen wir 5 Uhr mit dem Aufstieg, der immer einem runden Grat folgt. Mit zunehmender Höhe merkt man, dass die Luft dünner wird. Dazu gesellt sich ein merkwürdig fauliger Geruch, denn der Damavand ist ein aktiver Vulkan und aus so einigen Löchern im Boden strömt etwas Schwefelgas. Nach sechs Stunden ist es geschafft und wir stehen auf dem mit 5671 m höchsten Punkt des Iran! Bei herrlichem Wetter reicht der Blick vom Kaspischen Meer im Norden bis zur Smog-Glocke Teheran im Südwesten. Der Abstieg forderte noch einmal viel Ausdauer. Im Hochlager wartete Leila mit einer heißen Suppe – und einem Malzbier (in der islamischen Republik Iran selbstverständlich alkoholfreies), mit dem wir auf den Gipfelerfolg anstoßen.

Zurück in Teheran erleben wir an einem Tag die faszinierende Kultur des Orients mit dem Golestan-Palast, dem Nationalmuseum und dem quirligen Bazar. Manche der Teilnehmer bleiben deshalb noch länger im Land und schauen sich die kulturellen Höhepunkte Shiraz, Isfahan und das legendäre Persepolis an. Für uns heißt es jedoch, Abschied zu nehmen: Es war eine sehr erfolgreiche Expedition mit einer tollen Gruppe!

    Iran – Damavand Expedition

    Lutz Günther | 03.03.2009

    14 Tage Bergexpedition Damavand (5671 m) vom 30.08. – 13.09.2008

    Als wir am Morgen des 14. September 2006 auf dem 5.167 m hohen Ararat standen und im Osten auf das von einer geschlossenen Wolkendecke verborgene Persien blickten, war der Keim für ein neues Bergabenteuer gelegt. Denn irgendwo dort weit im Osten musste ein noch höherer Berg, als der auf dem wir standen, aus dem Wolkenmeer ragen – der 5.671 m hohe Damavand (persisch, der frostige Berg).

    Zwei Jahre später am 30. August starteten wir, die Mitglieder des Bischofswerdaer Klettervereins KC Pilztürmer 57 Ines Johne, Ilonka und Ralf Kluge, Kristina Schultze, Uwe Borisch, Steffen Knorre, Lutz Günther zusammen mit den zwei Bergfreunden Ellen Götz und Andreas Häsni zu einer Expedition zum Vulkan Damavand in den Iran, wie seit 1936 Persien genannt wird.

    Die Bergfahrt hatten wir mit Hilfe einer Bergsport-Reiseagentur organisiert und so waren alle notwendigen Formalitäten mit den iranischen Behörden geklärt und uns standen einheimische Bergführer zur Seite. Die Restriktionen der schiitischen Mullahs wie das Tragen des Kopftuches galt auch für unsere weiblichen Reisemitglieder und durch das Alkoholverbot lernten wir die unglaubliche Vielfalt der Geschmacksmöglichkeiten von alkoholfreiem Bier, wie Zitrone, Erdbeere, Ananas, Granatapfel u.s.w kennen.

    Über eine gut ausgebaute aber kurvenreiche Gebirgstraße fuhren wir in das Alborz-Gebirge. Zunächst über Asphalt, später auf einer erdigen Piste erreichten wir gut durchgeschüttelt die Moschee Gusfandsara auf 2950m Höhe unser Lager 1.

    Nach einem Tag Akklimatisierung nach dem Motto „go high – sleep down“ ging es dann weiter aufwärts zum Lager 2, welches auf 4.150 m Höhe liegt. Vor wenigen Tagen fand hier das Rohbaufest der neuen Berghütte statt, welche das alte, kleine, bunkerförmige Gebäude ablösen soll. Auf ideal eingeebneten Terrassen bauten wir unsere Zelte auf. Die neusten Informationen zur Wetterlage deuteten eine Verschlechterung in den nächsten Tagen an.

    Also wagten wir ohne weitere Akklimatisierung am nächsten Tag den Aufstieg (04.09.2008). 1.500 Höhenmeter stapften wir über Schutthänge und Felsrippen aufwärts. Über 5.000 m verschlechterte sich das Wetter und damit auch die Sicht. Und je weiter wir hinaufkamen, erreichten uns immer mehr Schwefelwolken. Einmal stand ich genau in so einer Schwade und glaubte ersticken zu müssen. Im dichter werdenden Schneetreiben erreichten wir endlich nach 6 Stunden Aufstieg den höchsten Punkt des Kraterrandes. Ein Aufreissen der Wolkendecke erlaubte uns nur einen kurzen Blick in den Schnee bedeckten Krater. Das ungemütliche Wetter hatte sich inzwischen zu einem Schneegewitter entwickelt und unser Abstieg wurde zu einer dramatischen Flucht. Wir drückten uns flach in den Schnee und rannten nach den Blitzentladungen weiter abwärts. Dieses Abenteuer endete außer einer schmerzhaften Kopfverletzung und dem anschliessenden Verletztentransport zum Glück für alle glimpflich.

    Die anschliessende Kulturreise brachte uns diese so fremde und unbekannte Welt der schiitischen islamischen Republik und die Jahrhunderte alte Kultur Persiens etwas näher. Wir besuchten die Rosenstadt Shiraz, das schöne Isfahan, die heilige Stadt Quom und viele Moscheen, Basare, Paläste, Zitadellen, Mausoleen und zoastrische Feuertempel, welche die verschiedensten Völker und Dynastien, wie Achämeniden, Parther, Sassaniden, Araber, Seldschuken, Mongolen, Timuriden, Safaviden, Qajaren, hinterließen.

    Besonders beeindruckend für mich war der Besuch des gigantischen Ruinenareals von Persepolis – eine der drei Hauptstädte des alten Achämenidenreiches und das Kennenlernen einer aktiven zoastrischen Religionsgemeinde.

      Iran – Bergexpedition zum Damavand (5671 m)

      Ines Lukoschat | 10.12.2008

      10 Tage Bergexpedition vom 01.08. – 10.08.2008

      Anfang August brach ein bunt gemischtes Team aus erfahrenen Bergsteigern, Alpenkennern und 5000-er Neulingen auf, den Damavand, den höchsten Berg Persiens zu besteigen.

      Von Teheran bricht man zunächst auf zu einem kurzen Vortrekking in die Hausberge der Riesenmetropole und erklimmt dort den ersten Gipfel, den 3960m hohen Touchal. Gut eingelaufen und akklimatisiert geht es anschließend per Bus direkt weiter zu den südlichen Ausläufern des Damavand. Mulis übernehmen den Gepäcktransport und sorgen somit für ein unbeschwertes Aufsteigen bis zum Ausgangscamp. Dieses ist terrassenförmig angelegt und bietet neben schönen Aussichten auch Gelegenheit zu interessanten Begegnungen mit Bergsteigern aus aller Welt.

      Der Gipfelaufstieg beginnt am frühen Morgen. In Serpentinen führt der Weg meist unschwierig über Geröll und Sand. Im oberen Teil des Berges braucht man eine geruchsunempfindlich Nase, denn verstärkt riecht es nun nach Schwefelgasen, die aus kleinen gelben Löchern austreten. Oben angekommen, eröffnet sich der Blick in den Krater und das Umland, Rauchschwaden ziehen vorüber und verleihen dem Gipfel eine eigene Stimmung.

      Aber verschaffen Sie sich selbst einen kleinen Eindruck von diesem Berg!

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