window.dataLayer = window.dataLayer || []; function gtag(){dataLayer.push(arguments);} gtag('js', new Date()); gtag('config', 'UA-120511641-20');
Termine2019-08-26T12:19:05+01:00

Goroka und Kalam – Festivals der Kulturen

Papua-Neuguinea

Faszinierende Ethnien: weltbekannte Goroka-Show & Kalam-Fest abseits der Wege mit Rafael Sola Ferrer

Neu
Unser Topangebot

9420 EUR

  • Inklusive Flüge
  • Min. 8 Teilnehmer
  • 20 Tage
  • Schwierigkeit:
  • Veranstallter:

Sie haben Fragen?

Rufen Sie uns an:
+49 341-48736670
Oder Schreiben Sie uns eine Nachricht:
Vielen Dank für Ihre Nachricht!

Termine & Preise

Bitte wählen Sie Ihre Wunschreise aus

vonbisPreis p.P.weitere Informationen
B 07.09.2021 26.09.20219420 EUR D
Buchen

Informationen zu Ihrer Reise

Allein der Landesname weckt den Entdeckergeist, denn eine Tour nach Papua-Neuguinea ist etwas Einzigartiges. Die Unwägbarkeiten des Reiseziels, teils schroffe Landschaften und die Andersartigkeit der Lebensweise versprechen unvergessliche Eindrücke.

Treffen der Kulturen: Goroka-Show und Kalam-Festival

Das Herz einer jeden Neuguineareise ist das Kulturerlebnis, welches Sie auf dieser Tour intensiv erfahren. Sie besuchen neben dem berühmten Goroka-Festival auch jenes im entlegenen Simbai. Entdecken Sie diese bunten und berauschenden Feste mit unzähligen Teilnehmern, bevor Sie ins wilde Gebiet des Sepik vordringen. Tauchen Sie ein in die endlosen Weiten der gewaltigen Flussebene, mit ihren mäandernden Strömen, urtümlichen Fischerdörfern und einzigartigen Kulturen.

Nicht für jedermann: Abenteuer pur!

Aber Achtung, eine Reise nach Neuguinea ist nicht nur aufgrund der kulturellen Unterschiede eine Herausforderung: Die Fahrten sind teils beschwerlich, Verzögerungen de facto vorprogrammiert und die meisten Unterkünfte einfach. Wer sich darauf einlässt, begibt sich auf eine der wohl abenteuerlichsten Reisen, die heute so noch möglich ist. Wild, bunt und ehrlich ist die Devise – eine Sondertour weit abseits der Wege!

Höhepunkte

  • Weltbekannt: Goroka-Show mit tausenden Tänzern
  • Geheimtipp: Kalam-Festival im entlegenen Simbai
  • Überlandfahrt durch das Hochland Neuguineas
  • Krokodilmannkult und Wildnis pur in der Sepik-Ebene
  • Einfaches Leben der Papua: Übernachtungen in Dörfern

Das Besondere dieser Reise

  • Tänze, Krieger, Lebensfreude: Zwei Festivals in einer Reise
  • Traditionelles Südsee-Festmahl aus dem typischen Erdofen

Verlauf Ihrer Reise

1. Tag: Anreise

Flug nach Singapur.

2. Tag: Singapur – Port Moresby

Ankunft in der Löwenstadt Singapur, von wo Sie weiter nach Port Moresby fliegen.

3. Tag: Port Moresby – Goroka 1×(F/M/A)

Am frühen Morgen Ankunft in der Hauptstadt des Landes: Port Moresby. Hier befindet sich das Handelszentrum des Landes und bietet entsprechend eine etwas eigenwillige Mischung aus verstaubten Glasfassaden, zahlreichen Glücksrittern und typisch städtischem Verkehrschaos. Aus diesen Gründen reisen Sie direkt weiter mit einem Anschlussflug zu Ihrem ersten Ziel: Goroka. Es bleibt Zeit, sich von der Anreise zu erholen oder einen ersten Ausflug in die Stadt zu unternehmen. Übernachtung im einfachen Hotel.

4. Tag: Goroka 1×(F/M (LB)/A)

Sie erkunden die Gegend um Goroka. Genießen Sie das angenehme Hochlandklima und die Szenerie einer Stadt, welche nur schwer mit den unsrigen verglichen werden kann. Nach dem Besuch einer Kaffeerösterei erwartet Sie ein erster kultureller Höhepunkt – das Dorf der Asaro, der „Lehmmenschen“. Aber dies ist nur ein Vorgeschmack auf das Feuerwerk der Kulturen, welches Sie in den kommenden Tagen erwartet. Übernachtung wie am Vortag. (Fahrzeit ca. 2h).

5. Tag: Goroka-Festival 1×(F/M/A)

Sie erleben das einzigartige Goroka-Festival, ein Treffen der Hochlandbewohner sondersgleichen. Tauchen Sie ein in ein rauschendes Fest mit über 2000 Teilnehmern, traditionellen Tänzen, atemberaubenden Kampfspielen und eindringlichen Gesängen. Der Festplatz erbebt, wenn sich hunderte buntgeschmückte Krieger gleichzeitig zum Rhythmus der Trommeln bewegen. Die sagenumwobenen Traditionen Neuguineas werden hier lebendig. Gleichzeitig bieten die vielfältigen Kostüme aus Paradiesvogelfedern, Schweinerippen und Muschelketten Fotomotive en masse. Die Goroka-Show mit etwa 120 Ethnien, Stämmen und Clans gilt als größter „Sing Sing“ Papua-Neuguineas. Übernachtungen wie am Vortag.

6. Tag: Goroka-Festival – Kagai 1×(F/M (LB)/A)

Den Vormittag verbringen Sie auf dem Goroka-Festival. Am Nachmittag Fahrt in die Provinz Simbu. Die Fahrt bietet schöne Ausblicke auf die Bergketten des zentralen Hochlands. Sie erreichen das Dorf Kagai. Übernachtung im einfachen Gästehaus. (Fahrzeit ca. 3h).

7. Tag: Kagai – Mount Hagen 1×(F/M/A)

Heute erkunden Sie das Dorf Kagai und seine Umgebung bevor Sie sich auf den Weg nach Mount Hagen machen. Unterwegs genießen Sie die fantastische Aussicht und halten an dem ein oder anderen lokalen Markt. Übernachtung im einfachen Hotel. (Fahrzeit ca. 4h).

8. Tag: Mount Hagen – Simbai – Kalam Festival 1×(F/M/A)

Ein kurzer Charterflug (20 min) bringt Sie nach Simbai, in eine sehr abgelegene Gegend welche nur selten von Ausländern besucht wird. Die Kalam-Kultur ist noch sehr ursprünglich und authentisch. Hier erwartet Sie das Kalam-Festival, ein Initiationsritus bei dem die Jungen zu Männern werden. Zur Vorbereitung müssen die Jungen eine Woche in einer rituellen Hütte verweilen. Das Festival begleitet die letzten 3 Tage der Zeremonie. Sehr einfache Übernachtung im Homestay. (Gehzeit ca. 30min).

9.-10. Tag: Kalam-Festival 2×(F/M/A)

Diese beiden Tage sind dem Kalam-Festival gewidmet und werden genutzt, um die Kalam-Kultur zu feiern. Sie werden Sie Zeuge der Initiation, der Tötung von Schweinen und der Brautpreiszeremonien. Sie lernen das Dorf und seine Umgebung kennen und erfahren viel über die Kalam-Kultur und das Alltagsleben der Dorfbewohner. Übernachtungen wie am Vortag.

11. Tag: Simbai – Mount Hagen 1×(F/M/A)

Mit all den Eindrücken der vergangenen Tage begeben Sie sich auf die Rückreise in die Zivilisation. Sie nehmen Abschied von der Dorfgemeinschaft und ein kurzer Charterflug bringt Sie zurück nach Mount Hagen. Der Flug hängt vom Wetter und dem Zeitplan des Piloten ab und es ist schwierig, eine genaue Abflugzeit vorauszusagen. Mount Hagen gilt als Zentrum des Hochlandes. Doch nach den urtümlichen und eindringlichen Erlebnissen der vergangenen Tage fühlt man sich zunächst etwas fremd in der Stadt. Übernachtung im einfachen Hotel. (Gehzeit ca. 30min).

12. Tag: Mount Hagen – Kumul 1×(F/M/A)

Es erwartet Sie eine kurzweilige Fahrt durch die malerische Landschaft des Hochlandes, bis zur Kumul Lodge in der Nähe des Mount Hagen. Die sich wunderschön in die Natur einfügende Lodge ist ein idealer Standort zur Vogelbeobachtung. Die Familie der Paradiesvögel ist auf den Molukken, in Nordaustralien, vor allem aber auf der Insel Neuguinea beheimatet. Die mit einem auffälligen Federkleid geschmückten Tiere sind dabei nicht nur für Vogelliebhaber interessant. Die Federn spielen auch als Schmuckstücke eine wichtige Rolle im Leben der Papua. Übernachtung in der Kumul Lodge. (Fahrzeit ca. 1,5h).

13. Tag: Kumul – Alkeana 1×(F/M/A)

Sie beginnen den Tag mit einem Besuch in einem wunderschönen Orchideengarten im Regenwald und fahren anschließend mit dem Bus nach Alkeana, einem Dorf in der Nähe von Tambul. Übernachtung im einfachen Gästehaus. (Fahrzeit ca. 2h).

14. Tag: Alkeana Sing-Sing – Mount Hagen 1×(F/M/A)

Am Vormittag erleben Sie die Dorfbewohner in ihrer traditionellen Festkleidung welche als eine der prächtigsten im ganzen Land bekannt ist. Nach rituellen Tänzen und dem singsing erwartet Sie Ihr Mittagessen. Anschließend Busfahrt zurück nach Mount Hagen. Übernachtung im einfachen Hotel. (Fahrzeit ca. 2h).

15. Tag: Mount Hagen – Wewak – Sepik-Ebene 1×(F/M/A)

Frühmorgens Flug nach Wewak. Die gewaltige Sepik-Ebene erwartet Sie. Einbäume und motorisierte Kanus sind die Hauptfortbewegungsmittel der Region und stellen für viele Dörfer den einzig möglichen Zugang zur modernen Zivilisation, Städten und Märkten dar. Aufgrund hoher Treibstoffkosten beschränkt sich der Flusstransport jedoch auf größere Sammeltaxis und Händler, sodass ein Großteil der Bevölkerung des Sepik weiterhin sehr naturnah und traditionell lebt. Mit einem motorisierten Kanu fahren Sie flussaufwärts und steuern das Dorf Kanganamun an, in welchem Sie mit etwas Glück Vertretern der berühmten Krokodilmänner begegnen werden. Die mit einem Narbenmuster in Krokodilform geschmückten Papua sind hoch angesehene Mitglieder der Gesellschaft und symbolisieren die besondere Beziehung der Uferbewohner zur Geisterwelt des Sepik. Übernachtung im Dorf in einfacher Hütte. (Fahrzeit ca. 4h, Motorkanu ca. 2h).

16. Tag: Sepik-Ebene 1×(F/M/A)

Der Tag steht im Zeichen der Erkundung des Lebens am Sepik. Vielleicht lernen Sie von den Dorfbewohnern mehr über die Gewinnung des Stärkemehls aus Sagopalmen und über das Fischen am Fluss. Sie besuchen kunstvolle Tanzvorführungen in den Dörfern der Region. Filigrane Schnitzereien, aufwendiger Körperschmuck und prachtvolle Geisterhäuser begleiten Ihren Weg durch das verzweigte Labyrinth der Flussarme. Wenn sich dann abends die Sonne hinter das Prinz-Alexander-Gebirge senkt, graue Rauchschwaden aus dem grünen Blätterdach des Urwalds steigen und Nashornvögel mit ihrem tiefen Schrei den Abend erfüllen, wird Ihnen bewusst, wie weit Sie sich von der uns bekannten Welt entfernt haben. Übernachtung wie am Vortag.

17. Tag: Sepik-Ebene – Wewak 1×(F/M/A)

Mit dem Boot verlassen Sie heute das grüne, wilde Paradies des Sepik und fahren zurück nach Wewak. Übernachtung im Hotel. (Fahrzeit ca. 3h).

18. Tag: Wewak – Port Moresby 1×(F/M/A)

Flug nach Port Moresby. Der Rest des Tages steht Ihnen zur Freien Verfügung. Übernachtung im Hotel

19. Tag: Port Moresby – Singapur 1×F

Der Morgen steht Ihnen zur freien Verfügung. Am Nachmittag Flughafentransfer und Flug nach Singapur. Ankunft gegen Abend und Weiterflug von Singapur nach Deutschland. Bei Interesse organisieren wir für Sie einen Stop Over in Singapur.

20. Tag: Ankunft

Ankunft in Deutschland.

(F) = Frühstück, (M) = Mittagessen, (L) = Lunchpaket, (A) = Abendessen

Leistungen zu Ihrer Reise

Enthaltene Leistungen

  • Linienflug ab/an Frankfurt (weitere Abflughäfen auf Anfrage) nach Port Moresby und zurück mit Singapore Airlines und Air Niugini oder anderer Fluggesellschaft in Economy Class
  • deutsche DIAMIR-Reiseleitung
  • Inlandsflüge Port Moresby – Goroka, Mt. Hagen – Simbai – Mt. Hagen, Mount Hagen – Wewak und Wewak – Port Moresby in Economy Class
  • alle Fahrten in privaten Fahrzeugen und Booten
  • alle Eintritte laut Programm
  • 7 Ü: Hotel (einfach)
  • 3 Ü: Privatunterkunft
  • 2 Ü: Hütte
  • 1 Ü: Lodge
  • 1 Ü: Hotel
  • 1 Ü: Gästehaus im DZ
  • 1 Ü: Gästehaus
  • Mahlzeiten: 17×F, 14×M, 2×M (LB), 16×A

Nicht in den Leistungen enthalten

  • Nicht genannte Mahlzeiten und Getränke
  • optionale Ausflüge
  • Trinkgelder
  • Persönliches

Hinweise & Zusatzinformationen zu Ihrer Reise

Hinweise

Mindestteilnehmerzahl: 8, bei Nichterreichen Absage durch den Veranstalter bis 28 Tage vor Abreise möglich

Diese Reise hat Pioniercharakter. Es kann zu Programmumstellungen, Verzögerungen und/oder Routenänderungen kommen. Begegnungen mit bestimmten Volksgruppen können nicht garantiert werden.

Bitte haben Sie Verständnis, dass die auf dieser Reise beschriebenen Tierbeobachtungen nicht garantiert werden können. Es handelt sich um intensive Naturerlebnisse mit freilebenden, wilden Tieren, deren Verhalten nicht zu 100% vorhersagbar ist. Im unwahrscheinlichen Fall keiner Sichtung ist dennoch keine Reisepreis-Erstattung möglich. Wir und unsere Partner vor Ort setzen jedoch all unsere Erfahrung und Kenntnisse ein, um bestmögliche Sichtungschancen zu erreichen.

Anforderungen

Für diese Tour sind keine besonderen körperlichen Voraussetzungen erforderlich, Sie müssen sich aber auf schwül-heißes Klima und zum Teil lange Transferstrecken einstellen.

Zusatzinformationen

In weiten Teilen Papua-Neuguineas existiert nur eine einfache Infrastruktur mit teilweise unasphaltierten oder einspurigen Straßen. Bei den angegebenen Fahrtzeiten handelt es sich um Erfahrungswerte. Die tatsächliche Fahrzeit kann abweichen. Übernachtungen finden teilweise in einfachen Hütten mit Gemeinschaftsbad/Latrine, teils auch ohne Warmwasseranlagen, statt. Die Bereitschaft, sich den örtlichen Gegebenheiten anzupassen wird vorausgesetzt.

Eine Reise nach Papua-Neuguinea ist ein besonderes Erlebnis, für welches man vorbereitet sein sollte: Westliche Werte und Maßstäbe können oft nicht als Referenz dienen und verschiedene Lebensweisen und Ansichten mögen auf europäische Reisende sehr fremd wirken.

Karte Ihrer Reise

  • Während des Sing Sings
  • PNGSON_190912_4KKO_DSC04721.jpg
  • PNGSON_190912_4KKO_DSC04424.jpg
  • Portait in Papua
  • PNGSON_190912_4KKO_DSC04547.jpg
  • PNGSON_190912_4KKO_DSC04146.jpg
  • Während des Sing Sings
  • Portait in Papua
  • Portrait während eines Sing-Sings
  • Portrait während eines Sing-Sings
  • Portrait während eines Sing-Sings
  • Während des Sing Sings
  • Portrait während eines Sing-Sings
  • Portait in Papua
  • Portait in Papua
  • PNGSON_190912_4KKO_DSC04831.jpg
  • Portait in Papua
  • Portait in Papua
  • Portrait während eines Sing-Sings
  • Während des Sing Sings

„Friends meet Friends“ – Unterwegs in Papua-Neuguinea

Klaus König | 22.10.2019

„Was nach Papua-Neuguinea wollen Sie? Das liegt doch am Ende der Welt und da gibt es Kopfjäger. Passen Sie nur auf, dass Sie heil wiederkommen“, hörte ich von Leuten gutgemeint, als sie von meinen diesjährigen Reiseambitionen erfuhren. Die zweitgrößte Insel der Erde liegt natürlich nicht am Ende der Welt, sondern vor den Toren Australiens und die Kopfjägerei ist lange her. Sicher, es gibt nähere und bestimmt auch lohnende Reiseziele, aber wer wie ich gerne hautnah in unverfälschte Stammeskulturen eintauchen und fremden Ethnien auf Augenhöhe begegnen möchte, d.h. im Dorfleben mittendrin sein will, der kommt über kurz oder lang auf das Ziel Papua-Neuguinea (PNG).

Mit der Tochter zusammen suchten wir nach einer Individualreise für zwei Personen, d.h. Auto, Fahrer, Guide und wir zwei, um das Stammesfestival („Sing-Sing“) in Goroka und Kutubu zum Unabhängigkeitstag (16.09.2019) besuchen zu können. Nach mehreren Absagen war DIAMIR der einzige Reiseveranstalter, der sich auf unseren Sonderwunsch einließ und die Reise ermöglichte. Unser herzlicher Dank dafür im Nachhinein.

Und dann war es soweit. Über Singapur führte uns die Reise nach Port Moresby, der modernen, weitläufigen Hauptstadt PNGs. Wenig später landeten wir mit dem Inlandsflieger in Goroka, der auf 1546 m Höhe gelegenen Hauptstadt der Provinz Eastern Highlands. Es blieb nicht lange Zeit zum Verweilen. Denn am Tag unserer Ankunft (Freitag, 13.09.) war bereits das „Warming-up“, d.h. Aufzug und Präsentation der Kindergruppen. Da diese meist von ihren bereits bemalten und kostümierten Eltern begleitet wurden, entstand für uns schon ein großartiger Eindruck von Stammesvielfalt. Und die Kleinen zeigten im Tanz, was sie konnten und das war erstaunlich. „Kommt es morgen noch besser?“, fragte ich neugierig Stanley, unseren Guide. „Du wirst sehen, morgen vibriert der Boden.“, war seine vielsagende Antwort.

Und so kam es auch. Am Wochenende (14.-15.09.) fand das eigentliche Festival statt. Stammesgruppen aus den meisten Teilen der Insel kamen zum Singen und Tanzen zusammen. Im Laufe des Vormittags wuchs ihre Zahl zusehends, ein Areal größer als ein Fußballfeld füllte sich mit Tänzern. Mittags vibrierte tatsächlich die Erde von ihrem Stampfen und mit ihren Klängen und Gesängen versuchten sie sich gegenseitig zu überbieten. Ein Rausch der Farben, der Federn, der Kostüme tat sich vor uns auf. Wir waren überwältigt, die Kamera hatte Hochbetrieb. Wir beide waren mittendrin, so wie wir es zu Hause erhofft hatten – unser Wunschtraum hatte begonnen.

Neben verschiedenen eher kriegerisch anmutenden Stammestänzen fiel uns vor allem ein kurioser Sitztanz auf, der von verschiedenen Gruppen gezeigt wurde. Wir nannten ihn „Head-Shaking-Dance“, denn die Tänzer schütteln dabei mit enormer Geschwindigkeit ihren Kopf. Er wird von Männern und Frauen gemischt getanzt, die sich zwischen der Kopfschüttelei schnell an Schultern, Hüfte und Wangen berühren – und das ist das Ziel. Stanley erklärte uns, dass dies ein Tanz für noch nicht verheiratete junge Leute ist, die sich dabei näher kommen. Das rasante Kopfschütteln scheint also nur Ablenkung zu sein.

Der Beliebtheit und dem Beifall nach nicht zu überhören war die „String Band“. Aus einer Art liegenden Bambusorgel holten die Jungs mit Flip-Flops Töne hervor, die mit Gitarrenzuspiel ganz modern klangen. Einheimische, Touristen und Tänzer ergaben ein buntes Durcheinander, das dem Rhythmus folgte – fast ein Ohrwurm, den ich heute noch manchmal nachsumme.

Es würde den Rahmen dieses Reiseberichts sprengen, all die anderen Tanzgruppen, die wir an den beiden Tagen in Goroka erlebt hatten, aufzählen und beschreiben zu wollen. Die Vielfalt war für uns einfach überwältigend. Hunderte von Bildern sowie kurze Movies sind dabei entstanden und belegen unsere Freude. Außerdem stand ja noch das Festival in Kutubu auf dem Plan. „Ist Goroka noch zu toppen?“, war unsere Frage an den Guide. „Ihr werdet sehen!“, meinte er fast salomonisch.

Über naturbelassene Straßen, d.h. Schotterpisten, vom Regen ausgewaschen, mit tiefen LKW-Spurrinnen und seeartigen Pfützen, ging die Fahrt mit dem Geländewagen von Goroka an Mount Hagen vorbei zur Kumul Lodge, die in den Highlands auf ca. 2800 m Höhe liegt. Wenn die Straße besonders holprig war und wir durchgeschüttelt wurden, drehte sich unser Fahrer Martin um und grinste mit seinem betelnussroten Mund. Das bedeutete: Ich habe alles im Griff. Was eine solche Autofahrt doch ausmachen kann – wir vier verschmolzen zur Reiseeinheit und Stanley nannte uns ab jetzt „Family“.

Nach zwei Nächten in der Kumul Lodge bei 10 – 12 °C (wir zogen alles an) und Beobachtung von Paradiesvögeln, die eher selten kamen, lernten wir das Dorfleben mit Tänzen in Alkena bei Tambul kennen. Welch eine Ehre! Es wurde nur für uns zwei getanzt, keine Touristen weit und breit, ein Hochgenuss. Dann führte uns der Weg weiter auf den uns schon bekannten Naturstraßen nach Mendi und schließlich nach Daga, dem Ort des Kutubu-Festivals am Wochenende nach dem Unabhängigkeitstag. Wir waren gespannt.

Ist Goroka zu toppen? Beide Festivals sollten nicht gegeneinander aufgewogen werden, denn sie haben ihre speziellen, eigenen Reize. Das Tanzareal in Kutubu ist deutlich kleiner, dadurch wirkt das Tanzgeschehen für den Zuseher intensiver. Außerdem treten dort Stammesgruppen auf, die in Goroka nicht zu sehen waren. Am Eröffnungstag gab es durch Schüler die feierliche Zeremonie der Flaggenhissung und der Kulturminister von PNG hielt eine Rede zum Erhalt der Stammeskulturen. In Goroka war er nicht zugegen, Kutubu gewinnt an Bedeutung. Am dritten und letzten Tag fand eine Tanzveranstaltung mit Bootsrennen am Kutubu Lake statt – leider dann bei strömenden Regen. Aber auch das haben wir unter dem Schirm fotografisch festgehalten.

Was bleibt von unserer Reise als Fazit? Eine Wunschvorstellung hat sich für uns beide erfüllt, wir waren mittendrin im Kulturgeschehen fremder Stämme. Wir hatten Anteil am Dorfleben, wurden als Freunde aufgenommen, schüttelten Hunderte von Händen und wurden umarmt, als wären wir alte Bekannte. Ich war schon viel auf Reisen, auf fast allen Kontinenten, habe aber noch selten so freundliche, lachende und auf den Fremden zugehende Menschen getroffen wie in PNG. Wer kennt nicht die leider oft anzutreffende „Foto-Dollar-Währung“, die auf Dauer zum Ärgernis werden kann. Dass sich Menschen, ob auf den Märkten, in den Dörfern oder unterwegs, sich für das Foto aber bedanken und mit einem selbst fotografiert werden wollen, ist eher selten. Hoffentlich bleibt das in PNG noch lange so.

Schon während der Reise kam uns das Motto „Friends meet Friends“ in den Sinn und gewann zum Schluss für uns noch an Bedeutung. Das setzt aber voraus, dass man selber bereit ist, als Freund zu kommen und auf Augenhöhe fremden Menschen und ihren Stammeskulturen zu begegnen. Die Menschen von PNG haben es uns diesbezüglich nicht schwer gemacht. Wir sind dafür sehr dankbar.

Ella Katharina und Klaus K.

München 2019

Unsere Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung und unseren Datenschutzbestimmungen zu. » Weitere Infos Einstellung Ok

Datenschutzeinstellungen