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Termine2019-08-26T12:19:05+01:00

Vom Abessinischen Hochland in die Wüste Danakil

Äthiopien

Trekking auf dem Dach Afrikas und Wüstenexpedition – Felsenkirchen, Semien-Berge und Vulkan Erta Ale

4.5 /5
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3440 EUR

  • Inklusive Flüge
  • 8-12 Teilnehmer
  • 20 Tage
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Informationen zu Ihrer Reise

„Einmal alles?“ – „Bitte schön!“ Schroffes Hochland und endlose Wüste, artenreiche Natur und lebendige Geologie, alte Kulturen und tiefe Spiritualität – Äthiopien bietet einen unerreichten Facettenreichtum und der Geschmack von frischem Fladenbrot (Injera), die mystischen Gesänge orthodoxer Priester, das Tollen der Blutbrustpaviane und die vulkanischen Dämpfe aus dem Erdinnern werden Ihnen ewig in Erinnerung bleiben!

Trekking in den Semien-Bergen und Kulturgeschichte in Lalibela, Gondar und Axum

In Lalibela bestaunen Sie ehrfürchtig die berühmten Felsenkirchen, im Fasil Ghebbi von Gondar begeben Sie sich auf die Spuren alter Kaiserdynastien und in den zerklüfteten Semien-Bergen erkunden Sie auf herausfordernden Trekkingetappen, eine einzigartige endemische Tier- und Pflanzenwelt. Kurvenreiche Gebirgsstraßen führen weiter nach Axum, wo Sie auf die Relikte einer antiken Zivilisation stoßen. Nach dem Durchqueren der Tigray-Region, deren Felsmassive an Westernfilmkulissen erinnern, erreichen Sie die unwirtliche Welt der Danakil-Senke.

Danakil – Afar-Nomaden, Dallol und Vulkan Erta Ale

Von nun an folgen Sie den Spuren der Salzkarawanen der Afar und dringen mit jedem Kilometer tiefer in eine faszinierend schöne Wüste vor. Die kaleidoskopischen Farben der Schwefelterrassen von Dallol werden Sie genauso begeistern, wie der brodelnde Schlund des Erta-Ale-Vulkans! Über den Afrera-Salzsee und den Awash-Nationalpark führt der Weg zurück nach Addis Abeba.

Höhepunkte

  • Anspruchsvolles 5-tägiges Trekking in den Semien-Bergen
  • Rotbrustpaviane im Semien-Nationalpark (UNESCO)
  • Felsenkirchen von Lalibela, Palastbezirk in Gondar und antikes Axum (UNESCO)
  • Afar-Salzkarawanen, bunte Schwefelterrassen von Dallol und Vulkan Erta Ale
  • Off-Road-Fahrt durch die endlose Danakil-Wüste

Das Besondere dieser Reise

  • Einmaliger Ausblick von der Kirche Asheten Maryam
  • Visionäres Projekt: Geschlechtergleichheit und Armutsbekämpfung in der Awra Amba Community

Verlauf Ihrer Reise

1. Tag: Anreise

Am späten Abend fliegen Sie von Frankfurt nach Addis Abeba.

2. Tag: Ankunft und Stadtrundfahrt in Addis Abeba

Am Morgen erwartet Sie Ihr DIAMIR-Reiseleiter am Bole International Airport und begleitet Sie zum Hotel. Dort können Sie erst einmal in Ruhe ankommen und erhalten dann ein erstes einstimmendes Briefing. Im Anschluss lernen Sie die äthiopische Hauptstadt bei einer entspannten Stadtrundfahrt kennen. Auf dem Entoto-Berg (3200 m) besuchen Sie den beschaulichen ‚Kaiserpalast‘ von Menelik II und haben eine wundervolle Aussicht auf die Silhouette der hektischen Metropole. Danach erwartet Sie im Nationalmuseum eine der ältesten Frauen der Welt. Die Australopithecus-Dame Lucy lebte vor 3,2 Millionen Jahren und wird von den Äthiopiern liebevoll Dinkenesh – Du Wunderbare – genannt. Übernachtung im Sabon Hotel.

3.-4. Tag: Flug nach Lalibela – Felsenkirchen 2×(F/A)

Von Addis Abeba fliegen Sie nach Lalibela, berühmt für seine einzigartigen Felsenkirchen (UNESCO-Weltkulturerbe). Der Legende nach soll König Lalibela die Kirchen mit Hilfe von Engeln vor achthundert Jahren aus dem roten Tuffstein gemeißelt haben, um ein zweites Jerusalem zu errichten. Den gesamten Nachmittag haben Sie Zeit die Nordgruppe der Felsenkirchen zu besichtigen. Am nächsten Morgen erwartet Sie eine erste Tour zur Höhenakklimatisierung. Durch die wunderschöne Berglandschaft von Lasta wandern Sie hinauf zur Kirche Asheten Maryam (2990 m). Nach der Rückkehr vom Berg besichtigen Sie den südlichen Kirchenkomplex und die berühmte, kreuzförmige Sankt-Georg-Kirche. 2 Übernachtungen im Panoramic View Hotel.

5. Tag: Lalibela – Bahir Dar 1×(F/A)

Auf der sogenannten „chinese road“ führt der Weg durch das äthiopische Hochland. Unterwegs haben Sie immer wieder tolle Ausblicke in die Täler und können in den Dörfern Eindrücke einer jahrtausendealten, bäuerlichen Lebensweise gewinnen. Am Nachmittag erreichen Sie Bahir Dar, die neue Hauptstadt der Provinz Amhara. Mit ihrer Lage am Südufer des Tana-Sees, dem angenehmen Klima und den palmengesäumten Straßen gehört die Stadt zu den angenehmsten Äthiopiens. Übernachtung in der Abay Minch Lodge. (Fahrzeit ca. 6-7h, 315 km).

6. Tag: Bahir Dar – Wasserfälle des Blauen Nil – Gondar 1×(F/A)

Heute besuchen Sie zunächst die 35 km von Bahir Dar entfernten Wasserfälle des Blauen Nil (Tis-Issat-Fälle). Nach einer ca. 45-minütigen Wanderung auf schmalen Pfaden erreichen Sie eine Anhöhe, von wo sich Ihnen ein fantastischer Blick auf das einmalige Naturschauspiel eröffnet. Danach begeben Sie sich auf den Weg zur alten Königsstadt Gondar und besuchen unterwegs die selbstverwaltete Dorfgemeinschaft Awra Amba. In Awra Amba herrscht Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die Menschen sehen sich als religionslos und alle arbeiten gemeinschaftlich für das Wohl aller. Übernachtung im Goha Hotel. (Fahrzeit ca. 5-6h, 310 km).

7. Tag: Gondar – Semien-Gebirge 1×(F/A)

Am Morgen besichtigen Sie den Palastbezirk von Gondar. Die Stadt wurde 1632 vom Kaiser Fasilidas gegründet und war für fast zwei Jahrhunderte die Hauptstadt des Reiches und das Zentrum der äthiopischen Kultur, Literatur und Wissenschaft. Danach fahren Sie über Debark in den Semien-Gebirge-Nationalpark (UNESCO-Weltnaturerbe) und erreichen am späten Nachmittag den Ausgangspunkt Ihres mehrtägigen Trekkings: das Sankaber Camp (ca. 3250 m). Übernachtung im Zelt. (Fahrzeit ca. 3h, 125 km).

8. Tag: Sankaber Camp – Gich Camp 1×(F/M/A)

Auf gut befestigten Hirtenpfaden wandern Sie entlang einer spektakulären Klippenlandschaft und genießen atemberaubende Ausblicke in die Bergtäler. Ein besonderer Höhepunkt ist der Jinbar-Wasserfall, der mehr als 500 m in die Tiefe fällt. In einem idyllischen Flusstal verbringen Sie die Mittagspause direkt am Flussufer und beginnen anschließend den Schlussanstieg zu Ihrem heutigen Camp. Auf einem Hochplateau im Übergangsbereich zur afroalpinen Vegetationszone liegt das Gich Camp (3600 m). Genießen Sie nach Ankunft einen heißen Tee und mit etwas Glück und günstigem Wolkenspiel, können Sie einen dramatischen Sonnenuntergang auf der Hochebene erleben. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 6-7h).

9. Tag: Wanderung zum Imet Gogo 1×(F/M/A)

Auf der heutigen Etappe genießen Sie die wohl spektakulärsten Ausblicke in den gesamten Semien-Bergen. Sie wandern entlang der westlichen Steilwände des Gebirgszuges zum Gipfel des Imet Gogo (3926 m). Auf dem Rückweg über Saha (3785 m) und Kedadit (3760 m) treffen Sie vielleicht Blutbrustpaviane (Dscheladas) oder können mit etwas Glück die seltenen Abessinischen Steinböcke (Walia ibex) beobachten. Übernachtung wie am Vortag. (Gehzeit ca. 5-7h).

10. Tag: Gich Camp – Chennek Camp 1×(F/M/A)

Durch eine afroalpine Landschaft mit Erika-Vegetation und unzähligen Lobelien wandern Sie hinauf zum Inatye (4070 m). Vom Inatye können Sie schon einmal schauen, ob Sie Ihr Tagesziel – das Chennek Camp – erblicken können. Das Chennek Camp (ca. 3600 m) bietet neben weiteren grandiosen Ausblicken auch ausgezeichnete Tierbeobachtungsmöglichkeiten. Übernachtung im Zelt. (Gehzeit ca. 6-8h).

11. Tag: Besteigung des Bwahit 1×(F/M/A)

Wenn Sie möchten, können Sie heute einen der höchsten Berge Äthiopiens besteigen. Der Bwahit (4430 m) liegt in der Nähe des Camps und kann in ca. 3-4h erwandert werden. Der Aufenthalt im Camp ist nicht minder reizvoll: beobachten Sie Lämmergeier bei ihrem thermischen Gleitflug oder die frechen Hornraben bei ihren Streitereien. Gerade am Morgen und am frühen Abend geben sich gewöhnlich Dscheladas und Steinböcke in Camp-Nähe ein Stelldichein. Übernachtung im Zelt.

12. Tag: Semien-Gebirge – Axum 1×(F/A)

Sie verlassen die Semien-Berge und setzen zunächst Ihren lokalen Bergführer in Debark ab. Danach geht es auf spektakulären Serpentinenstraßen von der kühlen Bergwelt des Semien-Gebirges in die trockenheiße Provinz Tigray. Nach einer tagesfüllenden aber kurzweiligen Fahrt erreichen Sie Axum, den Ursprungsort der salomonischen Kaiserdynastie. Übernachtung im Yared Zema International Hotel. (Fahrzeit ca. 8-9h, 310 km).

13. Tag: Antike Stelen von Axum 1×(F/A)

Den gesamten heutigen Tag nutzen Sie für eine ausgiebige Erkundung der antiken und religiösen Stätten von Axum. Vor mehr als 3000 Jahren begann hier die Entwicklung des äthiopischen Kaiserreiches. Sie besuchen den Stelenpark – mit der größten, über 500 Tonnen schweren axumitischen Grabstele, den Dongur-Palast – den man volkstümlich der Königin von Saba zuschreibt sowie das Doppelgrab von König Kaleb und Gebre Maskal. Ein weiterer Höhepunkt ist sicherlich der Besuch der Maryam-Tsion-Kirche, in der bis heute – so sagt man zumindest – die legendäre Bundeslade aufbewahrt und von einem Priester beschützt wird. Übernachtung wie am Vortag.

14. Tag: Axum – Wukro 1×(F/M (LB)/A)

Nachdem die nötigen Permits beschafft wurden, fahren Sie via Adigrat durch die bezaubernde Gheralta-Region nach Wukro. Unterwegs besuchen Sie die Kirche Abuna Abraham, die aufgrund ihrer versteckten Lage bis heute ihren ursprünglichen Charme erhalten hat. Auf einer kleinen Wanderung zur Kirche erleben Sie eine kontrastreiche Landschaft geprägt von Sukkulenten und Sandsteinformationen. Am Abend erreichen Sie Wukro, wo Sie die Nacht verbringen werden. Übernachtung in der Wukro Lodge (einfaches lokales Hotel). (Fahrzeit ca. 4-5h, 240 km).

15. Tag: Wukro – Schwefelterrassen von Dallol – Assale-See – Assobole 1×(F/M/A)

Heute geht es im wahrsten Sinne des Wortes abwärts: auf Serpentinstraßen fahren Sie hinunter in die Danakil-Wüste. Diese gilt als eine der vulkanisch aktivsten und heißesten Gegenden der Welt, mit Temperaturen von bis zu 50°C. Am Assale-Salzsee arbeiten Salzstemmer unter schwersten Bedingungen und Sie können den schweren Abbau und das Verladen des „weißen Goldes“ aus nächster Nähe erleben. Nach diesen menschlichen Höchstleistungen erwartet Sie die bezaubernde Schönheit eines besonderen Naturphänomens. Am Dallol-Vulkan glänzen Schwefelterrassen in kaleidoskopischen Farben, während Salzkristalle und erodierende Felsen die stummen Statisten einer fantastischen Szenarie bilden. Übernachtung im Zelt.

16. Tag: Assobole – Vulkan Erta Ale 1×(F/M/A)

Nach einem ausführlichen Wüsten-Frühstück beginnen Sie Ihre Offroad-Fahrt in Richtung Erta-Ale-Vulkan. Querfeldein führt die Route durch die Danakil. In Dodom holen Sie von den lokalen Autoritäten die Erlaubnis zum Besteigen des Erta Ale ein und fahren dann weiter zum Basislager des Vulkans. Am späten Nachmittag beginnen Sie mit dem Aufstieg zum Vulkankrater und oben angekommen, bietet sich Ihnen ein Naturschauspiel ohnegleichen. Sie steigen in die Caldera des Erta Ale ab, nähern sich dem offenen Schlund und haben genügend Zeit das urzeitliche Spektakel auf sich wirken zu lassen. Übernachtung in einfacher Steinhütte auf dem Erta Ale. (Gehzeit ca. 1-2h, ca. 200 m↑; Fahrzeit ca. 3-4h, 80 km).

17. Tag: Erta Ale – Afrera-See – Semera 1×(F/M/A)

Vor Sonnenaufgang haben Sie noch einmal die Gelegenheit das überwältigende Naturschauspiel zu erleben. Mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt dann der Abstieg zum Basislager, wo frischer Kaffee und ein ausgiebiges Frühstück auf Sie warten. Gut gestärkt, setzen Sie Ihre Fahrt durch die Danakil fort. Vorbei am Afrera-See, der von über 200 sprudelnden Quellen gespeist wird, erreichen Sie Semera, die Haupstadt der Provinz Afar. Übernachtung in der Heimes Pension (einfaches lokales Hotel). (Gehzeit ca. 1-2h, ca. 200 m↓; Fahrzeit ca. 7-8h, 320 km).

18. Tag: Awash-Nationalpark 1×(F/M/A)

Heute verlassen Sie die Danakil und fahren entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruch nach Südwesten. Auf einer langen aber nicht minder interessanten Fahrt erreichen Sie am Abend den Awash-Nationalpark. Direkt am Ufer des gleichnamigen Flusses schlagen Sie unter großen Ficus-Bäumen Ihr Nachtlager auf. Am knisternden Feuer können Sie die Abenteuer der letzten Tage noch einmal Revue passieren lassen. Übernachtung im Zelt. (Fahrzeit ca. 6-7h, 410 km).

19. Tag: Debre Zeyit – Addis Abeba – Abreise 1×(F/M (LB))

Nach dem Frühstück besuchen Sie die beeindruckenden Awash-Wasserfälle und bei der Ausfahrt aus dem Park lassen sich mitunter Oryx-Antilopen, Warzenschweine, Kudus und Paviane entdecken. Auf der Fahrt nach Addis Abeba legen Sie eine Pause an einem der schönen Kraterseen von Debre Zeyit ein. Zurück in Addis können Sie sich dann noch in Ihrem Tageszimmer ein wenig ausruhen, bevor Sie am Abend von Ihrem DIAMIR-Reiseleiter am Flughafen verabschiedet werden. Tageszimmer im Sabon Hotel.

20. Tag: Ankunft

Ankunft am Morgen in Frankfurt.

(F) = Frühstück, (M) = Mittagessen, (L) = Lunchpaket, (A) = Abendessen

Leistungen zu Ihrer Reise

Enthaltene Leistungen

  • Linienflug ab/an Frankfurt nach Addis Abeba und zurück mit Ethiopian Airlines oder anderer Fluggesellschaft in Economy Class
  • DIAMIR-Reiseleitung
  • Inlandsflug Addis Abeba – Lalibela in Economy Class
  • alle Fahrten in privaten Fahrzeugen
  • Campingausrüstung exkl. Schlafsack und Isomatte
  • Bergführer, Koch, Tragetiere während der Trekkingtage
  • Koch, Polizei- und Afar-Sicherheitskräfte in der Danakil-Wüste
  • 3 Liter Trinkwasser (in Flaschen) pro Tag während der Trekkingtage
  • 4 Liter Trinkwasser (in Flaschen) pro Tag in der Danakil-Wüste
  • alle Eintritte laut Programm
  • Reiseliteratur
  • Tageszimmer am Abreisetag
  • 7 Ü: Zelt
  • 6 Ü: Hotel im DZ
  • 2 Ü: Hotel (einfach)
  • 1 Ü: Lodge
  • 1 Ü: Hütte
  • Mahlzeiten: 17×F, 8×M, 2×M (LB), 16×A

Nicht in den Leistungen enthalten

  • nicht genannte Mahlzeiten und Getränke
  • Visum (ca. 50 US$)
  • Flughafengebühren im Reiseland
  • optionale Ausflüge
  • Foto- und Videogebühren
  • Trinkgelder
  • Persönliches

Hinweise & Zusatzinformationen zu Ihrer Reise

Hinweise

Mindestteilnehmerzahl: 8, bei Nichterreichen Absage durch den Veranstalter bis 28 Tage vor Abreise möglich

Trekking in den Semien-Bergen: Das Erreichen der Gipfel in den Semien-Bergen kann durch ungünstige klimatische Bedingungen (starker Wind, Nebel, Dauerregen, Schneefall) und andere widrige Umstände sowohl erheblich erschwert werden, als auch im Extremfall unmöglich sein. Der verantwortliche Reiseleiter/Bergführer ist in dem Fall berechtigt, die weitere Besteigung zum Schutz von Gesundheit und Leben aller Beteiligten abzubrechen. Etwaige Regressansprüche bestehen in solch einem Fall nicht.

Erta-Ale-Vulkanbesteigung: Bitte beachten Sie, dass der Erta Ale als einer der aktivsten Vulkane der Welt gilt, der immer wieder plötzlich und unvorhersehbar ausbrechen kann und in diesem Fall der Besuch bzw. die Besteigung des Vulkans nicht mehr möglich ist. Ebenso kann die Sicht auf den Lavasee durch stärkere Rauchentwicklungen aufgrund von Vulkanaktivität und Wetterbedingungen (Wind, Regen etc.) eingeschränkt sein.

Schwefelterrassen: Im Gebiet der Schwefelterrassen von Dallol sind keine Wege für Besucher ausgewiesen. Zum Erhalt dieses geologisch-vulkanischen Naturwunders und zur eigenen Sicherheit bitten wir Sie entlang massiver Gesteinsformationen zu laufen und nicht die weitflächigen Schwefel- und Kaliumsalzablagerungen zu betreten und zu beschädigen. Die Sicht auf die spektakulär bunte Landschaft ist von unzähligen Blickwinkeln aus großartig.

Bitte haben Sie Verständnis, dass die auf dieser Reise beschriebenen Tierbeobachtungen nicht garantiert werden können. Es handelt sich um intensive Naturerlebnisse mit freilebenden, wilden Tieren, deren Verhalten nicht zu 100% vorhersagbar ist. Im unwahrscheinlichen Fall keiner Sichtung ist dennoch keine Reisepreis-Erstattung möglich. Wir und unsere Partner vor Ort setzen jedoch all unsere Erfahrung und Kenntnisse ein, um bestmögliche Sichtungschancen zu erreichen.

Anforderungen

Teamgeist und Bereitschaft zum Komfortverzicht, gute Ausdauer und Kondition sowie Hitzeverträglichkeit für mehrstündige Fahretappen sind Voraussetzung für diese Reise. Die Fahrten im nicht klimatisierten Geländewagen mit Allradantrieb führen teilweise über sehr schlechte Pisten bzw. unebenes Gelände. In der Danakil-Wüste muss mit Tagestemperaturen bis zu 50°C gerechnet werden. Sanitäre Anlagen und Waschmöglichkeiten sind in der Wüste nicht vorhanden. Sie sind mit einheimischen, erfahrenen Guides und zwei Soldaten in Allradfahrzeugen unterwegs und übernachten zum Teil unter freiem Himmel oder in Doppelzelten, bei deren Aufbau Sie bitte mithelfen. Vier Reisende und ein Fahrer teilen sich ein Fahrzeug.

Trekking in den Semien-Bergen: Teamgeist und Bereitschaft zum Komfortverzicht, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie gute Ausdauer und Kondition für mehrstündige Wanderetappen auch in Höhenlagen von über 4000 m sind für das anspruchsvolle, mehrtägige Trekking in den Semien-Bergen unabdingbar.

Erta-Ale-Vulkanbesteigung: Der Auf- und Abstieg am Vulkan Erta Ale ist anstrengend und erfordert physische und mentale Belastbarkeit. Die Strecke kann auch mit Hilfe eines Reitkamels absolviert werden.

Karte Ihrer Reise

  • Prozessionszug in Lalibela
  • Blick ins Tal von Lalibela
  • Lalibela
  • Rotbrustpavian in den Semien-Bergen
  • Szenerie in den Semien-Berge
  • Chennek Camp in den Semien-Bergen
  • Alltag des Salzabbau in der Danakil
  • farbenprächtige Caldera, Dallol Vulkan
  • Erta Ale im Morgengrauen

Äthiopien – Land des Lächelns zwischen Himmel und Hölle

Sonja und Christoph Schellhammer | 02.04.2019

Dieses Land ist einfach unglaublich! … unglaublich vielfältig in Geschichte, Natur und Gesellschaft! Vier Wochen tauchen wir ein in die frühe Geschichte des Christentums, erwandern die Höhen der Simien Mountains, chillen mit den Gelada-Affen Angesicht zu Angesicht, klettern auf einen 4400 m hohen Gipfel und schwitzen in der Danakil Senke bei 42° Celsius auf 90 m unterm Meeresspiegel … und, und, und … feiern Chris Geburtstag auf einem rauchenden Vulkan.

Nun aber von vorne:

Als „Quereinsteiger“ in unsere Diamir Äthiopienreise sind wir von Salalah im Oman über Addis Ababa nach Lalibela geflogen. In Addis am Flughafen haben wir uns hartnäckig einen Stempel am Immigrationsschalter erkämpft … dabei waren sie doch grad am Fensterputzen an den netten kleinen Immigrationshäuschen! Man will uns allen Ernstes einreden, Immigration sei auch in Lalibela möglich – klar doch: Ein kleiner Provinzflughafen bei dem uns später schon das „Gepäckfließband“ in Form einer Reihe von Gepäcktrolleys vorm Gepäckanhänger auf dem Rollfeld ein amüsiertes Schmunzeln ins Gesicht treibt. Na ja, wir haben ja den Stempel zu dem Zeitpunkt zum Glück schon im Pass. Willkommen in Äthiopien!

Hier sind die TukTuks weißblau und zu Essen gibt’s Injera ( … ein riesiger, tellerersetzender Sauerteigfladen im Idealfall aus dem einheimischem Teff – Getreide) mit diversen Gemüsen, Salaten, Soßen. Und ein Bier! St.Georg, der Drachentöter – gleich der erste christliche Schutzheilige, der uns hier begegnet…

Am nächsten Morgen trifft auch unsere Reisegruppe ein. In diesem Land macht es bei der „Erstbegegnung“ durchaus Sinn organisiert unterwegs zu sein. Allein die Transportfrage und das Trekking wären auf eigene Faust eine absolute Herausforderung bis Unmöglichkeit gewesen, dürfen wir unterwegs dann feststellen. … dazu die vielen Infos über Land, Leute, Natur & Kultur!

So geht es dann in Lalibela auch gleich am ersten Tag in die Vollen – wir schauen uns die erste Charge der berühmten Felsenkirchen an. Die Felsenkirchen von Lalibela sind elf Kirchen, die um das Jahr 1250 jeweils als Monolithen aus der umgebenden Felsformation herausgearbeitet wurden. Mit ihren bis zu zehn Metern Höhe gehören diese Gebäude zu den größten von Menschen aus Stein gehauenen Strukturen der Welt.

Wir bestaunen diese Bauwerke und frischen unsere Kenntnisse der Geschichten des Alten Testaments auf. Wie war das noch mit Abraham??? Es gibt noch diverse gut erhaltene Decken- und Wandgemälde – biblische Bildergeschichten und auch Ornamente, die uns weiterhelfen. Nett auch die Mischung aus alten Gemälden, neueren Bildern in Rahmen an die Wände gelehnt und auch die eine oder andere Wanduhr ( … von Ikea?) Und natürlich der unvermeidliche Vorhang, hinter dem ein Heiligtum versteckt ist … bis hin zur Bundeslade? Manchmal blinzelt auch Jesus hinterm Vorhang vor … Die orthodoxen Christen haben eindeutig einen Hang zur Geheimniskrämerei! So klettern wir einen Nachmittag durch die Kirchenlandschaft, ziehen Schuhe an und aus … die Teppiche in den Kirchen sind uns etwas suspekt, geht doch das Gerücht vom Flohzirkus um. ( … also entweder SprühSprüh und Füße waschen oder auf Überzieher vertrauen – was die Äthiopier darüber denken, sei mal der Fantasie überlassen…)

Am Abend noch ein kleiner Bummel durch „downtown“ Lalibela – leider machen die ganzen kleinen Buden gerade dicht – es finden sich aber schnell ein paar Kids, die ihre Englischkenntnisse an uns ausprobieren. Nach „Give me pen!“ und „Give me money!“ führen wir tatsächlich ein paar nette Dialoge zu Berufs- und Studienwünschen und den Familienmitgliedern. Das Englisch ist im Gegensatz zum Oman erfreulich gut – offensichtlich genug Touristen hier zum Üben ; )

Am nächsten Morgen ist die erste Wanderung zur Akklimatisierung angesagt, wir sind immerhin schon auf 2500 Metern. Unser Ziel – guess what? – eine Kirche! „Asheten Maryam“ liegt oben auf dem Berg auf 2990 m. Beeindruckende Ausblicke in die Landschaft der vielen Tafelberge und Canyons machen Lust auf mehr. Auch das Landleben wird ein bißchen konkreter … die Erntezeit ist hier oben schon fast vorbei, die Getreidefelder abgeerntet – es dominiert die Farbe braun. In der Kirche ein fleißiger Priester. Bereitwillig präsentiert er uns verschiedenste Outfits und lässt sich gerne fotografieren. Auch in die alten Bücher dürfen wir einen Blick werfen und verschiedene Ikonen werden uns gezeigt.

Beim Abstieg dann unsere erste Kaffeezeremonie: frische Kaffeebohnen werden geröstet bis es qualmt. An dem qualmenden Pfännchen darf (muss) die ganze Kaffeerunde einmal schnuppern. Im Mörser werden die Bohnen zermahlen. Das Kaffeepulver in die dickbauchige Kaffeekanne gefüllt und mit Wasser aufgegossen. Aufkochen und dann ist ein Kaffee fertig, der sich vor keinem Espresso verstecken muss! Herzklopfen gratis … und der Zuckerkonsum steigt auch immens …

Am Nachmittag arbeiten wir die zweite Hälfte der Kirchen ab … unglaublich was die Menschen dort gemeißelt haben. Für etwas Unmut sorgt eine Maßnahme der UNESCO, die mit Hilfe eines italienischen Architekten das Weltkulturerbe überdacht haben … wenig formschön und nach 5 Jahren schon mit lockeren Schrauben. Jetzt macht man sich Sorgen, dass die Überdachung auf die Kirchen kracht – das Abbauen wird finanziell den Äthiopiern überlassen, die nun zu Recht schimpfen. Da hatten die Kirchen doch Jahrhunderte dem Wetter getrotzt und nun so was!

Am nächsten Tag fahren wir durchs äthiopische Hochland Kurve um Kurve bis nach Gondar. Die Fahrt ist landschaftlich das ganz große Kino und jeder Stopp wird zum Erlebnis. Ihr glaubt nicht, aus welchen Ecken alles Kinder hervorgekrabbelt kommen, obwohl es grad noch nach einem einsamen Pipi-Stopp aussah! Mit einem Grüppchen habe ich einen Riesenspaß, weil wir den Spieß mal umdrehen und die Kids sowohl deutsche Touristen als auch sich gegenseitig fotografieren!!! Laute Juchzer und das große Staunen über die Fotos =)

In Gondar schauen wir uns die Bauten von Kaiser Fasilidas aus dem 17. Jahrhundert an – Erinnerungen an unsere dunklen Ritterburgen drängen sich auf. Betreten können wir das Gelände erst, nachdem der morgendliche Gottesdienst direkt vorm Eingangstor beendet ist. Seit 4 Uhr lauschen die Menschen in weiße Tücher gehüllt ihrem Priester und den Gesängen … stundenlange orthodoxe Gottesdienste sind hier die Regel!

Weiter geht’s am Folgetag über Dörfer und immer tiefer in die Berglandschaft hinein. In manchen Dörfern ist Markttag, kunterbunt und quirlig und auch unterwegs am Straßenrand werden uns immer wieder Souvenirs angeboten. Am Abend erreichen wir unser erstes Camp auf 3250 m und die Temperaturen sind merklich gesunken. Die abendliche Runde löst sich schnell auf und alle kuscheln sich in ihre mehr oder minder warmen Schlafsäcke.

Drei obligatorische Scouts begleiten uns ab nun durch die Berge – der Anblick der umgehängten Kalaschnikows beeindruckt uns doch etwas … aber es sind sehr freundliche Gesellen, die eine Freude daran haben uns erste amharische Wörter beizubringen … „Amazegnalo“ (= Danke!) wird vom Zungenbrecher nach und nach zum meistgenutzten Wort =)

Bis auf 3600 m schrauben wir uns heute zum Gich-Camp hoch. Entlang von senkrechten Felsabbrüchen, durch kleine Wälder mit flechtenbewachsenen Bäumen wandern wir schließlich auf einer Grasebene bis zu unserem Camp, das auf einem Hochplateau mit einem gigantischen Ausblick liegt. Hier wachsen außer den großen Grasbüscheln noch Lobelien, die dekorativ in der Landschaft stehen. Lämmergeier und Adler kreisen über dem Camp und wissen schon, dass sie hier den einen oder anderen Imbiss erwarten dürfen.

Das absolute Highlight ist aber die große Gruppe Gelada – Affen, die grasend über die Hochebene zieht. Wir sitzen schließlich im Abendlicht zwischen den Tieren und können sie ausgiebig beim Abendfressen beobachten. Geladas sind Vegetarier und ernähren sich vom Gras der Hochebenen. Bezeichnend ist das rote „Herz“ auf ihrer Brust, mit dem sich insbesondere die Männchen im Kampf und bei der Paarung „brüsten“. In der Nacht schlafen die Geladas in den senkrechten Felswänden hängend, um vor Feinden geschützt zu sein. Auch an diesem Abend zieht der äthiopische Wolf seine Runden um die grasende Herde und sorgt hier und dort für beträchtliche Unruhe.

Nach einer weiteren spektakulären Akklimatisationswanderung zum Imet Gogo (3926m) genießen wir das Campleben und es bleibt noch Zeit für eine kleine Musiksession in der Küchenbude. Gruppenübergreifend wird gesungen und getrommelt – ich habe mal wieder Spaß mit meiner Ukulele … und ab nun machen wir fast jeden Abend a bissle Musik … im Küchenzelt oder davor – auch zur Begeisterung unserer Scouts, die mit ihren umgehängten Waffen zumindest bei „Let it be“ schmunzelnd mitsingen – na also, Beatles gehen immer!!!

Wir schrauben uns die kommenden Tage immer höher – über den Inatye (4070m) zum Chennek Camp und schließlich auf den Bwahit (4430m). Einer der höchsten Berge Äthiopiens beschert uns bei strahlendem Sonnenschein im Anstieg Steinböcke und oben einen 360° Grad Blick in die beeindruckende Berglandschaft! Soooooo schön! Bei der Rückkehr im Camp ist das Essenzelt mit (Klopapier-) Girlanden und Blümchen geschmückt und zur Belohnung gibt’s zum Essen äthiopischen Rotwein … ein Hoch auf unsere Küchencrew!!!

Und nun geht’s runter in die Wärme! In Aksum schauen wir uns die berühmten Stelenfelder an und das Grab der Königin von Saba – von Aksum aus begann vor 3000 Jahren die Besiedelung Äthiopiens. Ob damals die Mücken auch schon so nervig waren – Chris & mich haben sie jedenfalls in der Nacht überfallen und so zerstochen, dass wir noch etliche Tage was davon hatten! Tja, Wärme hat ihren Preis … und es soll noch wärmer werden:

Zunächst einmal wechselt die Landschaft – Sandstein statt Tafelberge. Durch die Gheralta-Region fahren wir nach Wukro. Unterwegs klettern wir auf einen weiteren Berg und schauen uns die Kirche Abuna Abraham an. Auch diese Kirche wurde halb in den Fels gemeißelt – aber eben hoch oben auf dem Berg. Hier oben werden die Kinder getauft und die Toten begraben. Der Ausblick ist jedenfalls toll!

Nun geht es endgültig in die Wärme – die Danakil Senke wurde uns mit bis zu 50° Celsius angekündigt. Wir sind deshalb ganz happy, als das Thermometer auf dem Weg nach Hamed Ela „nur“ 36° Celsius anzeigt! Geschlafen wird … auf Afarbetten direkt neben der Straße, auf der die Salzlaster hin und wieder vorbeidonnern. Idyllisch! Aber nachts sind alle Katzen schwarz und der Himmel voller Sterne!

Dafür fahren wir zum Sonnenuntergang raus in die Salzwüste … welch eine Landschaft!!! Und tatsächlich kommt uns völlig malerisch eine Salzkarawane entgegen und die Kamele ziehen mit ihren Salzlasten an uns vorbei … einfach nur WHOW!!!! Die Arbeit der Salzbrecher, die auch heute noch in dieser Hitze mit langen Stangen das Salz in Blöcke brechen und auf die Kamele laden ist unvorstellbar kräftezehrend … salzen wir unsere Speisen also mit Bedacht. (… das Salz von hier wird allerdings hauptsächlich zur Tierfütterung verwendet.)

Wir stehen jedenfalls völlig beeindruckt in dieser weiten Landschaft – spickeln in wassergeflutete Löcher, schauen Salzkristalle und Salzblöcke an … dort wo die Salzebene endgültig mit Wasser bedeckt ist, scheinen die Menschen auf dem Wasser zu gehen …Salzkarawane

Am nächsten Morgen fahren wir weiter zu den Schwefelterrassen von Dallol – da lassen wir einfach mal die Fotos sprechen – die bunten Farbspiele der Natur sind zu eindrücklich für Worte … stellt euch dazu einfach ein bisschen Blubbern und die Stinkbomben der längst vergangenen Schulstreiche vor, dann stimmt das Szenario =)

Wir umfahren einen Teil der Danakil Senke – die Wege sind zur Zeit zu feucht zum Befahren … und machen uns auf den Weg zum Erta Ale. Der Erta Ale ist einer der sechs Vulkane weltweit, in dessen Caldera sich ein Lavasee befindet. Bis vor zwei Jahren war dieser See auch direkt vom Kraterrand unproblematisch zu bestaunen. Aber jedes Fass ist einmal voll und nachdem der See übergeschwappt ist, liegt er deutlich tiefer und der überstehende Kraterrand – fraglich stabil – verwehrt meistens den vorher so beeindruckenden Anblick. Im Moment macht der Erta Ale seinem Namen alle Ehre – übersetzt aus dem Afar heißt Erta Ale „Berg, der raucht“. Joooo, und das hat er auch in dieser Nacht getan. Obwohl wir uns schwitzend durch den Abend den 613m hohen Vulkan hochgearbeitet haben! Am Kraterrand befindet sich ein skurriles Camp für Touristen in dem wir gegen 21 Uhr ankommen. Von da steigen wir in die Caldera ab und stapfen, durch unsere Baumarkt-Atemmasken schnaufend, durch teils dichten und recht ungesund riechenden, ätzenden Qualm einmal vor bis zum Abbruch Richtung Lavasee – hin und wieder ein rotes Glühen im Blickfeld. („Was mach ich hier eigentlich ????“) EIN Foto hinunter in den roten See gibt es Dank eines wagemutigen Teilnehmers … Da ist es – das unheimliche, aber faszinierende rote Glühen aus dem Erdinneren: Hat hier die Idee vom Fegefeuer und dem Höllenschlund seinen Ursprung ??? Wir sind jedenfalls einfach nur froh nach einer gefühlten Ewigkeit wieder im Zeitweise ziemlich verqualmten Camp direkt am Kraterrand zu sitzen. Eigentlich wollen wir hier oben in Chris‘ Geburtstag reinfeiern – statt beim „Tanz auf dem Vulkan“ fällt der Ouzo unseren geräucherten Kehlen noch vor Mitternacht zum Opfer. Und so schlafen wir mit Atemmasken in Steinkreis“zimmerchen“ in den neuen Tag hinein. Um 4 Uhr ist die Nacht zu Ende – die Gruppe entscheidet sich für den geordneten Rückzug und wieder um eine Erfahrung reicher zockeln wir in der Dunkelheit talwärts. Den rauchenden Berg in unserem Rücken sind wir froh bei angenehmen Temperaturen kurz nach Sonnenaufgang im Camp anzukommen.

Weiter geht’s durch die Danakil – Wüstenlandschaft Richtung Afrera-See. Ein Bad in Aussicht … was gibt es Schöneres nach dieser rauchigen, staubigen Nacht??? Aber auch dieses Bad will verdient sein – unser Headdriver versenkt mal schnell noch den Jeep im Sand … und wir sind nach unseren Oman Erfahrungen beruhigt, dass das auch Profis noch passiert

  • Dallol Schwefelterrassen in der Danakil-Wüste
  • Blutbrutpaviane in den Semien Bergen
  • Blutbrutpavian in den Semien Bergen
  • Sonnenuntergang den Semien Bergen
  • Landschaftsszenen aus den Semien Bergen
  • über Vulkangestein zum Vulkan Erta Ale
  • Landschaftsszenen aus den Semien Bergen
  • Bete Emanuel Kirche in Lalibela
  • Trekking in den Semien Bergen
  • Äthiopische Steinbock in den Semien Bergen
  • Landschaftsszenen aus den Semien Bergen
  • Äthiopische Wolf in den Semien Bergen
  • Georgskirche in Lalibela
  • Zeltcamp in den Semien Bergen
  • Krokodil am Awash-Wasserfall
  • Strassenszenen aus Nordäthiopien
  • Wüstensalz der Danakil
  • Äthiopischer Erzrabe
  • Landschaftsszenen aus den Semien Bergen
  • Landschaftsszenen aus den Semien Bergen

Vom Abessinischen Hochland in die Wüste Danakil

Susanne Albinger | 10.12.2018

Addis Abeba

Etwas ehrfürchtig stehen wir vor der Vitrine, in der ein paar Knochen liegen: „Lucy“. Es war mir gar nicht so bewusst, dass meine Reise in das Land geht, in dem das berühmte Skelett gefunden wurde. Obwohl wir hier im Nationalmuseum von Addis Abeba nur die Kopie sehen (das Original wird irgendwo im Keller an einem sicheren Ort verwahrt), hat man doch das Gefühl ein wichtiges Bindeglied der Menschheitsgeschichte vor sich zu haben und bekommt einen ersten Eindruck, wie geschichtsträchtig dieses afrikanische Land ist.

Der Besuch im Nationalmuseum ist die letzte Etappe unserer Stadtrundfahrt durch Addis Abeba, die sich mit ihren zahlreichen Hochhäusern – in unterschiedlichen Stadien der Fertigstellung – als moderne Großstadt präsentiert. Mit den dazugehörigen verstopften, dreispurigen Straßen, durch die sich unser Bus zurück zum Hotel quält.

Es ist der erste Tag unserer Reise und nach einer Nacht im Flieger führte uns der erste Spaziergang gleich in ein kleines Lokal gegenüber dem Hotel, wo wir den berühmten äthiopischen Kaffee das erste Mal kosten konnten. In kleinen, bunten Tassen, die randvoll mit dem schwarzen Getränk waren, wurde er serviert. Dazu Popcorn und aus dem hinteren Teil des Lokals strömte der Geruch von Weihrauch zu uns herüber. Unverzichtbarer Bestandteil der „Coffee Ceremonie“. „Amasegenallu“, Danke auf Amharisch, zaubert ein Lächeln auf das ernste Gesicht der jungen Frau, die uns bedient.

Lalibela

Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen, denn wir fliegen nach Lalibela zu den berühmten Felsenkirchen. Der Ort ist über mehrere Hochplateaus verteilt und unser Hotelzimmer bietet einen fantastischen Blick über die Ebene unter uns und auf die Geier, die direkt am Fenster vorbei segeln. Da fällt es fast schwer, sich wieder in den Bus zu setzen, um die eigentlichen Attraktionen zu besichtigen. Wir beginnen mit der größten der Felsenkirche, der Bete Medhane Alem, in der Nordgruppe, um am nächsten Nachmittag bei der berühmtesten, der St. Georgs-Kirche in der Ostgruppe, unsere Tour zu beenden.

Man kann natürlich einfach nur sagen: wir haben viele Kirchen gesehen. Aber das wird dem Labyrinth an Gängen, Tunneln und wackeligen Brücken, zwischen denen sich die Felskirchen verstecken, nicht gerecht. Jede Kirche ist für sich ein Unikat, hat eine andere Form und Größe und strahlt eine eigene Stimmung aus. Die aus dem rötlichen Felsen gehauenen Räume, deren Böden Schichten von Teppichen bedecken, sind unterschiedlich geschmückt mit bunten Tüchern oder Malereien, deren Farbe im Verlauf der Jahrhunderte verblasst sind. Ich muss gestehen, dass ich mir nicht alle Namen gemerkt habe und auch von den Erzählungen der englischen Guides ist nicht sehr viel in meinem Gedächtnis hängen geblieben.

In Erinnerung geblieben sind mir die unterschiedlichen Formen der Fenster, die großen, schweren Holztüren, die ernsten Gesichter der Priester, wenn sie mit einem Kreuz für die Fotos Modell standen, die Betenden in ihren weißen Gewändern, der Blick nach oben auf den schmalen Streifen Himmel, und natürlich unser „Schuh-Mann“, der in den zwei Tagen unsere Schuhe „bewacht“ hat, während wir auf Socken die Kirchen besuchten. Selten habe ich jemanden gesehen, der Schuhe so liebevoll in Reih und Glied aufgestellt hat und schon bald von jedem in unserer Gruppe wusste, welche Schuhe ihm gehören.

Am Abend liege ich im Bett, lasse die vielen Eindrücke noch mal vor meinem geistigen Auge vorüberziehen und bestaune den unendlichen Sternenhimmel, der sich durch die großen Fenster direkt über mir aufspannt.

Semien Gebirge

Mit Zwischenstopp in Gondar und Besichtigung der alten Kaiserstadt geht es über kurvige Straßen Richtung Semien Gebirge im Norden. Das Land scheint nur aus Bergen zu bestehen, unser Bus ächzt eine Serpentinenstraße nach der anderen hoch, nur um sich auf der anderen Seite wieder den nächsten Berg hinunterzustürzen.

Teilweise geht es über holprige Buckelpisten, weil die Straße noch in Bau ist, und dann wieder über ein glattes Asphaltband. Verkehr gibt es kaum, die größten Hindernisse sind Schafe, Ziegen, Kühe und Esel, die wie selbstverständlich mitten auf der Straße unterwegs sind. Die meisten dieser kleinen Herden werden von Kindern gehütet, die wohl nicht älter als 5 oder 6 Jahre sind. Oft winken sie unserem Bus zu oder halten die Hand auf in Erwartung kleiner Geschenke.

Auf den letzten Stunden der Fahrt wird die Sicht durch strömenden Regen getrübt und es sieht schon so aus, als ob die heutige Wanderung buchstäblich ins Wasser fällt. Doch kurz vor unserem Ziel scheint der Regen eine Pause einzulegen und als wir entlang des Kliffs mit Blick auf die Ebene unter uns wandern, kämpft sich die Abendsonne durch die Wolken und taucht die Landschaft in weiches Licht. Vor uns eröffnet sich ein Märchenland mit bizarren Felsformationen, zwischen denen die Wolken hängen, und kleinen Plateaus, auf die grüne Felder ihr Muster zeichnen. Die Bäume sind dicht mit Moos behangen und während wir durch das noch feuchte Gras streifen, umgibt uns der Duft der Thymian Bäume, die hier überall wachsen.

Ich weiß nicht, was ich zuerst fotografieren soll. Die Sonnenstrahlen und Wolken zaubern immer wieder andere Farben und Stimmungen auf die Landschaft und schließlich muss ich einfach stehen bleiben, um die Szenerie auf mich wirken zu lassen.

Kurz bevor wir unser Lager erreichen, begegnen wir einer weiteren Attraktion des Nationalparks: den Dscheladas oder Blutbrustpavianen. Eine Herde von ca. 30 Tieren sitzt gemütlich im hohen Gras und lässt sich durch unsere Anwesenheit nicht stören. Ein friedliches Bild im Abendlicht, das den Mähnen der eindrucksvollen Männchen einen goldenen Schimmer verleiht. Nur manchmal unterbricht aufgeregtes Geschrei die Ruhe, wenn es wohl Meinungsverschiedenheit in der Gruppe gibt.

Die nächsten fünf Nächte im Zelt auf über 3.000 Meter Höhe sind recht kühl, aber die Tage entschädigen uns mit Sonnenschein, immer wieder traumhaften Ausblicken und kitschigen Sonnenuntergängen. Die Dscheladas sind fast allgegenwärtig und ab und zu gesellt sich ein seltener Äthiopischer Wolf zu ihnen. In den Zeltlagern leisten uns die schwarz-weißen Erzraben Gesellschaft und immer wieder kommt ein Milan oder Adler vorbei.

Krönender Abschluss unserer Trekking-Tour ist der Aufstieg auf den 4.430 Meter hohen Bwahit, der uns mit einem traumhaften Rundumblick bei strahlendem Sonnenschein belohnt. Und als Draufgabe geben uns auch die Walia Steinböcke die Ehre.

Axum und Wukro

Dann geht es wieder zurück in die Zivilisation. In Axum erwarten uns die Stelen, imposante Steinsäulen, die Überreste von Grabmälern sind. Überhaupt scheint die Stadt nur aus Ausgrabungen zu bestehen: wir besuchen die Grabmäler von König Kaleb und seinem Sohn, die Überreste des Palastes von Dongur – gegenüber zwischen den Stelen grasen die Kühe und spielen die Kinder – und schließlich den Pool der Königin von Saba.

Am interessantesten finde ich aber den Besuch einer kleinen Bar, vor der ein Stück Stoff auf einem Stock anzeigt, dass es hier das selbstgebraute Bier gibt („Ausg’steckt is“ wie der Wiener sagen würde). Die Gäste in dem kleinen Innenhof scheinen erfreut über die kleine Abwechslung und unser Interesse an dieser einheimischen Spezialität, die Talla genannt wird. Jeder von uns bekommt einen weißen Blechbecher mit einem Löwen, in dem die milchig braune Flüssigkeit ausgeschenkt wird.

Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Wukro. Unterwegs besuchen wir zwei kleine Kirchen, Maryam und Daniel Korkor, die hoch oben zwischen den Sandsteinfelsen versteckt sind. Der Weg dorthin entpuppt sich als halbe Kletterpartie zwischen und über die Felsen. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Gläubigen auch diesen anstrengenden Weg auf sich nehmen müssen, wenn sie die Kirchen besuchen wollen. Die zweite Kirche erreicht man nur über einen kleinen Pfad entlang der Felswand. Eine unscheinbare Tür mitten im Fels markiert den Eingang in den kleinen, rechteckigen Raum, der in den Fels gehauen ist, verziert mit bunten Malereien.

Die Aussicht von dort oben über die endlose Ebene ist atemberaubend und man kann verstehen, dass man sich hier oben Gott ein kleines Stückchen näher fühlt.

Danakil

In Wukro beginnt nun der expeditionsartige Teil unserer Reise: wir steigen in vier Jeeps um und abwärts geht die Fahrt Richtung Danakil Senke. Wieder schlängeln sich die Serpentinen durch die Landschaft, die langsam karger und trockener wird, bis wir nur noch von kahlen Bergen aus Stein umgeben sind.

Beim Mittagessen, von unserem Koch für die nächsten Tage serviert, ist es schon recht heiß. Ein ziemlicher Kontrast zum kühleren Klima der Berge. Hier bekommen wir auch unsere lokale Genehmigung und drei Polizisten als Begleitschutz für die nächsten Tage, die sich mit ihren Gewehren noch zu uns in die Jeeps quetschen.

Das Nachtlager in der Wüste stellt dann meine Flexibilität und Anpassungsfähigkeit doch etwas auf die Probe: es besteht aus einem wackeliges Bettgestellt direkt neben der Straße, umgeben von Plastikmüll. Etwas romantischer hatte ich mir die Zeltübernachtung in der Wüste schon vorgestellt.

Am nächsten Morgen geht es dann durch die Salzwüste Richtung Dallol. Für eine Wüste fahren wir durch überraschend viel Wasser und erfahren, dass vor ein paar Wochen hier noch ein See mit ein paar Metern Höhe zu finden war. Nun erstreckt sich rechts und links die weiße Fläche aus Salzkristallen.

Die Schwefelterrassen von Dallol erstrahlen in allen Gelb-, Grün- und Brauntönen, die man sich vorstellen kann. Es kocht und blubbert unter der Oberfläche und die Schwefelkristalle formen abstrakte Muster auf dem felsigen Boden. Immer wieder gibt es neue Konstellationen zu entdecken und man möchte – trotz der sengenden Hitze – Stunden hier verbringen.

Aufgrund des vielen Wassers in der Wüste – ja, auch das gibt es – müssen wir unsere Reiseroute kurzfristig ändern und übernachten in Abaela bei einer Familie, die in einem hübschen, ruhigen Innenhof Zimmer für uns hat.

Am nächsten Abend stehen wir am Kraterrand des Erta Ale, dem geheimen Höhepunkt unserer Reise. Die Bilder der roten Lava, die man im Internet findet, haben unsere Erwartungen hochgeschraubt. Nun schauen wir ungläubig in die Tiefe: nichts als schwarzer Rauch. Nicht einmal ein Lichtschimmer, nur Dunkelheit. Damit hat wohl niemand von uns gerechnet. Die Enttäuschung ist uns allen ins Gesicht geschrieben. Unser Guide bekommt uns fast nicht weg von der Kante des Vulkans. „Nur noch 10 Minuten“, die kleine Hoffnung, dass der dichte Qualm doch noch aufreißt und einen Blick auf den brodelnden See unter uns freigibt.

Schweigend gehen wir über die brüchigen Lava-Platten zurück zu unserem Nachtlager. Nur ab und zu ist ein Husten hinter der Atemmaske zu vernehmen, der schwefelige Rauch reizt den Hals.

Auch am nächsten Morgen hat sich der Rauch nicht verzogen und wir steigen enttäuscht wieder ins Tal ab.

Erst als wir zu Mittag einen kurzen Stopp machen, um im Afrera-Salzsee eine Runde zu schwimmen, bessert sich die Stimmung wieder etwas. Der See liegt wunderschön und erinnert mit seiner türkisen Farbe an die Karibik. Das warme Wasser bringt zwar keine Abkühlung, aber es tut gut, den Vulkanstaub von der verschwitzten Haut abzuwaschen. Das anschließende Bad in den warmen Quellen gleich daneben ist entspannend, lässt aber den Schweiß dann wieder fließen.

Awash NP

Nach einer Übernachtung in Logia erreichen wir am nächsten Nachmittag unseren Zeltplatz im Awash Nationalpark, der letzten Station auf dieser Reise. Unsere Zelte stehen schön unter Bäumen direkt am Fluss (in dem wir aber wegen der Krokodile nicht baden sollten). Wir sind die einzige Gruppe heute und es ist angenehm ruhig.

Bevor es dunkel wird, machen wir noch eine Runde durch die nähere Umgebung: Paviane und Meerkatzen beobachten uns neugierig. Auch ein paar weiße Ibisse und Tokos mit rotem Schnabel entdecken wir in den Bäumen. Das Abendessen mit Kerzenlicht bei angenehmen Temperaturen, begleitet vom Zirpen der Grillen, versöhnt wieder ein bisschen mit der Enttäuschung am Vulkan.

Als uns am nächsten Morgen ein plötzlich einsetzender Regenguss das Frühstück verregnet, werden wir kurzerhand zur nahen Lodge gefahren, wo wir mit tollem Blick auf den Awash Wasserfall doch noch ein Frühstück bekommen. Anschließend geht sich auch noch eine Pirschfahrt durch den Park aus und wir bekommen eine hübsche Oryx-Antilope zu Gesicht.

Dann geht es aber leider schon wieder in Richtung Addis Abeba. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen, so viele Eindrücke, neue Erfahrungen über ein faszinierendes Land, das so viel mehr bietet als man sich daheim in Europa vorgestellt hat.

  • Sonnenuntergang über den Semien-Bergen
  • Landschaft – Blick von der Felsenkirche Abuna Abraham
  • Axum – zerbrochene Stele
  • Mann in Harar
  • Felsenkirche Abuna Abraham – Detailaufnahme
  • Das Bad des Fasilides – Detailaufnahme
  • Die Straßen von Harar
  • Mädchenporträt in Harar
  • Himmel über Dallol
  • Gruppenbild in Dallol
  • Flug nach Lalibela
  • Heiße Quelle am Afar-See
  • Kamelkarawane in der Danakil
  • Semien-Berge
  • Bevölkerung in Harar
  • Wetterphänomene – Regen auf der Strecke
  • Wetterphänomene – Nebel
  • Semien-Berge

„Unhit“ – ein Reisebericht aus Äthiopien

Andreas Kornacki | 28.02.2018

Als ich mich im Frühjahr 2017 entschieden habe, die Reise „Vom Abessininschen Hochland in die Wüste Danakil“ (EATSEM) bei Diamir zu buchen, war der Erta Ale der große Traum und vielleicht der Hauptgrund für meine Buchung. Im Nachhinein muss ich Abbitte leisten und bekennen, dass ich nicht ansatzweise wusste, was für ein faszinierendes und unglaublich vielfältiges Land Äthiopien ist. Der Besuch am Erta Ale war schlussendlich faszinierend und ein Highlight. Aber eben auch nur EIN Highlight und nicht der alles überstrahlende Höhepunkt der Reise.

Meine Reise beginnt 2 Tage früher als die der Gruppe, ich möchte Zeit haben anzukommen, vor der obligatorischen Stadtrundfahrt mit der Gruppe meine ersten eigenen Eindrücke von Land und Leuten sammeln. Das funktioniert für mich sehr gut, da ich am ersten Tag bei dem Besuch des Red Terror Marty Museum schon einen tiefen Einblick in die Geschichte dieses auch immer wieder zerrissenen Landes gewinne.

Am 2. Tag ahne ich bei einem Ausflug zum Debre Libanos Monastery schon die Weite des Landes. Außerdem sind dort die Portuguese Bridge und das Rift Valley die ersten Anlässe, die Kamera zu zücken. Bei diesem Ausflug lerne ich auch zum ersten Mal die hohe Qualität des lokalen Partners von Diamir kennen: Green Land, der größte äthiopische Tour Operator hat diesen Individualausflug erst am Vortag innerhalb weniger Stunden mit einem hervorragenden Driver-Guide für mich organisiert. Der erste exzellente Eindruck wird sich in den kommenden drei Wochen täglich bestätigen und in einem erheblichen Maße zu dem fantastischen Reiseerlebnis beigetragen.

Der andere wesentliche „Erfolgsfaktor“ für eine der schönsten und eindrucksvollsten Reisen meines Lebens: Unsere Reisebegleitung Gertrud „Gerti“ Kiermeier. Gerti hat uns mit solcher Gelassenheit, Umsicht und voller Leidenschaft für Äthiopien begleitet, mit ihren Erzählungen und vor allem ihrer Persönlichkeit beeindruckt. Die Reise- und Bergerfahrung von ihr sind faszinierend und ihre menschliche Integrität und Empathie haben sie für mich zu einer wertvollen Bekanntschaft werden lassen. Sie ist mehr als eine Reisleitung, sie war der moderierende, immer freundliche und die Übersicht behaltende „gute Geist“ unserer Reisegruppe.

Aber nun wieder der Reihe nach. Doch obwohl es nur einige persönliche Schlaglichter werden sollen, wird es trotzdem unmöglich sein, mich auf die von Diamir für Reiseberichte empfohlenen 2 Seiten zu beschränken.

Heiligabend, 24.12.2017 – die Gruppe kommt an, ein erstes Briefing. Auch das Thema der Sicherheitslage wird ehrlich und offen angesprochen, und den Mitreisenden wird der Raum gegeben, mögliche Sorgen und Fragen zu thematisieren. Nicht alle wissen, dass wenige Wochen zuvor ein deutscher Tourist unter ungeklärten Umständen am Erta Ale erschossen wurde. Danach erkunden wir die Stadt, hören die Geschichte der „neuen Blume“, wie Addis Abeba übersetzt heißt und besuchen das Nationalmuseum.

Am 25.12.2017 fliegen wir nach Lalibela, und schon der kurze Flug ist durch die atemberaubende Landschaft ein beeindruckendes Erlebnis. Es ist die passende Einstimmung für die Besichtigung der Felsenkirchen.

In der Gruppe wird nach den zwei Tagen diskutiert, ob zu viele Kirchen besichtigt worden seien. Meine klare Antwort: Nein! Denn schon nach der ersten Kirche ist der Gedanke nah: „Unglaublich“, doch nach der elften ist das Ausmaß der gigantischen Leistung erst wirklich zu verstehen.

Ein Lob für die Programmgestaltung gebührt hier auch der eingeplanten ersten längeren Wanderetappe. Eine gute Gelegenheit, sich mit den Bedingungen in der Höhe vertraut zu machen, gerade für Menschen mit weniger Wander- und Höhnerfahrung.

Am 27.12.2017 geht es weiter nach Gondar. Die Geschichte und historischen Stätten sind beeindruckend, man spürt den Atem der alten Kaiserstadt. Mein Highlight ist das „Bad des Fasilidas“, ein 70×40 Meter großes Bassin, in dessen Inneren sich ein kleines Schloss auf Säulen erhebt. Alljährlich findet hier das Timkatfest statt, zur Erinnerung an die Taufe Jesu Christi im Jordan. Dann wird das gesamte Becken mit Wasser aus dem nahegelegenen Fluss gefüllt.

Die zweie große Etappe der Reise beginnt am 28.12.2017, das Trekking im Simien Mountains Nationalpark. Hier finde ich keine angemessenen Worte, daher nur ein paar Fakten und Zahlen:

28.12.2017: Wanderung zum Sankaber Camp (3.250m)

29.12.2017: Wanderung zum Gich Camp (3.600m)

30.12.2017: Wanderung über den Imet Gogo (3.926m), den (3.785m) und den Kedadit (3.760m)

zurück zum Gich Camp (3.600m)

31.12.2016: Wanderung über den Inatye (4.70m) zum Chennek Camp (3.600m)

01.1.2018: Wanderung über den Bwahit (4.30m) zurück zum Chennek Camp (3.600m)

Was für ein Start in das Jahr 2018!!!

Unsere Fotos vermögen die Weite und Schönheit der Landschaft kaum adäquat abbilden, aber uns eint alle nicht aufzugeben, es trotzdem zu versuchen…

Nach den Simien Mountains geht es nach Axum, was ein weiterer kultureller Höhepunkt der Reise werden soll. Die Stelen sind natürlich nicht zu vergleichen mit den Pyramiden, und trotzdem kommt mir die dieselbe Frage wie in Gizeh in den Sinn: Wie haben sie das nur geschafft… Im Gegensatz zu den Felsenkirchen, wo zwar die Größe der Aufgabe sprachlos macht, ist es hier für mich auch die Frage der Technik, die mich kopfschüttelnd und staunend diese Giganten einer längst vergangenen Blütezeit bestaunen lässt.

Auf der Fahrt nach Wukro, über das sich nicht viel berichten lässt, besuchen wir die Felsenkirche Abuna Abraham. Die Wanderung bergauf fällt nach den Tagen in den Bergen leichter und oben angekommen, belohnt, neben der Kirche selbst, erneut ein wunderschöner Blick auf die Landschaft Äthiopiens die Anstrengungen. Unsere Wege trennen sich am nächsten Morgen. In Wukro verlassen uns die Teilnehmer der 15 tägigen Reise, die heute nach Addis Abeba zurückfliegen, während wir in die Jeeps umsteigen, und für uns der Expeditionsteil der Reise beginnt. In drei Jeeps mit unseren fantastischen Fahrern Joel, Mohamed und Alex brechen wir auf. Und hier beginnt nun auch die Tour der Wetterphänomene – Nebel und Regen werden wir erleben, den Dallol und den Erta Ale mit grauen Wolken und ohne Sonne – ohne jetzt urteilen zu wollen, ob dafür eine globale Klimaveränderung verantwortlich ist oder wir schlicht einer einmaliger Ballung von Wetterphänomen beiwohnen durften: es sind so zumindest seltene Bilder entstanden.

Die Danakil, die Salzwüste, der Dallol, der Erta Ale – es gibt so viele Bilder zu sehen im Netz und auch so viel darüber zu lesen. Ich glaube, ich kann dort nichts Wertvolles ergänzen. Ich kann meine Eindrücke, die Erlebnisse und Eindrücke wohl nicht so beschreiben, dass jemand die Schönheit und Erhabenheit nachvollziehen könnte, der nicht dort war. Das tiefe Grollen des Vulkans, das Knirschen des jungen Lavagesteins unter den Schuhen, der Geruch des Schwefels – Erinnerungen die ich mitnehme, immer wieder höre, wenn ich die Augen zumache und mich daran zurück erinnere.

Das möchte ich aber doch noch sagen: Mach es! Fahre hin, wenn Du darüber nachdenkst und es kannst. Es ist eine unglaubliche Reise, es sind einmalige Eindrücke und Du wirst es nicht bereuen. Das, fast möchte ich es versprechen, ist sicher. Und mein einziger Rat: Vergiss am Erta Ale Deine Kamera und genieß den Moment. Die eine Sekunde, wo ich die „Suppe blubbern“ sehe, das ist das Bild, das mir bleibt. Ein Bild, das ich ohne Linse und Objektiv mit bloßem Auge gesehen habe – und in diesem einen kurzen Moment keine Kamera dieser Welt hätte einfangen können.

Auf der Fahrt Richtung dem Awash Nationalpark ein Zwischenstopp am Afera See, ein Salzsee umgeben von heißen Quellen, die ihn speisen. Ein kleines Paradies, wenngleich auch hier, wie an viel zu vielen Stellen, der Plastikmüll überhandnimmt. Aber das vergesse ich, während ich mir den Schwefelgeruch der vergangenen Tage und das Salz des Sees im warmen Wasser der heißen Quelle abwasche.

Der Awash Nationalpark als Ausklang ist dann noch eine relative Enttäuschung, auch wenn die Lodge, bei der wir zelten, sehr schön ist, ein guter Ort für den letzten gemeinsamen Abend. Doch im Park selbst wird am nächsten Morgen leider überdeutlich, dass der Wildtierbestand sich erst sehr langsam wieder entwickelt, und die vielen Nutztiere im Nationalpark diese Entwicklung eher behindern als befördern.

Für mich folgt heute, am 10. Januar 2018 ein weiterer Abschied: Die Gruppe fährt zurück nach Addis Ababa, von wo sie am Abend zurückfliegen werden. Für mich geht es mit Joel, einem der Fahrer, noch weiter nach Harar, eine Reiseverlängerung, die ich leider als einziger aus der Gruppe gebucht habe. Für mich wird das der perfekte Abschluss der Reise. Die Altstadt von Harar, eindeutig muslimisch und gleichzeitig doch von einem friedlichen überkonfessionellen Miteinander geprägt, ist mit vollem Recht eine Welterbestätte der UNESCO. Die „weiße Stadt“, die gleichzeitig so farbenfroh und lebendig ist.

Als Fazit bleibt für mich festzuhalten, dass diese Reise eigentlich aus mehreren Reisen bestand, so unterschiedlich waren die verschiedenen Etappen: Addis, der historische Norden, das Trekking im Simien Mountains National Park, gefolgt von der Danakil, der Landschaft voller Salz, dem Dallol und der Lavalandschaft des Eta Ale – all das war schon so vielfältig und reich, dass es eigentlich nicht in eine Reise passt – und dann noch mit Harar als Schlusspunkt noch ein weiterer komplett neuer Eindruck zum Ende.

Andreas Kornacki, Februar 2018

P.S.: Und warum heißt der Reisebericht „Unhit“? Ganz einfach: Das ist Gertis „Schlachtruf“ als Signal zum Sammeln und Weiterfahren, wenn alle wieder „an Bord“ sind. So wurde „Unhit“ ein ganz wesentlicher Teil des Soundtracks der Reise für mich.

  • Kinder am Weg
  • Lalibela unter dem Schutz der UNESCO
  • Felsenkirche Georgskirche
  • Schwefelsee in der Danakil
  • Prieser beim Gebet
  • Semien-Berge
  • Reste des Palastes der Königin von Saba
  • Meerkatzr im Awash NP
  • Salzmenschen in der Danakil
  • Georgskirche Lalibela
  • Priester auf dem Weg nach Gondar
  • AETSEM_150214_4MRK_Vulkan-Erdaale.jpg
  • Wasserfall im Swash NP
  • Fastenessen mit Injerabrot und Linsen
  • Kloster am Weg
  • Felsenkirche Lalibela
  • Stele in Axum
  • Bauern beim Getreide dreschen in Lalibela
  • Salzsee in der Danakil
  • Abbrüche der Semien-Berge
  • Abbruchkante der Semienberge

Äthiopien – Von den Semien-Bergen in die Wüste Danakil

Marita Rings-Kleer | 28.03.2014

Äthiopien – Vom Abessinischen Hochland in die Wüste Danakil- 20 Tage Trekking- und Kulturrundreise vom 15.02.-06.03.14

Wir waren in Äthiopien unterwegs, hier ein kurzer Bericht:

vom Himmel in die Hölle – Kirchen, Lucy, Berge, Wüste und der Vulkan Mitte Februar sind wir zu unserer Reise nach Äthiopien aufgebrochen, zur Wiege der Menschheit, zu den Kirchen des himmlischen Jerusalem, zum Weltnaturerbe Semien-Berge, zu Klöstern, in die Wüsten-Hölle mit ihren Salzarbeitern und den brodelnden Schwefelquellen, vorbei an endlosen Kamelkarawanen und schließlich an den Rand der Vulkans.

Addis Abeba ist tatsächlich eine Stadt wie viele andere, hektisch und laut. Doch die Kirchen, der alte Palast Meneleks II. und das Museum sind angenehme Ruhepole. Ein Blick auf unsere Ahnin „Lucy“ enttäuscht, weil sie so klein ist und lasst doch ehrfürchtig werden.

Lalibela mit seinen Kirchen, in den Felsen und aus dem Felsen geschlagen, war ein Höhepunkt und einfach nur beeindruckend. Der Aufstieg zum alten Kloster eine erste Herausforderung an die Höhentauglichkeit.

Die Fahrt über Land, endlos auf und ab, nach Gondar und dann in die Berge: die Schönheit der Semien-Berg einfach atemberaubend.

Axum, die alte Königsstadt, stellt uns die Königin von Saba vor.

Und dann die Danakil. Staub ohne Ende, Hitze und das Campen im Dorf – outside auf einfachen Bettgestellen unter freiem Himmel.

Die Salzarbeiter haben unseren Respekt, die Karawanen auch, der Schwefel reizt unsere Nasen, aber der nächtliche Vulkan ist das Schönste und Größte, was wir gesehen haben. Alle sind von dieser so ungeheuren Naturgewalt einfach überwältigt.

Der lange Weg zurück nach Addis lässt uns Zeit, alles einzuordnen und immer wieder staunend zurückzublicken. Die letzte Nacht im Awasch-Camp lässt uns noch einmal Afrika atmen, bevor Addis uns wieder laut und hektisch auf unsere Rückreise einstimmt.

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