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Termine2019-08-26T12:19:05+01:00

Kasbek (5047 m) und Elbrus (5642 m)

Georgien • Russland | Kaukasus

Grenzüberschreitende Bergexpedition im Kaukasus zu gleich zwei attraktiven 5000ern

4.6 /5
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3390 EUR

  • Inklusive Flüge
  • 6-12 Teilnehmer
  • 16 Tage
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Informationen zu Ihrer Reise

Zwei Traumgipfel des Kaukasus in einer Reise besteigen? Mit Kasbek und Elbrus erfüllen wir Ihnen diesen Wunsch. Da die Georgische Heerstraße nach Russland wieder befahren werden kann, lassen sich die beiden Könige des Kaukasus bequem miteinander kombinieren.

Ursprüngliches Georgien – wilder Kasbek

Zunächst fliegen Sie in die georgische Hauptstadt Tiflis und fahren über den berühmten Kreuzpass in den wilden Kaukasus bis Kasbegi, von wo aus der 5047 m hohe östliche Eckpfeiler des Gebirges, der Kasbek, erklommen wird.

Berühmter Elbrus – Dach Europas

Weiter geht es über Wladikawkas ins Baksan-Tal, wo der Elbrus als krönendes Abschlussziel dieser Expeditionsreise wartet. Durch die vorangegangene Höhenanpassung bestehen beste Chancen, den Westgipfel (5642 m) in kürzester Zeit zu erreichen und sich so einen der berühmten „Seven Summits“ ins Tourenbuch zu schreiben.

Höhepunkte

  • Besteigung des Kasbek (5047 m) über die Meteorologische Station (3680 m)
  • Fahrt in den urigen Kaukasus über die Georgische Heerstraße und den Kreuzpass
  • Akklimatisationstouren am Elbrus zum Prijut 11 (4200 m) und Pastuchov-Felsen (4700 m)
  • Elbrus-Westgipfel (5642 m) über die Südroute
  • Dreifaltigkeitskirche Zminda Sameba von Gergeti

Das Besondere dieser Reise

  • Optimal akklimatisiert an den höchsten Gipfel Europas
  • Einreise auf dem Landweg nach Russland über den Grenzübergang „Hoher Lars“

Verlauf Ihrer Reise

1. Tag: Anreise

Flug nach Tiflis. Je nach Ankunftszeit Übernachtung im Hotel.

2. Tag: Tiflis 1×(F/A)

Sollte der Flug als Nachtflug erfolgt sein, erreichen Sie Tiflis am frühen Morgen. Nach dem Frühstück Stadtrundgang zu den Baudenkmälern der Altstadt: Sie beginnen Ihren Spaziergang bei der Metechi-Kirche (13. Jh.) und den Ziegelgewölben der Schwefelbäder. Weiterhin erfolgt der Aufstieg zur Narikala-Festung (4. Jh.) sowie die Besichtigung der Synagoge, der Sioni-Kathedrale und der Anchiskhati-Kirche (6. Jh.), der ältesten Kirche in Tiflis. Am Nachmittag Besuch der Schatzkammer im Historischen Museum und Bummel auf der Hauptstraße Rustaveli. Ggf. Ausflug zur alten Hauptstadt Mzcheta. Am Abend gemeinsames Begrüßungsessen. Übernachtung im Hotel.

3. Tag: Kasbegi 1×(F/M/A)

Nach dem Mittag Fahrt über die Georgische Heerstraße und über den Kreuzpass zum Gebirgsdorf Kasbegi (1700 m). Am Abend haben Sie Zeit für individuelle Erkundungen. Übernachtung in einer Privatunterkunft.

4. Tag: Meteorologische Station 1×(F/M/A)

Heute beginnt die Besteigung des Kasbek. Zunächst Besuch der Dreifaltigkeitskirche von Gergeti, Zminda Sameba (15. Jh., 2170 m), von wo aus Sie eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge haben. Über eine Wiese geht es dann in Richtung Gletscher. Sie sehen schon von weitem das Tagesziel, die 1933 errichtete Meteorologische Station auf 3680 m Höhe, auch als Betlemi-Hütte bekannt. Übernachtung in einfacher Hütte. (Gehzeit ca. 8h, 2000 m↑, 14 km).

5. Tag: Akklimatisierung 1×(F/M/A)

Heute kann lange ausgeschlafen werden, denn der Aufstieg am vorhergehenden Tag muss regeneriert werden. Ein Akklimatisations- und Ruhetag bietet sich für Ausflüge in die nähere Umgebung der Berghütte an. Bereits frühzeitig geht es ins Bett, denn der Gipfelaufstieg zum Kasbek beginnt schon kurz nach Mitternacht. Übernachtung wie am Vortag.

6. Tag: Gipfeltag Kasbek (5047 m) 1×(F/M/A)

Der Gipfeltag wird lang! Von der Berghütte bis zum Gipfel sind es 12 km und der Aufstieg dauert ca. 7-10h, so dass bereits kurz nach Mitternacht aufgestanden wird. Bald erreichen Sie den Gletscher und es beginnt ein langer Aufstieg über schnee- und eisbedeckte Hänge, die Sie in Seilschaften bewältigen. Auf den letzten Metern (40-45°) erleichtert je nach Verhältnissen evtl. ein Fixseil den Aufstieg. Schließlich erreichen Sie den Gipfel, von dem sich bei schönem Wetter ein atemberaubendes Panorama bietet. Für den Abstieg müssen Sie sich nochmals konzentrieren. Übernachtung wie am Vortag. (Gehzeit ca. 9-11h, 1400 m↑↓).

7. Tag: Reservetag 1×(F/M/A)

Reservetag für einen zweiten Gipfelversuch im Falle von Schlechtwetter oder wenn aus anderen Gründen der Gipfel am Vortag nicht erreicht werden konnte. Bei gutem Wetter steigen Sie in Ruhe nach Kasbegi ab und übernachten in einem Privathaus. (Gehzeit ca. 4-5h, 2000 m↓).

8. Tag: Kasbegi 1×(F/M/A)

Gemütlicher Abstieg nach Kasbegi und Ausruhen. Falls Sie bereits hier genächtigt haben, können Sie noch einmal einen Wandertag in die Umgebung einplanen. Vom gegenüberliegenden Massiv hat man wunderschöne Ausblicke zum Prometheus-Berg. Übernachtung wie am Vortag. (Gehzeit ca. 4-5h, 1980 m↓ oder individuelle Wanderung).

9. Tag: Transfer nach Russland 1×(F/A)

Zeitig am Morgen beginnt der Transfer zur russischen Grenze. Was lange Zeit nicht ging, ist nun wieder möglich: Sie überqueren die Grenze nach Russland, wo Ihr Fahrer Sie ins Baksan-Tal zum Elbrus bringt. Unterwegs machen Sie Mittagspause in einem Café. Ankunft in Tscheget am Abend. Begrüßungsessen und Besprechung mit dem Bergführer. Übernachtung im Hotel.

10. Tag: Tscheget 1×(F/M/A)

Als weitere Akklimatisationstour starten Sie direkt hinter Ihrem Hotel zu einer Wanderung an den Hängen des Tscheget bis auf eine Höhe von ca. 3100 m. Von hier haben Sie einen herrlichen Ausblick auf die beiden Gipfel des Elbrus sowie Dongusorun und Nakratau. Übernachtung wie am Vortag.

11. Tag: Basislager 1×(F/M/A)

Fahrt mit der Gondelbahn hinauf zum Elbrus. Nicht benötigte Ausrüstung kann im Hotel deponiert werden. Ziel ist das Basislager oberhalb des Garabaschi (ca. 3900 m), wo mehrere Biwakschachteln eine feste Unterkunft bieten. Übernachtung in Hütten.

12. Tag: Pastuchov-Felsen 1×(F/M/A)

Nach der ersten Nacht an den Hängen des Elbrus in 3900 m Höhe beschränken Sie sich heute auf das Erkunden des Weges und ein weiteres Akklimatisieren. Ziel sind die Pastuchov-Felsen in 4700 m Höhe. Nachmittags Rückkehr zu den Unterkünften. Übernachtung wie am Vortag.

13. Tag: Ruhetag 1×(F/M/A)

Der heutige Tag steht zur Erholung zur Verfügung – sammeln Sie noch einmal Ihre Kräfte, bevor es morgen an den Gipfel geht. Übernachtung wie am Vortag.

14. Tag: Gipfel Elbrus (5642 m) 1×(F/M/A)

Gipfeltag: Noch im Dunkeln verlassen Sie die Hütten. Je nach Wetter und Temperaturen starten Sie zwischen ca. 2 und 4 Uhr morgens. Läuft alles nach Plan, erreichen Sie die Pastuchov-Felsen ungefähr bei Sonnenaufgang. Von hier gehen Sie weiter in Richtung Elbrus-Sattel (5300 m). Ziel ist der mit 5642 m Höhe höchste Punkt Europas, der Elbrus-Westgipfel. Bei hoffentlich herrlichem Wetter liegen Ihnen dann ganz Europa und alle Gipfel des Kaukasus zu Füßen. Nach kurzer Gipfelrast Abstieg zu den Hütten, der auch noch einmal Konzentration und Ausdauer erfordert. Übernachtung wie am Vortag. (Gehzeit ca. 13-15h, 1950 m↑↓).

15. Tag: Ruhetag 1×(F/M/A)

Erholung nach der anstrengenden Gipfeltour am Elbrus. Unternehmen Sie gern kleine Wanderungen im Baksan-Tal in eigener Regie! Übernachtung wie am Vortag.

16. Tag: Heimreise 1×F

Sie verlassen den Kaukasus. Mit dem Fahrzeug geht es vormittags nach Mineralny Vody zurück und dann per Flugzeug via Moskau nach Hause. Optional bietet sich eine Verlängerung in Moskau an.

(F) = Frühstück, (M) = Mittagessen, (L) = Lunchpaket, (A) = Abendessen

Leistungen zu Ihrer Reise

Enthaltene Leistungen

  • Linienflug ab/an Frankfurt (weitere Abflughäfen auf Anfrage) nach Tiflis und zurück von Mineralnye Vody mit Lufthansa oder anderer Fluggesellschaft in Economy-Class
  • DIAMIR-Expeditionsleitung ab 10 Teilnehmern
  • Englisch sprechende, lokale Bergführer
  • alle Fahrten in privaten Fahrzeugen
  • Einladungsschreiben für Russland-Visum
  • alle Eintritte und Gebühren laut Programm
  • Trekkingsack
  • 7 Ü: Hütte im MBZ
  • 5 Ü: Hotel im DZ
  • 3 Ü: Privatunterkunft im MBZ (Gemeinschaftsbad)
  • Mahlzeiten: 15×F, 12×M, 14×A

Nicht in den Leistungen enthalten

  • nicht genannte Mahlzeiten und Getränke
  • Visum Russland (ca. 90 €)
  • optionale Ausflüge
  • Nationalparkgebühren Elbrus (ca. 25 €)
  • Fahrt mit der Pistenraupe am Elbrus ab ca. 500 € pro Raupe
  • persönliche Bergsteigerausrüstung
  • Snacks
  • Trinkgelder
  • Persönliches

Hinweise & Zusatzinformationen zu Ihrer Reise

Hinweise

Mindestteilnehmerzahl: 6, bei Nichterreichen Absage durch den Veranstalter bis 28 Tage vor Abreise möglich

Das Erreichen des Gipfels kann durch ungünstige klimatische Bedingungen (starker Wind, Nebel, Dauerregen, Schneefall) und andere widrige Umstände sowohl erheblich erschwert werden, als auch im Extremfall unmöglich sein. Der verantwortliche Reiseleiter/Bergführer ist in dem Fall berechtigt, die weitere Besteigung zum Schutz von Gesundheit und Leben aller Beteiligten abzubrechen. Etwaige Regressansprüche bestehen in solch einem Fall nicht.

Anforderungen

Kasbek

Komfortverzicht; Teamfähigkeit; Kondition für bis zu 10-stündige Tagesetappen; Materialtransport bis zu 15 kg zur Betlemi-Hütte; Trittsicherheit in Geröll, Schnee und Eis bis zu 45° Steilheit; anwendungsbereite Kenntnisse im Gehen mit Steigeisen und im Umgang mit Pickel; gute Kenntnisse alpiner Seil- und Sicherungstechnik (persönlicher Tourenbericht erforderlich), Ausrüstung gemäß Ausrüstungsliste.

Elbrus

Komfortverzicht; Teamfähigkeit; Kondition für bis zu 12-stündige Tagesetappen; Trittsicherheit in Geröll, Schnee und Eis bis zu 35° Steilheit; anwendungsbereite Kenntnisse im Gehen mit Steigeisen und im Umgang mit Eispickel (persönlicher Tourenbericht erforderlich); Ausrüstung gemäß Ausrüstungsliste.

Zusatzinformationen

Gut wärmeisolierte, steigeisenfeste und wasserfeste Bergstiefel für die Gipfeletappen erforderlich (Kategorie D).

Karte Ihrer Reise

  • Abendsstimmung am Elbrus
  • Aufstieg zu den Pastuchov-Felsen
  • Aufstieg Tscheget
  • Abendstimmung am Elbrus
  • Lift mit Dongusorun
  • Aufstieg zu den Pastuchov-Felsen
  • Aufstieg Tscheget
  • Pause am Pastuchov-Felsen
  • Eingekochtes Gemüse
  • Schaschlyk-Stand an den Narsan-Quellen
  • Verkaufststände an den Wasserfällen
  • Wanderung im Baksan-Tal
  • Verkaufststände an den Wasserfällen
  • Fahrt ins Chegem-Tal
  • Gruppe am Pass zum Chegem-Tal
  • Gruppe am Elbrus

Elbrus-Expedition mit heiklem Ende

Stefan Hilger | 03.11.2017

Nach reibungsloser Anreise mit Aeroflot in den Kaukasus erwartete uns zunächst bestes Bergwetter. Die Eingehtour zum Tscheget fand in traumhafter Spätsommerkulisse statt. Meine relativ junge Gruppe war dynamisch, willensstark sowie entspannt und fröhlich. Das sind immer gute Vorzeichen. Nach meinen zwei erfolgreichen Besteigungen in 2002 und 2005 sollte nun 12 Jahre später auch das Triple gelingen. Doch das Wetter änderte sich zusehends. Die ersten beiden Tage in den neuen Berghütten oberhalb der alten Botschkis waren noch recht angenehm, wenngleich die Anpassungstour zu den Pastuchov-Felsen schon bei gehörigen Windgeschwindigkeiten stattfand. Die Aussichten für mögliche Gipfeltage sah denkbar schlecht aus. Das noch beste Zeitfenster nahmen wir wahr und begannen nach kurzer Fahrt mit der Schneeraupe mit dem Aufstieg. Unten hatten wir allerdings schon das Gewitter in Ferne toben sehen, hofften aber, dass es hinter dem Hauptkamm zurückbleibt. Nach ca. 45 Minuten pfiffen die ersten Blitze über uns hinweg. Die Bergführer wollten schon umdrehen, doch ich wollte uns noch eine Chance geben. Der Sturm nahm zu, Schnee peitschte uns ins Gesicht. Alles kein Problem, nur das Gewitter legt auch zu. Leider mussten wir kurz darauf doch umdrehen. Das Gewitter lag direkt über uns und vereitelte ein Weitergehen. An den folgenden Tagn gab es aufgrund von Unwetter keine Gipfelgänge. So mussten wir schweren Herzens den Rückmarsch ins Tal antreten. So kann es gehen, damit müssen Bergsteiger leben.

Am Tage der Rückreise wurden wir allerdings noch einmal Zeuge einer Naturkatastrophe. Anhaltende Regenfälle hatten Schlammlawinen in Bewegung gesetzt und großen Schaden im Baksan-Tal angerichtet. Dörfer wurden verschüttet und die Hauptstraße regelrecht weggespült. Somit waren wir im hinteren Tal gefangen. Es gab auf dem Landweg kein Entkommen. Lest dazu meinen Blog: Rettungsaktion am Elbrus

In 2018 greifen wir wieder an.

Euer Stefan Hilger

  • Tamada-Skulptur in Tiflis
  • in der Swetizchoveli-Kathedrale
  • georgische Köstlichkeit
  • Häuser im Bäderviertel, im Hintergrund das Minarett der Moschee
  • Blick auf Tiflis vom Mtatsminda-Park
  • Weg Richtung Kasbek
  • Kasbek - Aufstieg zur Betlemi-Hütte über Gletscher
  • Aufstieg zum Kasbek
  • die Botschkis auf 3800 m Höhe – Basislager
  • Aufstieg über Südost Hänge zum Gipfel

Georgien, Russland – Kasbek (5047 m) und Elbrus (5642 m)

Gunther Knauthe | 20.11.2015

Kasbek (5047 m) und Elbrus (5642 m – 16 Tage Expeditionsreise im Kaukasus

In den letzten Juli-Tagen begab sich unsere Gruppe auf die Reise: Ziel waren der etwas kleinere Kasbek sowie der Kaukasus-Riese Elbrus. Mit 5642 Metern auch der höchste Berg des geologischen Europas.

Die Teilnehmer kamen aus allen Richtungen: Nord-, Süd- und Ostdeutschland und auch Tirol und Österreicher waren dabei. Einige hatten schon den türkischen Ararat bestiegen und waren auf dem Landweg nach Tiflis, unserem ‚Sammelpunkt‘ angereist. Tiflis oder Tbilisi ist die georgische Hauptstadt und eine wirklich große und moderne Stadt. Und so ist es natürlich doppelt gut, hier den ersten Tag zu verbringen und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu bewundern, die georgische Küche und natürlich auch mit dem georgischen Wein Bekanntschaft zu schließen. Apropos Wein: sehr gute Weinproduzenten, aber auch -trinker sind die Georgier, das wusste ich schon vorher. Aber dass es auch sehr kultiviert zugeht und dass es sogar mit dem Tamada einen Organisator der Trinksprüche; also einen richtigen Zeremonienmeister gibt, das war mir neu. Und im weiteren Verlauf der Reise wurde klar, dass diese Tradition wirklich gelebt wird.

Auf der georgischen Heerstraße ging es dann nordwärts in den Kaukasus.

Und nach nur einer Übernachtung im Talort Kasbegi stiegen wir anderntags auf die 3.600m hoch gelegene sogenannte Meteorologische Station. Dabei handelt es sich um eine Berghütte, die vielen Gipfelstürmern als Basis für ihr Unterfangen dient. Leider ist sie in einem erbärmlichen Zustand. Der Zustieg ist interessant: schon dieser führt über den Tariverdi Gletscher, den aber auch Pferde passieren können, dank extra Beschlägen. Für uns gut: so muss nur leichtes Tagesgepäck selber getragen werden. Aber dennoch wird klar: unsere Gruppe ist außerordentlich stark und erfahren. Alle haben eine ansehnliche Gipfelbiographie. Richtige Bergvagabunden. Und so wird auch Bergkameradschaft unter den widrigen Behausungsbedingungen und der strapaziösen Enge gepflegt. Wir hausen in Doppelstockbetten zu viert oder fünft nebeneinander. Wie die Heringe.

Aber nach einem weiteren Eingehtag versuchen wir schon am ersten der beiden möglichen Gipfeltage unser Glück: und tatsächlich, trotz des raschen Höhengewinns und der deshalb schwachen Akklimatisation stehen noch am frühen Mittag mit Ausnahme von zwei Teilnehmer alle freudestrahlend auf dem Gipfel. Und das wird abends mit einheimischen Chacha gebührend gefeiert. Unser einheimischer Dolmetscher, Guide und Koch David gab einen hervorragenden Tamada. Vielen Dank nochmal an ihn.

Da sich das Wetter verschlechterte und für fast alle der Gipfel erreicht war, verbrachten wir den Reservetag in Kasbegi, dem Talort.

Und unsere Entdeckung: Eine Mountainbike-Verleihstation machte möglich, dass wir das Tal im Sattel erkunden konnten. Eine schöne Abwechslung.

Am Folgetag wurde es härter. Ganz ungewohnte Qualitäten wurden uns abverlangt: Sitzfleisch. Wir verbrachten fast den halben Tag in der Autoschlange am Grenzübergang nach Russland. Trotz des frühen Aufbruchs bescherte uns das russische Ferienende diese lange Wartezeremonie.

Schade, dass die Renationalisierung hier auch mit solch rigiden Grenzregimes verbunden ist. Die Russen dazu lakonisch: „Gott machte den Menschen. Und die Menschen machen Grenzen“.

Und so erreichen wir -- obschon es gar nicht soweit entfernt ist -- erst am Abend den Talort des Elbrus, Terskol. Und auch hier beweist sich wieder, wie ungewöhnlich sportlich unsere Gruppe ist: zu den Botschki auf reichlich 4.000m fahren nur wenige wie üblich mit der Seilbahn. Die halbe Gruppe steigt den ganzen Weg zu Fuß. Und hat dabei auch noch -- aus sportlichen Gründen -- reichlich GepäckDie Unterkunft in den Botschki ist natürlich deutlich besser als am Kasbek. Mehr Platz, was gerade jetzt bei der Reise-Halbzeit und den damit einhergehenden Pack- und Räumorgien sehr zupass kommt. Aber noch was ist hier sehr viel einladender und schon fast die Reise wert: die frische und originale Küche von Marianne. Bei uns in der Heimat würde das als Bio-Resto durchgehen.

Aber nur dafür sind wir ja nicht da: der Elbrus lockt an sonnigen Tagen. Kaiserwetter. Oder besser, Gipfelwetter. In drei Gruppen steigen wir mit einheimischen Guides, die uns per Funkkontakt verbinden auf den westlichen der beiden Gipfel und stehen also auf dem Dach Europas. Ein unglaublicher Blick. Und wie gesagt: Kaiserwetter.

Wir bleiben lang da. Die sportlichsten unter uns helfen den Kameraden, die etwas länger brauchen und versichern den etwas späteren Rückweg für jene. Ein bergsteigerisch unvergessliches Erlebnis.

Zurück im Tal erholten wir uns mit selber geangeltem Fisch, dem obligatorischen Schaschlik und abends in einer ausgesprochenen Spelunke, mit DJ-Wunschkonzert, Russkij rock, Rock-Band und berauschtem Tanz. So geht eine 14-tägige Bergfahrt zu Ende, die neben den originär alpinen Erlebnissen mit 1000 landeskundlichen Eindrücken gespickt war und die Bergkameradschaft feierte, so dass ich noch lang daran denken werde.

Bis bald, eurer Gunther

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