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Termine2019-08-26T12:19:05+01:00

Himlung (7126 m)

Nepal

Bergexpedition über den Nordwestgrat mit drei Hochlagern

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5990 EUR

  • Inklusive Flüge
  • 8-12 Teilnehmer
  • 30 Tage
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Informationen zu Ihrer Reise

Im Nordosten der Annapurna-Region gelegen, ist die Gipfelkette um den 7126 m hohen Himlung erst vor wenigen Jahren stärker ins Blickfeld von Bergexpeditionen geraten.

Technisch gut machbarer Nordwestgrat

Dabei bietet sich besonders die technisch vergleichsweise unkomplizierte Normalroute für weniger extreme Bergsteiger als sehr attraktives 7000er-Gipfelziel mit relativ hohen Erfolgschancen an. Die durchweg in Schnee und Eis verlaufende Route über den Nordwestgrat bietet hochalpines Gletschergelände mit nur wenigen steileren Abschnitten.

Hohe Erfolgsquote bei DIAMIR-Expeditionen

Ausgezeichnete Kondition und Ausdauer, perfekte Ausrüstung und eine gute Hochlagertaktik sowie Glück mit Schnee und Wetter benötigt man trotzdem, um den höchsten Punkt zu erreichen. Unsere gut bewährte Taktik sowie die Wahl der optimalen Besteigungszeit hat an diesem noch wenig frequentierten Berg schon mehrere DIAMIR-Expeditionen erfolgreich auf den Gipfel gebracht.

Höhepunkte

  • Landschaftlich spektakuläres Anmarschtrekking nördlich der Annapurna
  • Technisch unkomplizierter Aufstieg in großartiger Umgebung
  • Abgelegenes Naar-Phu-Tal mit Kloster Phugaon
  • Optimale Gipelchancen durch ausgeklügelte Hochlagertaktik

Das Besondere dieser Reise

  • Optimale Höhenanpassung in nur 30 Tagen Expeditionsdauer

Verlauf Ihrer Reise

1. Tag: Anreise

Flug nach Kathmandu.

2. Tag: Kathmandu 1×A

Am frühen Abend erreichen Sie Kathmandu, die Hauptstadt Nepals. Transfer zum ruhig gelegenen Hotel unweit des touristischen Stadtzentrums Thamel. Am Abend gemeinsames Begrüßungsessen. Übernachtung im Hotel.

3. Tag: Kathmandu – Bhulbhule (840 m) – Jagat (1300 m) 1×(F/M/A)

Am frühen Morgen geht es mit dem Kleinbus auf aussichtsreicher Fahrt (ca. 6h) ins Gebirge nach Bhulbhule (840 m). Dort steigen Sie in Geländewagen um und fahren in ca. 2h weiter bis nach Jagat. Übernachtung in einfacher Lodge.

4. Tag: Jagat (1300 m) – Koto (2600 m) 1×(F/M/A)

Am Morgen besteigen Sie wieder die Allradfahrzeuge und fahren auf der neuen Straße weiter in Richtung Manang. Ihr Tagesziel ist heute Koto, am Abzweig ins Naar-Phu-Tal gelegen. Wer mag, kann am Nachmittag noch einen kurzen Abstecher in die etwas größere Ortschaft Chame unternehmen, die etwa eine halbe Stunde von Koto entfernt liegt. Übernachtung in einfacher Lodge. (Fahrzeit ca. 4-5h).

5. Tag: Koto (2600 m) – Daramsala (3250 m) – Meta (3600 m) 1×(F/M/A)

Heute verlassen Sie die klassische Annapurna-Runde. Durch eine Schlucht und herrliche Wälder folgen Sie dem Flusslauf des Naar Phu Kola bergan. In stetigem Auf und Ab, vorbei an Wasserfällen und Steilabbrüchen, geht es zum winzigen Lager bei Dharamsala (3250 m), wo Sie Mittagsrast halten. Am Ende dieser langen Tagesetappe geht es fast 400 Höhenmeter steil hinauf zum überraschend weiten Hochplateau von Meta (3600 m). Übernachtung in einfacher Lodge. (Gehzeit ca. 8h, 1200 m↑, 200 m↓).

6. Tag: Meta (3600 m) – Kyang (3880 m) 1×(F/M/A)

Der Weg führt durch weite Täler, über herrliche Wiesen und Hochalmen und vorbei an den malerischen Ruinen verlassener Khampa-Dörfer dem Phu Khola folgend nordwärts. Sehr schön ist die Sicht auf Pisang Peak (6091 m) und Kangguru Himal (6981 m). Erste Übernachtung im Zelt nahe des verlassenen Dorfes Kyang (3880 m). (Gehzeit ca. 4-5h, 600 m↑, 320 m↓).

7. Tag: Kyang (3880 m) – Phugaon (4100 m) 1×(F/M/A)

Nach Kyang wird das Tal wieder enger, der Weg ist nun teilweise ausgesetzt, einzelne Passagen sind in den Fels gehauen. Die Schlucht führt vorbei an uralten Mani-Mauern hinauf in das mittelalterlich anmutende Dorf Phugaon (4100 m), das wie eine Festung auf einem kargen Hügel thront. Vom Lagerplatz unterhalb des Dorfes unternehmen Sie am Nachmittag eine Erkundung von Phugaon und eine Besichtigung des herrlich gelegenen Klosters. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 4h, 360 m↑, 140 m↓).

8. Tag: Phugaon (4100 m) – Himlung-Basislager (4830 m) 1×(F/M/A)

Am letzten Trekkingtag wechseln schlagartig die Eindrücke und die sich auftuende Gletscherpracht ist ein extremer Kontrast zu den vorigen Tagen. Steil geht es von Phugaon aus über schuttbedeckte Moränenhänge auf die Zunge des Pangri-Gletschers und dann in ein weites, flaches, von kühnen Gipfeln gesäumtes Hochtal. Über karge Weiden mit Ziegen, Schafen und Yaks erreichen Sie das Basislager auf ca. 4830 m. Der Nachmittag steht zum Einrichten des Lagers zur Verfügung. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 5h, 850 m↑, 120 m↓).

9.-24. Tag: Besteigung Himlung (7126 m) 16×(F/M/A)

16 Tage stehen Ihnen zur Besteigung des Himlung zur Verfügung. Vom herrlich gelegenen Basislager aus werden Sie die erforderlichen Hochlager (Lager 1 ca. 5600 m, Lager 2 ca. 6100 m und Lager 3 ca. 6380 m) errichten. Die Route führt dabei durchweg über Schnee und Eis und weist keine besonderen technischen Schwierigkeiten auf. Bei guten Verhältnissen sind Teile des Aufstiegs seilfrei begehbar. Je nach Spaltensituation und Schneebeschaffenheit ist jedoch evtl. auch das selbstständige Gehen in Seilschaften bzw. der Aufstieg am Fixseil erforderlich. Während der Errichtung der Hochlager können Sie sich langsam an die Höhe akklimatisieren und es bleibt auch genügend Zeit für Ruhetage im Basislager. Sind Sie in unterschiedlichen Gruppen unterwegs, werden Absprachen und Taktik per Funk zwischen den einzelnen Seilschaften festgelegt. Wenn die Lager 1 und 2 eingerichtet sind und Sie sich nach einer Nacht im Lager 2 nochmals ausreichend im Basislager erholt haben, können Sie einen Gipfelversuch starten! Beim Gipfelaufstieg werden Sie je nach Wettersituation und körperlicher Verfassung das dritte und letzte Hochlager errichten und von dort aus am nächsten Tag direkt zum Gipfel weitergehen. Der Aufstieg führt über die ca. 30-35° steile Flanke des Nordwestgrates hinauf, dadurch scheint am Gipfeltag erst am späten Vormittag die Sonne in die Route. Hinzu kommt der meist recht starke Wind, der nahezu unablässig vom tibetischen Hochplateau aus über den Grat weht. Ist der 7126 m hohe Gipfel schließlich erreicht, schweift der Blick bis weit hinein ins tibetische Hochland und zum benachbarten Manaslu (8163 m). Beim Abstieg durch die steile Gipfelflanke ist nochmals volle Konzentration erforderlich, ehe das sichere Lager 3 wieder erreicht ist. Der weitere Abstieg ins Basislager und die komplette Beräumung der drei Hochlager sind bei guter Logistik an einem einzigen Tag problemlos machbar, sodass Sie sich bis zwei Tage vor Abbau des Basislagers alle Gipfelchancen offenhalten können. Sollte der Gipfelsturm nicht im ersten Anlauf glücken, stehen bei normalem Wetter und Akklimatisation genügend Reservetage für einen erneuten Versuch zur Verfügung. Spätestens am Abend des 16. Tages müssen jedoch alle Lager beräumt und das Basislager wieder erreicht sein. 16 Übernachtungen im Zelt. (Vollverpflegung im Basislager; in den Hochlagern zusätzliche Unterwegsverpflegung erforderlich).

25. Tag: Himlung-Basislager (4830 m) – Phugaon (4100 m) 1×(F/M/A)

Nach Abbau des Basislagers und Beladen der Esel geht es gegen Mittag zurück nach Phugaon (ca. 730 m↓). Übernachtung im Zelt.

26.-27. Tag: Phugaon (4100 m) – Koto (2600 m) – Dharapani (1860 m) 2×(F/M/A)

In zwei weiteren langen Tagen gelangen Sie zurück nach Koto, wo Sie wieder auf den Hauptweg der Annapurna-Runde treffen. Sie übernachten in der bereits vom Hinweg bekannten Lodge in Meta und genießen noch einmal die landschaftlich großartige Trekkingreise. In Koto verabschieden Sie sich von der einheimischen Begleitmannschaft und fahren mit Allradfahrzeugen noch hinunter nach Dharapani. 2 Übernachtungen in einfachen Lodges.

28. Tag: Dharapani (1860 m) – Bhulbhule (830 m) – Kathmandu 1×(F/A)

Mit dem Geländewagen geht es auf dem Fahrweg zurück nach Bhulbhule, von wo Sie gleich weiter nach Kathmandu fahren. Nach dem langen Fahrtag werden die Annehmlichkeiten der Stadt eine Wohltat sein! Übernachtung im Hotel.

29. Tag: Kathmandu – Rückreise 1×F

Je nach Flugplan steht noch einmal ein halber oder ganzer Tag für einen letzten Einkaufsbummel oder weitere Besichtigungen zur freien Verfügung. Am Abend oder spätestens am nächsten Morgen Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.

30. Tag: Rückreise

Ankunft in Deutschland.

(F) = Frühstück, (M) = Mittagessen, (L) = Lunchpaket, (A) = Abendessen

Leistungen zu Ihrer Reise

Enthaltene Leistungen

  • Linienflug ab/an Frankfurt (weitere Abflughäfen auf Anfrage) nach Kathmandu und zurück mit Etihad Airways oder anderer Fluggesellschaft in Economy Class
  • DIAMIR-Expeditionsleitung
  • zusätzlich Englisch sprechende, lokaler Bergführer
  • alle Fahrten in privaten Fahrzeugen
  • Zeltausrüstung inkl. Expeditionszelte, Schneeschaufeln, Kochausrüstung und Brennstoff
  • lokales Kochteam bis ins Basislager
  • Träger für max. 15 kg Gepäck/Person während des Trekkings
  • Satellitentelefon, Funkgeräte und Notfallmedizin
  • alle Eintritte und Gebühren laut Programm
  • alle Gebühren für Liaison Officer
  • Gipfelgenehmigung
  • Vorbereitungstreffen
  • Trekkingsack
  • 5 Ü: Lodge im DZ
  • 20 Ü: Zelt
  • 2 Ü: Hotel im DZ
  • Mahlzeiten: 27×F, 25×M, 27×A

Nicht in den Leistungen enthalten

  • nicht genannte Mahlzeiten und Getränke
  • Visum (ca. 106 €)
  • optionale Ausflüge
  • persönliche Bergsteigerausrüstung
  • Snacks
  • Trinkgelder
  • Persönliches

Hinweise & Zusatzinformationen zu Ihrer Reise

Hinweise

Mindestteilnehmerzahl: 8, bei Nichterreichen Absage durch den Veranstalter bis 28 Tage vor Abreise möglich

Das Erreichen der Gipfel kann durch ungünstige klimatische Bedingungen (starker Wind, Nebel, Dauerregen, Schneefall) und andere widrige Umstände sowohl erheblich erschwert werden, als auch im Extremfall unmöglich sein. Der verantwortliche Reiseleiter/Bergführer ist in dem Fall berechtigt, die weitere Besteigung zum Schutz von Gesundheit und Leben aller Beteiligten abzubrechen. Etwaige Regressansprüche bestehen in solch einem Fall nicht.

Anforderungen

Komfortverzicht; Teamfähigkeit; Kondition für bis zu 14-stündige Tagesetappen; gute Kenntnisse der Hochlagerlogistik (Materialtransport bis zu 18 kg, Zeltaufbau, Essen zubereiten); Trittsicherheit in Geröll, Schnee und Eis bis zu 45° Steilheit; sehr gute Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Steigeisen; sehr gute anwendungsbereite Kenntnisse alpiner Seil- und Sicherungstechnik (persönlicher Tourenbericht erforderlich); Ausrüstung laut Ausrüstungsliste.

Zusatzinformationen

Gut wärmeisolierte, steigeisenfeste und wasserfeste Bergstiefel mit separatem Innenschuh für die Gipfeletappe erforderlich (Kategorie D).

Karte Ihrer Reise

  • Aufstieg ins Lager 2 am Himlung
  • Im Aufstieg zum Lager 2
  • Im Gletscher am Lager 1
  • Dem Gipfel des Himlung entgegen
  • Lodge auf dem Annapurna Trek

Nepal – Die letzen Meter bis zum Gipfel kämpft man mit sich selbst

Bernhard Brümmer | 23.12.2010

Nach 25 Tagen Wanderung und Kletterei auf dem Gipfel des Himlung Himal, 7.126 Meter über dem Meeresspiegel

Ich war der Letzte in unserer Gruppe, der den Gipfel erreichte. Der Moment ist einfach erhebend. Das Gefühl, wenn man wenige Meter unterhalb des Gipfels über die Gipfelkante auf den Manaslu blickt, kann man kaum beschreiben. Der 8.163 Meter hohe Manaslu ist der achthöchste Berg der Welt. Die letzten Meter bis zum Gipfel des Himlung kämpft man mit sich selbst. Nur der eigene Wille zählt. Kälte, Eis, Schnee und Wind setzen einem zu und zehren an den Kräften. Da habe ich mich wie ein achtzigjähriger gefühlt. Fünf Schritte ging es weiter Aufwärts, dann pumpt man wie ein Maikäfer. Man kann das beim besten Willen nicht in einem Stück durch laufen. Auf Meeresniveau enthält die Luft etwa 21 Prozent Sauerstoff. 5.000 Meter über dem Meersspiegel sind es nur noch etwa halb so viel.

Schon bei der Vorbereitung der Klettertour auf den Siebentausender kommt es auf die gute Planung an. Das wichtigste sei, nicht zu viel Gepäck mit zu nehmen. Das fängt schon bei der Zahnbürste an. Mehr als 15 Kilo sollte der Rucksack nicht wiegen. Später kommt noch ein Zelt hinzu, welches der Reiseveranstalter zur Verfügung stellt. Dann
wiegt der Rucksack rund 20 Kilo.

Viel Zeit kostet das Tee kochen, denn dazu muss jede Menge Schnee geschmolzen werden. Für einen Liter braucht man zwei bis drei Stunden. Etwas schneller gehe es, wenn man immer einen Rest Wasser in der Thermoskanne zurückbehält, dann taue der Schnee schneller auf. In den Hochlagern hätten sie kein warmes Essen mehr zubereitet. Salami, Käse und Brot seien neben Nüssen, Rosinen und weiterem Trockenobst die wichtigste Nahrung. Je höher man klettert, um so weniger Appetit hat man. Trotzdem muss man Essen. Dennoch habe ich fast 13 Kilo Gewicht verloren während
des Himalaya-Abenteuers.

    Nepal – Endlich die magische 7.000 Meter Grenze zu überschreiten

    Oliver Schoenbacher | 01.12.2010

    Expedition auf den Himlung Himal, 7.126m

    Nachdem ich 2006 mit der Besteigung des Illimani in Bolivien die 6.000 Meter Marke geknackt hatte, verstärkte sich in den letzten Jahren mein Drang, nun endlich die magische 7.000 Meter Grenze zu überschreiten.

    Die Suche nach einem geeigneten Berg gestaltete sich langwierig, sind doch etliche Siebentausender in Tibet, Nepal, Pakistan, Indien und russischen Nachfolgerepubliken angesiedelt. Da ich aber schon 2004 anlässlich einer Trekkingtour in das Basislager des Mount Everest, Nepal und seine Menschen kennengelernt hatte, fiel meine Wahl auf den 7.126 m hohen Himlung Himal in Nepal.

    Dieser ‚Berg der Winde’ gilt als mittelschwerer Siebentausender, wurde erst 1993 erstbesteigen und gilt wegen seiner exponierten, nur durch mehrtätigen Fußmarsch erreichbaren Lage im nepalesich-tibetischen Grenzgebiet nach wie vor als Geheimtipp.

    Ich schloss mich der Dresdener Expeditionsagentur ‚Diamir’ an und wir starten am 7.Oktober zu zwölft am Frankfurter Flughafen nach Nepal. Unser Team besteht aus Expeditionsleiter Lutz, sechs Deutschen, darunter mit Marlene die einzige Frau, zwei Tirolern und drei Steirern, neben mir Herbert aus Bärnbach und Peter aus Gratkorn.

    Schon am frühen Morgen nach unserer vorabendlichen Ankunft in der Hauptstadt Kathmandu startet die zehnstündige, auf Grund der unvorstellbaren Verkehrsverhältnisse abenteuerliche Busfahrt in den Westen Nepals. Im Nachhinein betrachtet waren die beiden Busfahrten vermutlich der gefährlichste Teil der Expedition….

    Im Dorf Beshishar endet die Straße und auf nur 830 m inmitten tropischer Landschaft startet unser Anmarsch ins Basislager. Die gewaltige Menge an Expeditionsgepäck wird von Eseln transportiert, begleitet werden wir von den beiden einheimischen Bergführern Jamba und Lila sowie einem dreiköpfigen Küchenteam. Die ersten drei Tage marschieren wir auf der berühmten Annapurna Trekkingrunde durch abwechslungsreiche Landschaft. Im Dorf Koto verlassen wir die Zivilisation, phantastische Ausblicke auf die Annapurna Kette begleiten unseren weiteren Weg. In Phugeon, dem letzten Dorf, haben wir das Glück im dortigen Kloster einer buddhistischen Zeremonie beiwohnen zu dürfen. Tags darauf erreichen wir bei heftigem Schneefall den in 4.850 m gelegenen Platz des Basislagers auf einer großen Wiese. Plätze für die Zweimannzelte werden eingeebnet, Küchen-, Ess- und Toilettenzelt aufgestellt, Ausrüstung, Verpflegung, Kocher und Zelte für die drei Hochlager sortiert. Tags darauf kommt ein buddhistischer Priester (Lama) vom Kloster Phugeon herauf um eine ‚Puja’ abzuhalten, jene traditionelle Zeremonie, bei der die Berggötter für unseren Aufstieg gnädig gestimmt werden sollen. Zum Abschluss bekommt jeder Teilnehmer vom Lama persönlich einen Glücksbringer um den Hals gehängt. Ein bewegender Moment…

    Es folgt der erste Aufstieg ins Hochlager 1, jeder mit einem mehr als 20kg schweren Rucksack beladen, muss doch alles erforderliche Material nach oben transportiert werden. Der Weg führt zunächst über die gewaltige Moräne des nördlichen Pangrigletschers, in 5.300m betreten wir schließlich den Gletscher. Durch ein Labyrinth aus immer größer werdenden Seracs (Eistürme) erreichen wir den Platz des ersten Hochlagers in 5.700 m. Nun heißt es in den Zelten zu dritt zusammen zu rücken und unverzüglich mit der wichtigsten Tätigkeit – Schneeschmelzen – zu beginnen. Zur Vorbeugung gegen Höhenkrankheit muss besonders viel getrunken werden, hier oben sollten es schon sechs Liter täglich sein. Anfänglich noch angenehm sonnig, verwandelt sich der Platz sofort nach Sonnenuntergang in einen regelrechten Kühlschrank, sodass sich jeder sofort und gerne in die Daunenschlafsäcke zurückzieht.

    Nach einer ersten somit wirklich kalten Akklimatisierungsnacht steigen wir am nächsten Morgen wieder ins Basislager ab.

    Zwei Tage später sind wir zurück im Hochlager 1, wieder Übernachtung und Weiteraufstieg. Der Weg dorthin erweist sich als technische Schlüsselstelle, muss doch eine 400m hohe, bis zu 50 Grad steile Gletscherstufe überwunden werden, der Weg durch ein Labyrinth aus Spalten und Seracs gefunden und an den schwierigsten Stellen mit Fixseilen versichert werden. In einer Gewaltleistung spure ich den gesamten Weg ins zweite Hochlager durch meist knietiefen Pulverschnee alleine.

    Hochlager 2 wird auf einem windigen Plateau in 6.100 m errichtet, nach einer Akklimatisierungsnacht steigen wir abermals ins Basislager ab, wo in den folgenden zweieinhalb Ruhetagen alle Kräfte für den im günstigsten Fall fünftägigen Gipfelsturm mobilisiert werden. Drei Teilnehmer und der Expeditionsleiter hatten in der Zwischenzeit aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig auf den Gipfelgang verzichten müssen. Wie immer wenn wir im Basislager anwesend sind, verwöhnt uns unser Koch Rub Lama dreimal täglich mit riesigen Portionen anwechslungsreicher Kost.

    Am 26.10. geht es zum dritten und letzten Mal rauf ins Hochlager 1, tags darauf nochmals durch die Schlüsselstellen ins Hochlager 2. Am folgenden Tag betreten wir Neuland, umgehen den Vorgipfel und sehen nun erstmals die mächtige, 800 Meter hohe Gipfelpyramide des Himlung Himal. In 6.400 m errichten wir Hochlager 3, müssen im abschüssigen Gelände in mühevoller Arbeit erst kleine Plateaus für die Zelte graben. (Foto ‚Hochlager3.JPG’) Diese schützen wir mit Mauern aus Schneeziegeln vor dem unablässig vom tibetischen Hochland her wehenden, eisigen Wind.

    Die folgende Nacht ist kurz, um 4 Uhr aufstehen, Schnee schmelzen, Tee kochen, ohne Appetit ein wenig Suppe, Püree und Pudding runter würgen und raus aus dem vereisten Schlafsack. Im Zelt messen wir minus 14 Grad, nun gilt es mit Köperverrenkungen zu dritt auf engstem Raum im Zelt Daunenbekleidung und die gesamte Ausrüstung anzulegen. Draußen ist es zwar fast windstill, dafür mit mindestens minus 25 Grad extrem kalt.

    Um 05.30 Uhr starten wir zur langen, extrem ausgesetzten Querung Richtung Gipfelpyramide, welche wir bei Tagesanbruch erreichen. Nun beginnt der lange, qualvolle Aufstieg, ich finde aber sofort einen guten Schritt Rhythmus und habe mich bald mit Lila Sherpa abgesetzt. Zum Glück erweisen sich die Schneeverhältnisse als perfekt, pickelhart gefroren aber kaum Blankeis, ideal fürs Steigeisengehen. In kleinem Zickzack geht es trotz riesiger Anstrengung höchst konzentriert nach oben, auf Seilsicherung müssen wir aus Zeitgründen verzichten. Im Rhythmus 25 Schritte – Pause – weiter oben 15 Schritte – Pause geht es langsam aber stetig nach oben, kaum merklich näher rückt der höchste Punkt. Auf ca. 7.000 m müssen noch tiefe Schneeverwehungen überwunden werden, dann noch ein letzter Steilaufschwung. Ein letztes Mal ramme ich den Eispickel in den Schnee und ziehe mich nach oben, ein letzter Schritt, dann stehe ich um 11.35 Uhr des 29.10.2010 am winzigen, stark überwächteten, nach allen Seiten steil abfallenden Gipfel des 7.126 m hohen Himlung Himal. (Foto ‚Gipfelsieg am Himlung Himal – 7.126m.JPG’) Lila folgt mir, nimmt die nepalesische Fahne aus dem Rucksack, gemeinsam halten wir sie triumphierend gegen den stahlblauen Himmel und umarmen uns.

    Von den Qualen des sechsstündigen Aufstieges erlöst, schweift mein Blick in alle Richtungen: Im Süden ein unüberschaubares Gipfelmeer mit den Achttausendern Annapurna 1 und Daulaghiri, westlich der mächtige Achttausender Manaslu, zum Angreifen nahe und im Norden als Kontrast die braune, endlose Hochebene Tibets. Rund 45 Minuten bleibe ich trotz eisiger Kälte und immer stärker werdendem Wind am Gipfel. Im Abstieg kommen mir weit auseinandergezogen die anderen entgegen, am Ende haben sieben den Gipfel erreicht, wir Österreicher hatten gegenüber den Deutschen natürlich mit 4:3 die Nase vorne…

    Der Abstieg fordert nochmals volle Konzentration, nach insgesamt zehn Stunden falle ich erschöpft im Hochlager 3 in den Schlafsack.

    In der Nacht zieht ein heftiger Sturm auf, der nächste Morgen ist zwar wolkenlos, doch Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h machen den Zeltabbau zur Tortur. An einen Gipfelgang wäre an diesem Tag nicht zu denken gewesen. So schnell wie möglich verlassen wir diesen unwirtlichen Ort, runter ins Hochlager 2, Abbau der restlichen Zelte und ein letztes Mal durch den gefährlichen Eisbruch. Wir bauen die verbliebenen Zelte des Hochlagers 1 ab, mit mindestens 25 kg am Rücken kämpfen wir uns mit letzter verbliebener Kraft ins Basislager.

    Am nächsten Tag fallen dort 20 cm Schnee, ein Gipfelversuch wäre unter diesen Verhältnissen in weite Ferne gerückt. Tags darauf treffen wie vereinbart die Esel ein und nach 17 Tagen verlassen wir das Basislager. In fünf langen Etappen erreichen wir unseren Ausgangspunkt und fahren zurück nach Kathmandu. Dort feiern wir im Everest Steak House mit Unmengen ‚Everest’ Bier endlich gebührend unseren Gipfelsieg und gleichzeitig den Abschied vom wunderbaren Himalaya Staat Nepal und unseren Wegbegleitern, die wir als Freunde lieb gewonnen haben.

      Nepal – Zwei Gempner gehen hoch hinaus

      Marlene Mauch | 01.12.2010

      Der 7126 m hohe Himlung Himal in Nepal

      Die Kultur, die Landschaft und die hohen Berge von Nepal faszinierten Peter und mich schon seit langer Zeit. Nach vielen Hoch-, Ski- und Klettertouren in Südamerika, Mexiko und vor allem in der Schweiz sollte es dieses Mal „höher hinaus“. Der 7126 m hohe Himlung Himal in Nepal, der sich fast auf der tibetischen Grenze in der Annapurna-Region befindet, wurde dazu auserwählt.
      Die Vorbereitungen waren sehr umfangreich, so musste neben Besorgungen an Material, Bekleidung und Medizin auch für die Fitness gesorgt sein. So wurde das Triathlon-Training vernachlässigt und wir waren fast jedes Wochenende in den Schweizer Alpen unterwegs, um für die Höhe und die technischen Passagen optimal vorbereitet zu sein. Am 6. Oktober 2010 war es dann endlich soweit: In einer organisierten Gruppe mit insgesamt 11 Teilnehmern und einem Expeditionsleiter ging es in das Land der hohen Berge.

      Aus der Hauptstadt Kathmandu ging es mit einem Kleinbus ins Gebirge – eine erlebnisreiche Fahrt, wenn man europäische Standards gewohnt ist. Von Bhulbhule, einem Ort auf 830 m Höhe, ging es zunächst in subtropischer Vegetation, vorbei an Reisfeldern, Wasserfällen und kleinen Dörfern, stetig höher. Die Landschaft wurde nach und nach einsamer, verlassene Khampa-Dörfer und karge Hochebenen wurden passiert, bis schliesslich nach sieben Tagen Trekking das Basislager auf 4800 m erreicht wurde. Von hier standen nun 16 Tage zur Besteigung des 7000ers zur Verfügung, die für die Akklimatisation benötigt wurden. Zwei weitere Expeditionen, eine österreichisch-holländische, sowie eine koreanische befanden sich bereits im Basislager. Das Wetter in diesem Jahr sollte nicht nur den Expeditionen im Everest-Gebiet einen Strich durch die Rechnung machen, auch in der Annapurna-Region standen in diesem Jahr die Zeichen nicht gut. Das Wetter war nicht ganz so stabil wie in den Vorjahren, und es hatte zusätzlich in den letzten Wochen sehr viel geschneit. Das bedeutet zum einen erhöhte Lawinengefahr, zum anderen aber auch eine deutlich höhere körperliche Belastung für die Bergsteiger, die Spurarbeit im Tiefschnee zu leisten hatten.

      Der Zeitplan unseres Teams sah den Gipfeltag für Ende Oktober vor, sehr spät für Besteigungen in diesen Höhen, so auch 10 Tage nach den beiden anderen Expeditionsteams. Der Vorteil war jedoch, dass sich bis dahin das Wetter beruhigt, der Schnee sich gesetzt und unser Team somit perfekte Gipfelbedingungen hatte. Am 29. Oktober standen 7 Teilnehmer der 12-köpfigen Mannschaft – darunter wir zwei – nach einem eisig kalten Aufstieg (–35° bei rund 60 km/h Wind) auf dem Gipfel des Himlung Himal. Der Ausblick auf das tibetische Hochland und die umliegenden 8000er waren überwältigend, die Emotionen unbeschreiblich – trotzdem wissen wir nicht, ob wir so eine Unternehmung wiederholen möchten. Die Strapazen in den drei Hochlagern, die Kälte und der geringe Sauerstoffgehalt in der Höhe verlangen viel mentale Stärke, viel Glück mit dem Wetter und der Gesundheit sowie alle mobilisierbaren, körperlichen Kräfte.

      Marlene Mauch

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