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Termine2019-08-26T12:19:05+01:00

Wüstenritt durch ein unbekanntes Land

Turkmenistan

Mit dem Geländewagen zu Nomaden und uralten Kulturstätten im wohl geheimnisvollsten Wüstenstaat der Erde

4.4 /5
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3090 EUR

  • Inklusive Flüge
  • 6-10 Teilnehmer
  • 13 Tage
  • Schwierigkeit:
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Informationen zu Ihrer Reise

Die 13-tägige Abenteuerreise ist für alle ein Muss, die Turkmenistans vielschichtige Landschaft erkunden und das Leben in der großen Karakum-Wüste intensiv erleben möchten.

Moderne trifft auf Tradition

Bei dieser Reise begegnen Sie sowohl den modernen Aspekten der Städte, wie in Ashgabat oder Turkmenbashi, aber treffen auch auf historisch bedeutsame Ruinenstätten und lernen die traditionelle Lebensweise der Nomaden in einer der unwirtlichsten Wüsten der Welt kennen. Sie erleben die Höhepunkte des Landes ausführlich: ob inmitten der Canyon-Landschaft von Yangikala, dem Feuerkrater von Darwaza oder den Ruinen von Merw und Gonur.

Off-Road-Erlebnisse in einem unbekannten Land

Während des Großteils der Reise sind Sie mit dem Allradfahrzeug unterwegs. Auf einer Nachtfahrt in den modernen Zügen des Landes haben Sie aber auch Gelegenheit, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Noch immer zählt das Land, welches sich lange gegenüber Reisenden verschlossen hatte, zu den Exoten auf der touristischen Landkarte und so werden Sie als Gast vor allem bei den Wüstennomaden stets herzlich empfangen.

Höhepunkte

  • Spektakel der Moderne und Superlative in Ashgabat
  • Canyonlandschaften von Yangikala und Yangisuw
  • Feuerkrater von Darwaza – Das Tor zur Hölle
  • Historische Stätten Gonur Tepe und Merw (UNESCO)

Das Besondere dieser Reise

  • Zugfahrt von Ashgabat nach Turkmenbashi
  • Durchquerung der Karakum-Wüste mit dem Allradfahrzeug

Verlauf Ihrer Reise

1. Tag: Anreise

Flug nach Ashgabat. Ankunft in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages. Transfer zum Hotel. Übernachtung im Hotel.

2. Tag: Ashgabat Stadtbesichtigung 1×(F/A)

Nach dem Frühstück lernen Sie Ashgabat bei einer Stadtrundfahrt kennen. Zunächst besuchen Sie einen der größten Basare Zentralasiens. Über den Park der Unabhängigkeit, den Neutralitätsbogen und das futuristische Riesenrad geht es zum Stadtrand, wo sich die größte Moschee des Landes zu Ehren von Turkmenbashi sowie direkt nebenan sein Mausoleum befinden. Gegen Abend Transfer zum Bahnhof und Fahrt mit dem komfortablen Nachtzug nach Turkmenbashi. Dinner-Box. Übernachtung im Schlafwagen.

3. Tag: Yangisuw-Canyon 1×(F/M (LB)/A)

Morgens Ankunft in Turkmenbashi. Bei einer Stadtrundfahrt verschaffen Sie sich einen Überblick über die wichtigste turkmenische Stadt am Kaspischen Meer. Anschließend fahren Sie mit dem Geländewagen zum ersten großen Canyon der Region – dem Yangisuw. Sie wandern durch die herrliche Canyonlandschaft. Am Abend Errichtung des Camps. Übernachtung im Zelt. (Fahrzeit ca. 5h, 200 km).

4. Tag: Yangikala-Canyon 1×(F/M (LB)/A)

Heute fahren Sie zum noch imposanteren Yangikala-Canyon. Wie aus dem Nichts erheben sich riesige Kalksteinformationen, die eine Höhe von 150 bis 200 m erreichen. Wahrscheinlich handelt es sich um Überreste eines riesigen Korallenriffs des Urmeeres Tetis. Auf den Hochebenen finden sich Ammonite und Muscheln. Gerade bei Sonnenuntergang bietet sich Ihnen ein fantastisches Farbschauspiel. Am späten Nachmittag fahren Sie zur Pilgerherberge in Gözli-Ata. Übernachtung in der Herberge. (Fahrzeit ca. 4h, 200 km).

5. Tag: Gözli-Ata – Serdar 1×F

Heute geht es erstmal zurück in die Zivilisation. Über Balkanabat fahren Sie auf einer Route der Seidenstraße Richtung Osten und besichtigen den Paraw-Bibi-Schrein. Dieser befindet sich einige 100 m in einem Felsmassiv eingebettet und ist wohl der berühmteste landesweit. Am Fuß des Berges ist eine Pilgerherberge. Unweit davon sind die Überreste der alten Stadt Afraw zu erahnen. Diese Stadt war offenbar eine arabische Grenzfestung, die der Verteidigung gegen die Oghusen diente. Weiterfahrt nach Serdar, der strategisch wichtigen Station für Ihre weitere Tour in die Karakum-Wüste. Übernachtung in einem einfachen Gästehaus. (Fahrzeit ca. 5h, 260 km).

6. Tag: Serdar – Balishem 1×(F/M (LB)/A)

Nun beginnt die große Durchquerung der Karakum-Wüste. Von Serdar fahren Sie nordwärts bis die Straße in Garabogaz nach 22 km endet und in einen alten Karwanenweg übergeht. Teilweise geht es entlang des Flussbettes des Uzboy-Stromes bis hin zu den Ruinen der Ygdykala-Festung. Diese Anlage hat ihren Ursprung im Partherreich. Ziel des Tages ist ein Wüstencamp in der Nähe von Balishem. Übernachtung im Zelt. (Fahrzeit ca. 5h, 160 km).

7. Tag: Balishem – Darwaza 1×(F/M (LB)/A)

Es geht weiter gen Osten. Immer wieder ändert sich das Landschaftsbild dieser unwirtlichen Wüste. Mal weite Sanddünen, mal ausgetrocknete Ebenen, die von großen Felsformationen durchschnitten werden. Auf Ihrer Fahrt werden Sie sicher auch wilden Kamelen begegnen. Ihr heutiges Ziel ist die Oase Darwaza. Insbesondere der Feuerkrater, der wenige Kilometer von der ehemaligen Siedlung entfernt liegt, ist das Ziel eines jeden Reisenden durch Turkmenistan. Seit den späten 70ern strömt aus der eingestürzten, ehemaligen Bohrstelle Erdgas aus. Irgendwann wurde das Gas entzündet und lodert seitdem. Der Krater hat einen Durchmesser von ca. 200 m und eine Tiefe von 50 m. Gerade am Abend bietet sich hier ein teuflisch-infernales Schauspiel und spätestens dann weiß man, wo sich das Feuertor zur Unterwelt befindet. Übernachtung im Zelt. (Fahrzeit ca. 8h, 280 km).

8. Tag: Darwaza – Murzachirla 1×(F/M (LB)/A)

Sie verlassen das Höllenfeuer und begeben sich wieder mitten hinein in die Wüste. Ihr heutiges Zwischenziel ist die Oase Damla, wo ca. 80 Familien das ganze Jahr über leben. Natürlich werden Sie diese Ortschaft, die geschützt in einer Senke liegt, besichtigen. Die Frauen sind vornehmlich mit Teppich filzen beschäftigt, die Männer kümmern sich um das Vieh und die enorm wichtigen Kamele. Es ist wirklich erstaunlich wie hier auf archaische Weise ge- und überlebt wird. Am Abend erreichen Sie Murzachirla und errichten außerhalb des Dorfes das Camp für die Nacht. Übernachtung im Zelt. (Fahrzeit ca. 6h, 190 km).

9. Tag: Muzachirla – Camp nahe Gonur Tepe 1×(F/M (LB)/A)

Die Ausgrabungsstätte Gonur ist das grobe Tagesziel. Gonur befindet sich ca. 60 km nördlich von Merw. Hier kann die frühzeitliche Kultur der Hauptstadt Margianas anhand von Mauerresten, der Zitadelle mit dem herrschaftlichen Palast sowie einer Nekropole außerhalb gut nachvollzogen werden. Auch Überreste von Töpferwerkstätten und Brennöfen sind auszumachen. Wahrscheinlich ist der Kulturkreis der Margianas und der Baktriens mesopotamischen Ursprungs. Ihr Nachtlager schlagen Sie noch vor der historischen Stätte auf. Übernachtung im Zelt. (Fahrzeit ca. 6h, 230 km).

10. Tag: Gonur Tepe – Mary 1×F

Nun sind es nur noch wenige Stunden bis Mary, dem zweitgrößten Industriezentrum des Landes. Zugleich ist Mary Hauptstadt des gleichnamigen Welayates (Bezirk) mit ungefähr 150.000 Einwohnern. Nach den Tagen in der Wüste genießen Sie heute endlich wieder eine heiße Dusche und können den Nachmittag frei gestalten. Das Zentrum der Stadt mit Basar und historischem Museum sind beliebte Anlaufpunkte. Übernachtung im Hotel. (Fahrzeit ca. 3-4h, 180 km).

11. Tag: Merw – Besichtigung der Ruinenstadt 1×F

Der heutige Tag ist der historischen Stadt Merw (UNESCO-Weltkulturerbe) gewidmet. Neben Kairo, Damaskus und Bagdad zählte Merw einst zu den größten Städten der islamischen Welt und war ein wichtiges Handelszentrum an der Seidenstraße. Merw ist in seiner Anlage einzigartig. Zunächst passieren Sie das imposante, überkuppelte Mausoleum von Sultan Sanjar (gest. 1157) und Ibn Zaid sowie die mittelalterliche Burg Keshk. Ebenso monumental sind die außergewöhnlichen Ruinen der kleinen und großen Kyz Kala. Besonders auffällig sind die goffrierten Mauern, die in ihrer Ausrichtung keinen toten Winkel zulassen. Nach einer intensiven Studie fahren Sie zurück nach Mary. Übernachtung wie am Vortag. (Fahrzeit ca. 1-2h, 100 km).

12. Tag: Flug Mary – Ashgabat 1×F

Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Ashgabat. Der restliche Tag steht zur freien Verfügung. Übernachtung im Hotel.

13. Tag: Heimreise

Transfer zum Flughafen und Rückflug.

(F) = Frühstück, (M) = Mittagessen, (L) = Lunchpaket, (A) = Abendessen

Leistungen zu Ihrer Reise

Enthaltene Leistungen

  • Linienflug ab/an Frankfurt (weitere Abflughäfen auf Anfrage) nach Ashgabat und zurück mit Turkish Airlines oder anderer Fluggesellschaft in Economy Class
  • Deutsch sprechende Reiseleitung
  • Inlandsflug Mary – Ashgabat in Economy Class
  • Zugfahrt Ashgabat – Turkmenbashi im Schlafwagen 2. Klasse
  • alle Fahrten in privaten Fahrzeugen und Geländewagen
  • alle Eintritte laut Programm
  • Reiseliteratur
  • 5 Ü: Zelt
  • 4 Ü: Hotel im DZ
  • 1 Ü: Zug (2. Klasse-Schlafwagen)
  • 1 Ü: Herberge im MBZ
  • 1 Ü: Gästehaus im DZ
  • Mahlzeiten: 11×F, 6×M (LB), 7×A

Nicht in den Leistungen enthalten

  • nicht genannte Mahlzeiten und Getränke
  • Visum bei Einreise (ca. 75 US$)
  • Registrierungsgebühr bei Einreise (ca. 14 US$)
  • optionale Ausflüge
  • Tourismusgebühr von 2 US$ pro Übernachtung
  • Foto- bzw. Videogenehmigungen
  • Trinkgelder
  • Persönliches

Hinweise & Zusatzinformationen zu Ihrer Reise

Hinweise

Mindestteilnehmerzahl: 6, bei Nichterreichen Absage durch den Veranstalter bis 28 Tage vor Abreise möglich

Wüstenübernachtung

Die Nächte in der Wüste und nahe der Canyons verbringen Sie in Campingzelten. Die Zwei-Personen-Zelte sowie Schlafsäcke, Isomatten und Kopfkissen werden gestellt. Toilettenzelt und Waschgelegenheit sind vorhanden.

Bettensteuer seit 01.01.2018

Das staatliche Tourismusministerium/Außenministerium des Landes Turkmenistan hat seit dem 01.01.2018 für alle ausländischen Reisenden eine Bettensteuer eingeführt. Diese beträgt pro Übernachtung 2 US$ und ist in den Hotels direkt bar zu zahlen. Bitte halten Sie die entsprechenden US$ bereit. Ihr Reiseleiter wird zu Beginn das Geld einsammeln und alle weiteren organisatorischen Belange abwickeln.

Visa

Bei der verbindlichen Buchung dieser Reise nach Turkmenistan ist es im Rahmen der Visabeantragung notwendig, dass Ihre Daten (Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Passnummer, Nationalität) an die Behörden und auch innerhalb der Reisegruppe weitergegeben werden.

Anforderungen

Für diese Reise sind keine besonderen körperlichen Voraussetzungen erforderlich. Sie müssen sich aber auf heißes, trockenes und in den Bergen kühles, trockenes Klima und lange Fahrstrecken einstellen. Flexibilität, Teamgeist und zum Teil Komfortverzicht sind unabdingliche Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Reise. Die Unterkünfte sind zum Teil sehr einfach.

Zusatzinformationen

Geldtausch in Turkmenistan

Aus unseren eigenen Erfahrungswerten ergibt sich folgende Situation in Sachen Geldtausch in Turkmenistan. Wie in einigen zentralasiatischen Ländern üblich, gibt es auch in Turkmenistan sowohl einen offiziellen Wechselkurs und als auch einen Schwarzmarktkurs.

Für 1US$ erhält man offizielle 3,5 TMT (Manat). Der inoffizielle Kurs liegt um ein Vielfaches höher, jedoch raten wir entschieden von dem Tausch ab, da mit Verhaftung durch den omnipräsenten und autoritären Polizeiapparat zu rechnen ist.

An vielen Orten kann problemlos mit US$ bezahlt werden. Dies betrifft Fotogebühren in UNESCO-Welterbestätten, Essen und Trinken in Hotels oder Restaurants oder größere Einkäufe auf dem Basar. In Teestuben, auf kleinere Märkte, in Geschäften außerhalb Ashgabats bzw. in Dörfern werden keine US$ akzeptiert. Am Flughafen Ashgabat ist es möglich bei einer Wechselstube oder einem Bankautomaten Manat zu erhalten. Für die kleinen Ausgaben in Landeswährung reichen 20-30 EUR vollkommen aus. Bitte beachten Sie, dass der Betrag nicht zurück umgetauscht werden kann!

Karte Ihrer Reise

  • Ashgabat bei Nacht
  • Vater der Turkmenen – Turkmenbashi
  • Stadbild von Ashgabat

Wüstenritt durch ein unbekanntes Land – Teil 1 Ashgabat

Frank Böttcher | 04.06.2018

Mittwoch, 16.05.2018 – Anreise

[…] Weiter geht der Flug im Sonnenuntergang über das Schwarze Meer und Georgien, wo man die schneebedeckten Gipfel des Kaukasus sieht. Nach viereinhalb Stunden geht es runter zur Zwischenlandung in Baku. Die Stadt liegt in einem weiten Bogen am Kaspischen Meer und leuchtet wie ein Weihnachtsbaum. Mehrere große Gebäude bestehen komplett aus LED-Fassaden mit buntem Farbspiel. Auch die Außenhülle des Stadions wechselt im Minutentakt die Farbe. Die Autobahnen sind noch heller beleuchtet als in Belgien. Fast alle Passagiere steigen hier aus. Da nur eine handvoll Leute im Flugzeug bleibt, ist es leicht, die weiteren vier Reisegruppenmitglieder zu finden. Wir setzen uns im leeren Flugzeug zusammen und verstehen uns gleich super. Ich nutze die Gelegenheit und lasse von der freundlichen Stewardess Gläser aus der Business Class bringen und die Flasche Geburtstagssekt routiniert öffnen, die wir dann während des einstündigen Aufenthaltes leeren und auf eine schöne Reise anstoßen. Nun gratuliert mir auch der Rest der Crew zum Geburtstag. Leider dürfen sie nicht mittrinken, aber ihnen macht die Anwesenheit unserer lustigen Runde sichtlich Spaß. Und im Handumdrehen geht es weiter auf die letzte Etappe nach Ashgabat. Über den Kerosinverbrauch pro Person möchte ich für dieses Teilstück nicht nachdenken, aber schon in einer Stunde landen wir sicher in Ashgabat. Auch hier leuchtet die Stadt hell und bunt. Der Flughafen ist nagelneu und wunderschön, aber leider darf man nicht fotografieren. Die Einreiseformalitäten dauern zwar etwas, aber klappen reibungslos. Draußen wartet schon der Guide, der uns ins Hotel bringt, wo wir halb drei müde ins Bett fallen.

Donnerstag 17.05.2018 – Ashgabat – Fahrt nach Turkmenbashi

Freundlicherweise startet unser Programm in Ashgabat nach der späten Anreise heute Nacht erst zehn Uhr, sodass man etwas ausschlafen und in Ruhe frühstücken kann. Wir fahren mit einem Kleinbus über breite Prospekte (Straße) aus der Stadt raus, wo mitten in der Wüste der neue Markt gebaut wurde. Wie auf einem Messegelände gibt es hier in großen Hallen alles zu kaufen, was man brauchen könnte, von Obst über Haushaltswaren bis zu Elektrogroßgeräten. Auch ein Tiermarkt ist angeschlossen. Hier werden die berühmten Schafe mit Fettschwanz angeboten. Einige Kamele stehen gelangweilt herum. Die Mode der angebotenen Kleidungsstücke entspricht noch in etwa dem Stand in der DDR.

Nächstes Ziel ist die Moschee zu Ehren des 2006 verstorbenen Präsidenten Turkmenbashi. Auch dieses monströse aber wunderschöne Teil steht mitten in der Wüste und bietet Platz für zehntausend Menschen. Vermutlich ist der Saal aber nur selten gefüllt. Prunkvolle Wasserspiele und grüner bewässerter Rasen schmücken die Umgebung, angeblich gespeist mit Wasser aus den Bergen.

Nun geht es aber zurück nach Ashgabat! Die Stadt ist schwer in Worte zu fassen. Es ist ein interessanter Mix aus russischen, islamischen und turkmenischen Einflüssen, die aber allesamt übertrieben umgesetzt sind. Da sind zum einen die breiten Prospekte mit mindestens sechs Spuren und die großen Plattenbauten aus russischer Zeit. Man findet zudem schöne Moscheen, die aber wenig genutzt werden, dazu überall die Farbe Grün des Islam auf Fahnen, auf Plakaten und der Kleidung, sowie die islamische Sichel auf Gebäuden, aber auch auf jeder Straßenlaterne. Dazu der turkmenische Drang nach Moderne und Selbstdarstellung. Alles muss rein weiß sein, die Gebäude, die Autos, die Ampeln und Laternen. Jedes Gebäude soll schöner und prunkvoller sein als das daneben. Das führt dazu, das selbst Wohnblocks wie Paläste aussehen. Die Symbolik ist hier ganz stark ausgeprägt. So ist die Zahnklinik in Form eines Backenzahns gebaut, die Erdöl-Uni (ja, wirklich) in Form eines Bohrturms, die normale Uni in Form eines Buches… Dazu stehen überall überdimensionale Denkmäler, oft an die hundert Meter hoch, in Form von Skulpturen oder verrückten Türmen, zum Beispiel das Weltraumdenkmal, das Neutralitätsdenkmal, das Friedensdenkmal usw.. Aber am surrealsten ist, dass nirgends Menschen, geschweige denn Touristen sind. Selbst an den ausgefallensten Dingen, wie einem Riesenrad, welches aber in einer goldenen Glashülle fährt, sind wir völlig allein. So kommt einem die ganze Stadt wie eine riesige Kulisse vor. Einzig vor den politisch wichtigen Gedenkstätten stehen jeweils zwei Wachsoldaten in einem Glaskasten davor, die man nicht fotografieren darf. Die armen Jungs müssen in der Hitze eine Stunde unbeweglich stramm stehen, bevor sie im Stechschritt abgelöst werden. Die weiten Flächen und Hügel dazwischen, die eigentlich Wüste wären, sind alle mühsam akkurat bepflanzt, wobei jeder einzelne Baum bewässert werden muss. Um die Denkmäler sind jeweils riesige Parks mit Blumen und Rasen angelegt, ebenfalls gepaart mit Sprinkleranlagen. Überhaupt ist der Wasserverbrauch enorm hoch, denn ausnahmslos alle Sehenswürdigkeiten und Plätze sind von ausgefallenen Wasserspielen, Springbrunnen oder Wasserkaskaden umgeben. Auffällig ist, dass die ganze Stadt blitzeblank ist, kein Krümelchen liegt auf den Straßen. Dafür sieht man ab und an Grüppchen, die saubermachen und wegen der Sonne vollverschleiert sind. Das Gute für uns ist, dass man wegen der Trockenheit nicht schwitzt. Zudem sind die Temperaturen mit rund dreißig Grad noch erträglich.

Am frühen Abend fahren wir zum Bahnhof. Hier ist das erste Mal etwas Menschengetümmel zu sehen. Mit vielen Taschen und schick gekleidet warten die Leute auf ihren Zug. Jungs in Tarnfleck werden von ihren weinenden Müttern verabschiedet und mit vielen Plastiktüten Proviant versorgt. (Wie ich später erfahre, dienen viele an der Grenze zu Afghanistan, wo es sehr gefährlich ist). An den Ständen werden Teigtaschen und Coca-Cola verkauft. Wir wollen mit der Transkaspischen Eisenbahn nach Westen ans Kaspische Meer fahren. Unser Zug chinesischer Bauart fährt ein, wir zeigen unsere Tickets und nehmen unser Viererabteil zu dritt in Beschlag. Jetzt am Abend ist Zeit für den Austausch von Reiseerlebnissen und Geschichten aus dem Leben, wovon jeder einige zu erzählen hat. Ein paar Alkoholmitbringsel lockern die Stimmung. Draußen ziehen Felder und sogar Weinanbaugebiete vorbei. Die Nacht in den Klappbetten wird rüttelig und so richtig schlafen kann man nicht.

  • Jeeps vor den bunten Sandsteinformationen Yangisuw

Wüstenritt durch ein unbekanntes Land – Teil 2 Turkmenbashi und Canyons

Frank Böttcher | 04.06.2018

Freitag 18.05.2018 – Ankunft in Turkmenbashi – Markttreiben und Canyon-Wanderung

Wir rattern über Nacht mit dem Zug durch endlose Wüste mit salzigen Becken. Die Sonne brennt schon morgens heiß durch die Zugfenster. Kurz vor unserem Ziel kommt das Kaspische Meer in Sicht. Gegen neun Uhr erreichen wir die Hafenstadt Turkmenbashi, das frühere Krasnovodsk. Im Schritttempo passiert der Zug den nagelneuen Hafen, der erst vor drei Tagen vom Präsidenten eingeweiht worden ist. Das schöne Bahnhofsgebäude im verschnörkelten traditionellen Stil darf ich nach Erlaubnis vom Wachoffizier fotografieren, den Zug leider nicht. Es erwarten uns bereits unsere Geländefahrzeuge, mit denen wir die nächsten Tage unterwegs sein werden. Aber zuerst gibt es in einem netten Kaffee Frühstück. Neben dem Omelett schmecken besonders die Quarkkeulchen sehr lecker. Gestärkt besuchen wir den Basar. Das Marktgeschehen und die Waren sind nicht außergewöhnlich. Doch muss ich an dieser Stelle stattdessen die immer wieder auffallende Anmut und Schönheit der jungen Frauen ansprechen. Die knöchellangen aber körperbetonten Kleider leuchten in goldgelb, rot, blau oder grün und sind meistens aus Samt und reich verziert. Mit reichlich Stolz wandeln sie zielstrebig über den Markt und sind eine Augenweide.

Wir starten gegen Mittag mit drei Fahrzeugen in die Wüste. Zuerst geht es über eine breite glatte Bergstraße hinauf in die Weite. Die Spuren vom letzten Unwetter vor zwei Tagen sind noch sichtbar, denn eine Hälfte der Straße ist zentimeterdick mit getrocknetem Schlamm bedeckt. Schon bald endet die Straße und es geht auf deutlich schlechterer Piste weiter. Die ersten frei umherlaufenden Kamele und Pferde tauchen auf und räumen nur ungern die Straße. In einem Teehaus mitten im Nichts machen wir Mittag und essen an einem typisch turkmenischen Sitztisch unsere Lunchpakete. Nach der Weiterfahrt taucht schon bald der erste Canyon vor uns auf. Steile mehrfarbige ausgewaschene Hänge stürzen ins Tal hinab. Mit der Vorhersage eines noch größeren Canyons fahren wir noch gut eine Stunde über staubige Pisten. Plötzlich tut sich die flache Wüste vor uns auf und gigantische weiße Bergrücken ergießen sich ins Tal. Wir wandern jetzt von ganz oben zu Fuß ins Tal hinab und können so die Ausblicke ganz in Ruhe genießen. Wir sind im Yangisuw-Canyon. Unten wartet schon die Crew. Auf einem weitläufigen Gelände bauen wir unsere Zelte auf. Es ist hier wunderschön, da man von allen Seiten von den herrlich ausgewaschenen weißen oder roten Felsen umgeben ist. Wir lassen uns unser Bier schmecken, spielen ein Ratespiel und gehen zufrieden früh schlafen.

Sonnabend 19.05.2018 – Gözli Ata

Die Nacht im Zelt ist angenehm, es wird nicht zu kalt. Ein paar Schäfchenwolken sind vor der Sonne, sodass es noch nicht zu heiß ist für den Zeltabbau. Nach dem Frühstück wandern wir durch den Canyon bergauf, wo uns die Fahrzeuge aufsammeln. Es geht über staubige Pisten zum nächsten Canyon, dem Yangikala. Die Aussichten sind atemberaubend und lassen sich aufgrund der Dimension kaum auf Fotos bannen. Wir wandern von einem Felsvorsprung zum nächsten; auf beiden Seiten fallen die weißen Bergrücken aus jahrmillionenaltem Korallengestein gut zweihundert Meter in die Tiefe und bilden wundersame Muster. Weiter unten folgen rote, braune und grünliche Schichten. Früher stand der Meeresspiegel bis ganz oben. Man schaut quasi hinunter auf den ehemaligen Meeresgrund und fühlt sich wie vor einem riesigen abgelassen Swimmingpool. Man kann sich kaum satt sehen an der Schönheit dieser Landschaft. Gegen Mittag fahren wir weiter, zumindest versuchen wir es. Denn ein heftiger Regen gestern hat die Tiefebene, durch die wir fahren müssen, komplett unter Wasser gestellt. Wir versuchen einen Weg außen herum, kommen aber nach einer halben Stunde auch nicht weiter. Also fahren wir zurück zur Hauptstraße, die diesen Namen auch nur trägt, weil sie auf der Karte eingezeichnet ist. Um Zeit aufzuholen, brettern wir über die Schlaglochpiste, meist mit zwei Rädern auf dem Randstreifen. Wir erreichen schließlich die Pilgerstätte Gözli Ata mitten im Nichts in der Wüste. Nächtigen werden wir in einem mit Teppichen ausgelegten Schlafsaal. Wasser gibt es hier nur aus staubigen Krügen, aber besser als keines. Die Toiletten sind Holzbretter über einem Erdloch. Wir essen wie hier üblich auf dem Boden und machen anschließend Siesta, denn draußen ist es super heiß. Erst am frühen Abend kann man sich wieder hinaus trauen. Wir besichtigen das Mausoleum von Gözli Ata und seiner Frau. Hierher kommen insbesondere junge Frauen mit Kinderwunsch, die dann hierfür kleine Wiegen oder auch Haarklammern ablegen. Ringsherum ist der gemischte Friedhof von Türkmenen und Kasachen. Besonders schön sind die Gräber der Kasachen, die bei jedem Besuch ein buntes Tuch am Grab hinterlassen und daher manche Gräber mit dicken Tuchbündeln geschmückt sind. Da gleich die Sonne untergeht, wandern wir auf einen nahe gelegenen Hügel, um das Schauspiel anzusehen. Wunderschön orange versinkt die Sonne hinter den Bergen. Vor dem Schlafengehen testen wir das Waschen mit Wasser aus dem Krug, was auch bei uns Ungeübten ganz passabel funktioniert.

Sonntag 20.05.2018 – Balkanabad – Paraw Bibi Schrein – Serdar

Nach einer ruhigen Nacht und einer Krug-Waschaktion am Morgen düsen wir durch die Wüste in Richtung Stadt. Auf oder neben der Straße entdecken wir Schildkröten und einen Waran. Es geht durch kleine Dörfer, an deren Eingang jeweils ein großes neues weißes Gebäude steht. Es sind Kindergärten, schick wie ein Palast und mit mehreren Spielplätzen im Garten. Der Präsident hat angeordnet, dass in jedem Ort ein neuer Kindergarten und eine neue Schule gebaut werden. Eine tolle Aktion, wenn auch in den meisten Fällen etwas überdimensioniert. Wir erreichen bald Balkanabad. Ab einer riesigen Betonfabrik am Stadtrand wird auch die Straße wieder besser. Ein großes Kamel-Denkmal ist unser erstes Ziel, aber das städtische Leben ringsherum ist viel spannender. Den örtlichen Basar dürfen wir nur in der Gruppe und ohne Kamera besuchen und müssen aus Vorsichtsgründen auch die Fotowünsche der Einheimischen ablehnen. Einige nette Blickwechsel und Grüße mit Hello, Salam und Sdrawstwuitje kann mir aber keiner verwehren. Wir werden zügig wieder an den Stadtrand gefahren, wo uns ein schickes Restaurant begrüßt. Wir entscheiden uns für den Stör aus dem Kaspischen Meer, der aufgrund (oder glücklicherweise) wegen der geringen Fangquoten als Delikatesse gilt. Dazu ein frischer Rote-Beete-Salat und eine kühle Pepsi – genau richtig nach zwei Tagen Wüste und Wasser. Weiter geht es in Richtung Osten aus der Stadt raus. Endlich wieder Autobahn, aber mit vielen Polizeikontrollen. Wir werden auch fast jedes Mal rausgewunken. Zum Teil wollen die Beamten mit den Riesenschirmmützen nur Wasser haben, da es so heiß ist. Die Autobahn verläuft im ausgetrockneten Flussbett des Uzboy, der heute irgendwo vorher versickert, und als ein Zweig der echten Seidenstraße. Regelmäßig stehen Kamele in der Wüste herum, manchmal auch auf der Autobahn. In einigen flachen Regionen bläst der Wind so stark über den roten Sand, dass er ganze Wolken über die Straße trägt und die Sicht nimmt. Auf der freien Fläche bilden sich Sandwirbel und kleine Tornados. Da wo kein Sand ist, löst sich die kerzengerade Straße wie eine Fata Morgana am Horizont auf. Am Horizont sehen auch schon bald in einem Felsmassiv den Paraw Bibi Schrein, eine Pilgerstätte, zu der die Leute aus dem ganzen Land kommen, um für ihre Wünsche zu beten. Für uns am spannendsten ist nach dem schweißtreibenden Aufstieg der alte Mann, der mit einer Schaufel den Berg hinauf eilt und direkt neben dem Pilgerweg eine kleine Kobra in mehrere Teile hackt. Es gibt sie also doch und die Leute haben wirklich Panik davor. Nach der Besichtigung des heiligen Lochs im Felsen, wohin der Sage nach die verehrte Jungfrau vor ihren Feinden entschwand, entschwinden wir ganz schnell wieder talwärts, um das dringend benötigte Toilettenhäuschen aufzusuchen. Mit den Fahrzeugen geht es anschließend das letzte Stück in die Stadt Serdar. Hier erwartet uns laut Plan ein „Gästehaus“. Wir staunen nicht schlecht, als wir an einem Glaspalast vorfahren, durch eine riesige Lobby schreiten und jeder ein großes Einzelzimmer mit vier Meter hoher Decke bekommt. An den Wänden wacht der Präsident hoch zu Ross über die Hotelgäste. Eine ausgiebige Dusche lässt mich wieder zum Mensch werden. Während sich nach dem Abendessen die Mehrheit ins Bett begibt, testen wir noch zu viert die Diskobar hinterm Hotel. Natürlich sind wir die einzigen Gäste, amüsieren uns bei ein paar Gläschen Wodka aber ganz gut.

  • Höllenpforte Darwaza

Wüstenritt durch ein unbekanntes Land – Teil 3 Karakum-Wüste

Frank Böttcher | 04.06.2018

Montag 21.05.2018 – Wüstenoase und Gastfreundschaft

Wir besuchen am Morgen den Basar in Serdar. Die Leute sind recht neugierig und fragen woher wir sind und was uns nach Turkmenistan verschlagen hat. Wie überall ist auch hier Russisch die Standardsprache. Mittlerweile verstehe ich auch die Antworten der Einheimischen immer besser. Wir kaufen eine Palette Bier für die nächsten fünf Tage in der Wüste.

Dann starten wir nach Norden in die Wüste hinein. Mehrere Stunden geht es immer geradeaus, anfangs noch auf Asphalt, später über Piste. Es ist eine graue flache Staubwüste mit kleinem Gestrüpp. Ab und zu überqueren wir ein paar Sanddünen, wo es dann butterweich hoch und runter geht. Die Fahrzeit versüßen wir uns mit Musik aus unseren Smartphones; zum Glück haben Fahrer, Guide und Gäste einen ähnlichen Musikgeschmack. Als wir ein ausgetrocknetes Flussbett des alten Amudarya erreichen, wird es abwechslungsreicher. Wir besichtigen Ruinen einer jahrtausendealten Töpferstadt, die direkt am tief eingeschnittenen Flussbett gelegen ist. Zur aktiven Zeit der Stadt stand das Wasser noch am oberen Ende des Canyons. Einige Teile stehen wieder unter Wasser, sind aber völlig versalzen und leuchten orange bis grün. Weiter im Norden erreichen wir dann überraschend Seen, die mit grünem Schilf bewachsen sind und auf denen sich Wasservögel tummeln. Kurz darauf kommt sogar ein Wasserfall, wo einheimische Jungs baden, mitten in der Wüste. Wir erfahren, dass alles ein Projekt des Präsidenten ist. Mehrere Kanäle mit Wasser aus dem Amudarya und ein Netz von Stauseen sollen sprichwörtlich Wasser in die Wüste bringen. Seitdem der Aralsee weiter nördlich fast ausgetrocknet ist, ist das Klima in Nordturkmenistan extremer geworden; die Winter sind kälter und die Sommer heißer. Das will man mit den neuen Wasserflächen ausgleichen. Dass man es damit nur noch schlimmer macht, weil der Amurdarya dadurch noch früher in der Wüste versickert, versteht hier niemand. Für uns und auch die Einheimischen ist es aber in der Tat sehr angenehm am Wasser bei rund 40 Grad Lufttemperatur. Sogar Fische werden gezüchtet. Und so gibt es heute Abend frischen Fisch mitten in der Wüste.

Wir übernachten im Wüstendorf Bailischem, wo außer ein paar Kamelen nicht viel los ist. Der Dorflehrer lässt uns in seinem Haus schlafen, welches bei der Hitze etwas bessere Isolierung bietet als eine ebenfalls verfügbare Jurte oder gar das Zelt. Die Frauen und Mädchen wuseln umher, damit alles für uns vorbereitet ist. So wird es eine angenehme Nacht auf schönen turkmenischen Teppichen. Die Familie von rund zehn Leuten schläft derweil in einem Zimmer, damit wir die restlichen Zimmer belegen können. Das entspricht wieder meiner klassischen Reiseerfahrung: je weniger die Menschen haben, desto mehr geben sie!

Dienstag 22.05.2018 – Erdgaskrater

Über super hohe Sanddünen starten wir am Morgen mit den Fahrzeugen. Es ist unglaublich, wie steil die Dünen hoch und wieder runter gehen. Wie auf der Achterbahn geht es lange Zeit auf und ab, Bauchkribbeln inklusive. Nach einigen Kilometern erreichen wir das nächste Dorf. Hier ist gerade Schulpause und die rund 15 Schüler sitzen vor der Schule im Schatten. Wir halten an und sagen Hallo. Zuerst sind Lehrer und Kinder ganz schüchtern. Aber nach den ersten Selfies und spätestens als die jüngste Lehrerin ihr Handy rausholt, ist das Eis gebrochen. Mit dem erlernten Englisch tun sich zwar alle schwer, aber man versteht sich. Mit ganz viel Winken fahren wir weiter. Es geht einige Stunden in flotter Fahrt durch die Wüste, bis wir auf die Nord-Süd-Hauptstraße treffen, die von Ashgabat nach Usbekistan führt. Der glatte Asphalt bleibt uns aber nur kurz erhalten, bevor wir in Richtung der Erdgaskrater abbiegen. Beim ersten Krater werden uns die Dimensionen bewusst, über die wir hier reden. Circa 50 bis 70 Meter im Durchmesser und auch genauso tief ist das künstliche Loch in der Erde. Aber erst der zweite Krater ein paar Kilometer weiter ist richtig beeindruckend, denn hier brennt aus hunderten Spalten das Erdgas ab. Es verursacht eine unglaubliche Hitze und sieht schon sehr nach Hölle aus. Die russischen Geologen, die das Gas in dem nicht nutzbaren Loch kurz abbrennen wollten, ahnten damals 1971 nicht, dass es nach über vierzig Jahren bis heute brennen würde. Die Agentur hat hier ein Camp errichtet, sodass wir in Sichtweite des Kraters übernachten können. Sogar Toiletten und eine einfache Felddusche sind vorhanden, was nach zwei Tagen sehr gut tut. Es ist der erste Ort auf dieser Reise, wo uns andere Touristen begegnen, fünf Stück um genau zu sein. Wir fühlen uns ziemlich eingeengt :-). Im Sonnenuntergang genießen wir ein Abendessen mit Schaschlik vom Grill und unserem mitgebrachten Bier und Wodka. Nach Einbruch der Dunkelheit entfaltet der Krater seine Magie erst richtig. Glutrot leuchtet es aus dem Loch heraus. Aus der Nähe braucht man auch jetzt nachts fast eine Sonnenbrille, so grell lodert das Feuer. Je nachdem wie der Wind weht, schlägt einem furchtbar heiße Luft ins Gesicht. Wir ziehen uns in unsere Zelte zurück und genießen die stille und angenehm kühle Wüstennacht, bevor ich von einer Ziegenherde kurz nach Sonnenaufgang geweckt werde.

Mittwoch 23.05.2018 – Schulbesuch im Wüstendorf

Noch einmal drehe ich am Morgen eine Runde um den unheimlichen Krater, bevor wir unsere Fahrzeuge packen. Ich verspreche dem Koch des Camps (der mich am Vorabend ins Herz geschlossen hatte, nachdem ich als Einziger einen Nachschlagteller mit leckerem Borschtsch geordert hatte), dass ich eines Tages wiederkomme und er mir Turkmenisch beibringt. Wieder rasen die Fahrer stundenlang im Wechsel über Dünen und flache graue Wüstenebenen. Erstaunlicherweise ist Bewuchs in Form von Büschen und Gräsern überall vorhanden. Bei der Trockenheit ist allerdings alles verdorrt. Im Wüstenort Damla machen wir Mittagspause. Der Ort hat einen kleinen Wassertümpel, an dem zwei einsame Bäume stehen. Bei der Runde durch das Dorf werden wir von einer Schar Kinder begleitet. Die Größeren können sich auf Englisch vorstellen und nach unseren Namen fragen. Am Ende besuchen wir mit dem Einverständnis der Lehrerin die Schule. Auf dem Stundenplan schon für die erste Klasse stehen Englisch, Russisch und Turkmenisch. Zum Mittag gibt es Lamm und Kartoffelsuppe. Nach kurzer Pause brettern wir die letzten drei Stunden für heute durch die Wüste, um am Nachmittag in Murcachirla anzukommen, einem weiteren kleinen Wüstendorf. Auch hier soll das Haus einer Familie unser Nachtlager sein. Eine ausgiebige Siesta zieht sich bis zum Abend, wenn es kühler wird und wir bei einer Runde durch das Dorf den Kamelen Gute Nacht sagen.

Donnerstag 24.05.2018 – Zivilisation – Ausgrabungsstätte Gonur Depe

Die Mädels des Hauses ziehen uns radikal gegen 7 Uhr die Schlafmatratzen unter dem Hintern weg. Unsere heutige Strecke ist recht lang, daher starten wir schon 8 Uhr auf die Piste. Wir legen auf Wunsch einige Fotostopps in der Wüste ein und erreichen zum Mittag eine Gasumformstation mit angeschlossenen Wohnbaracken. Dazwischen parken Ladas und ein Moskwitsch. Die Gegend wirkt auf mich wie ein Rückblick in die DDR. Unter dem schattenspendenden Dach der heruntergekommenen Kantine essen wir unser Mittagessen, kaufen im örtlichen Magazin noch Biervorrat und fahren weiter durch die Wüste. Während in den bisherigen Gebieten alles unberührt war, wird hier die Landschaft jetzt von Bewässerungskanälen und von Erdgasleitungen durchzogen. Beides lässt sich gut an den aufgeschütteten Erdhügeln erkennen, die über den Leitungen liegen und sich wie große Maulwurfshügel unstrukturiert durch die Wüste ziehen. Zu unserer Überraschung tauchen plötzlich sogar Felder auf, zuerst mit Weizen, später mit Kartoffeln und dann sogar mit Melonen. Und das alles mitten in der Wüste, denn ein paar Meter weg von den Kanälen ist alles wieder grau und verdorrt. Wir erreichen die Ausgrabungsstätte Gonur Depe gegen 17 Uhr. Nach einer Kaffeepause und dem Zeltaufbau machen wir im Sonnenuntergang einen Rundgang um das Ausgrabungsgebiet. Seit fast 5.000 Jahren leben hier schon die Menschen, damals noch am Fluss, der dann seine Richtung geändert hat. Die ersten Mauern und Gebäude wurden bereits mit glattem Lehmgemisch saniert und sehen aus wie neu. Bald soll die ganze Stadt wieder auferstehen. Im Wärterhaus ist noch das Arbeitszimmer des Hauptarchäologen zu besichtigen, der bis zu seinem Tod 2013 hier gelebt hat. Nach einem lustigen Abendessen gehen wir müde ins Bett. Es wird nochmal eine richtig schöne Zeltnacht unter klarem Sternenhimmel und absoluter Ruhe. Der perfekte Ausklang dieses Wüstenritts!

  • Merw
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Wüstenritt durch ein unbekanntes Land – Teil 4 Mary, Merw und Ashgabat

Frank Böttcher | 04.06.2018

Freitag 25.05.2018 – Mary am letzten Schultag

Zum Sonnenaufgang halb sechs wache ich in meinem Zelt auf. Die Vögel zwitschern schon wie wild und die Luft ist mit rund 15 Grad angenehm frisch. Ich packe meine Sachen zusammen und gehe nochmal zu den Ausgrabungen, die in der Morgensonne liegen. Dann ein letztes Frühstück im Freien, ein letztes Posieren der Fahrer vor ihren Allradfahrzeugen und schon geht es auf den Rückweg in die Zivilisation nach Mary. Die dreistündige Fahrt auf der Piste und auf schlaglochübersäten Asphaltstraßen ist wie immer holprig, aber wir sind es nun gewohnt. Kaum kommen wir nach den Tagen in der Wüste wieder in Gebiete, wo Handyempfang möglich ist, telefonieren Fahrer und Guide lange mit ihren Leuten. Nachdem uns an den letzten fünf Tagen insgesamt maximal zehn Autos begegnet sind, nimmt der Verkehr jetzt in Stadtnähe zu, was bei den trockenen Pisten zu sehr staubigen Verhältnissen führt. Hier um Mary herum wird viel bewässert, weswegen ringsherum alles grün ist. Auf den riesigen Feldern wird das Unkraut von den Leuten per Hand gejätet, in der sengenden Sonne! Das obligatorische Großgelände mit schneeweißer neuer überdimensionierter Schule ist das Zeichen, dass die Stadt beginnt. Während die Fahrer an einer Waschanlage die Autos waschen, beobachten wir das Treiben an der Einfallstraße. An einer Halle stehen rund hundert Menschen, die angeblich auf Baumwollöl und Mehl warten, das zugeteilt wird, eine staatliche Maßnahme. Ungewöhnlich viele Ladas und andere russische Fahrzeugtypen fahren oder stehen herum. Der Rest sind japanische Marken und vereinzelt ein paar BMW. Ins Stadtzentrum hinein werden die Straßen breiter und voller und die Gebäude größer. Es wechseln sich nun heruntergekommene russische Wohnblocksiedlungen und Palaststraßen ab. Im Zentrum stehen dann nur noch glanzvolle Prunkbauten, wie der Kulturpalast, die Bibliothek, die Hauptmoschee, das Nationalmuseum und auch unser Hotel. Was für ein schräges Gefühl mit unseren staubigen Sachen, dem Wüstenlook und versandeten Gepäckstücken ein Fünfsternehotel zu betreten! Nach einer ausgiebigen Dusche und der Rasur meines Fünftagesbarts erkenne ich mich langsam im Spiegel wieder. Doch es bleibt keine Zeit zum Trödeln, denn wir wollen gemeinsam Mittagessen gehen. Schnell merken wir, dass alle Restaurants geschlossen sind. Wir erfahren, dass heute der letzte Schultag ist. Und weil man in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Besäufnissen gemacht hat, wurden per Befehl kurzerhand alle Restaurants im Land geschlossen: staatliche Maßnahme! Überhaupt zeigt sich ab jetzt die ganze Absurdität des Systems, das ich mir bisher immer noch schön geredet hatte. Wir fahren ins Nationalmuseum. Fotoapparate müssen am Eingang abgegeben werden. Wir sind die einzigen Besucher in dem Riesengebäude. Etwa zwanzig Museumsangestellte verteilen sich in den Räumen und haben uns immer im Blick. Neben Ausstellungen zur Flora und Fauna, zur Geschichte und zur Handwerkskunst des Landes befasst sich ein Flügel des Museums ausschließlich mit dem Präsidenten. Auf dem Pferd, auf der Jacht, auf dem Feld, auf dem Bauernhof usw. ist der Präsident auf großen Fotos zu sehen. Die Krönung ist aber, dass sich beim näheren Hinsehen alle Fotos als Fotomontagen herausstellen! Nichts ist echt hier! Was für ein Personenkult… Weiter gehts zur Moschee. Sie ist nagelneu, riesig und angenehm runtergekühlt. Es ist Freitag später Nachmittag und eigentlich Zeit für das Freitagsgebet. Nur ist niemand hier. So genau nimmt man es hier mit der Religion dann doch nicht. Hauptsache das Gebäude überstrahlt alles. In der Nähe vom Hotel sehen wir auf einem großen Platz eine Ansammlung von gut gekleideten jungen Menschen und gehen ohne Guide hin. Es ist ein Fest für die Schulabgänger, eine staatliche Maßnahme! Mit der elften Klasse ist die normale Schule hier beendet und das will gefeiert werden. Wir gehen langsam auf den Festplatz zu und spüren schon die Blicke der zahlreichen Polizisten ringsherum. Ich ermahne die anderen bloß ihre Kameras in der Tasche zu lassen. Aufhalten tut uns niemand, also stellen wir uns am Rande des Geschehens hin und beobachten das Treiben. Vor einem übergroßen Bild des Präsidenten spielt eine Art DJ orientalische Diskomusik und die Jugendlichen tanzen mit den Armen in der Luft miteinander und ausgelassen. Ringsherum stehen locker verstreut viele Frauen, vermutlich die Mütter und/oder die Lehrerinnen. Männer sind fast keine zu sehen. Außer welche in weißen Hemden in kurzen Viererketten. Die lernen wir gleich kennen. Denn die jungen Leute haben uns natürlich längst gesehen und tuscheln und kichern überall. Touristen fallen hier auf wie bunte Hunde. Drei Mädels nähern sich uns einigermaßen unauffällig und nehmen Kontakt zu uns auf. Wir smalltalken ein wenig, woher wir kommen usw. Ich lasse mir das Fest erklären und erfahre, dass es für die Abschlussklassen aller Schulen der Stadt organisiert ist. Die Mädels zuckeln nun schon ganz nervös mit ihren Handys herum und schon bald macht die erste ein Selfie mit uns. Den Bann gebrochen machen es die anderen ihr nach und auch meine Mitreisenden machen nun Fotos. Und schon kommen die Weißhemden zum Einsatz. In schnellem Schritt kommt einer auf uns zu und ermahnt uns freundlich aber bestimmt: no photos please. Es sind alles staatliche Aufsichtspersonen, die hier alles im Blick haben und überwachen. An den Säulen und Laternenmasten hängen überall Kameras. Wir gehen zügig auf die andere Seite des Platzes, wo aber auch schon bald wieder Mädchen auf uns zukommen und untereinander Selfies machen, auf denen wir „zufällig“ mit drauf sind. Diesmal lassen wir unsere Kameras aber stecken und werden von den Weißhemden nicht weiter behelligt, wohl aber beobachtet. Stattdessen unterschreiben wir auf den Schärpen der Absolventen und wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft, in der ernsthaften Hoffnung, dass sich für sie das Land öffnen möge. Jetzt aber nochmal zum Äußeren: Die Absolventen haben sich alle schick gemacht: die Jungen in schwarzen Hosen und weißen Hemden mit Krawatte, die Mädchen in langen Kleidern. Soviel geballte Schönheit hab ich selten gesehen. Die Mädels sind alle gertenschlank und würden jedem Model-Scout die Tränen in die Augen treiben. Die Haare werden lang getragen, oft zu Zöpfen gebunden. Die langen bunten Kleider sind extrem körperbetont und nicht wenige im Licht der Sonne (und die Sonne scheint hier immer!) durchsichtig, sodass sich die neuesten Unterwäschetrends studieren lassen, und die sind heiß! Ok ok, ich hör schon auf; auf jeden Fall wird einem da als Mann ganz anders. Unsere mitreisenden Frauen fanden die jungen Männer aber auch sehr schick! So, aber der Tag ist noch nicht vorbei. Unser Guide hat ein Restaurant gefunden, das angeblich nur für uns zum Abendessen öffnen würde. Als wir gegen 20 Uhr hinkommen, stehen große SUVs vor dem Restaurant und im lauschigen Biergarten sind alle Plätze belegt. Anscheinend wurde der Bann wieder aufgehoben, staatliche Maßnahme. Wir lassen uns Stühle bringen, essen frischen Salat und trinken ein groooßes kühles Bier dazu. Im Park nebenan feiern ein paar Absolventen weiter, denn die offizielle Feier ist seit zwei Stunden zu Ende. Mit Einbruch der Dunkelheit nähern sich plötzlich Polizeiautos mit Blaulicht. Durch die Lautsprecher ertönen laute Ansagen. Unser Guide übersetzt: erst heißt es nur „den Weg freimachen“, aber kurz darauf „das Restaurant muss geschlossen werden“. Alle werden nervös, die Kellnerin bringt schnell die Rechnung, wir zahlen fix und gehen zügig Richtung Hotel. Jetzt sehen wir, dass an allen Punkten Polizisten stehen und viele Polizeiautos umherfahren. Die Ansagen lauten jetzt „Alle Schulabgänger müssen nach Hause gehen!“. Das ist alles schon sehr grotesk, wenn es nicht ernst wäre. Die Schüler, die wir auf dem kurzen Weg zum Hotel sehen, lassen sich allerdings wenig beeindrucken und erzählen quer über die Straße mit uns. Vermutlich ist diese Aktion für sie nicht Außergewöhnliches. An der Straße vorm Hotel werden dann jedoch auch Geheimdienstleute gesichtet, also ziehen wir uns lieber ins Hotel zurück. Man, ist das aufregend hier! Von meinem Rundumblick im Hotelzimmer beobachte ich die Polizei noch eine ganze Weile, wie sie mit lauten Ansagen und quietschenden Reifen durch die Straßen jagt und die jungen Leute versucht sonstwohin zu treiben; das hat schon was Beängstigendes. Gegen 23 Uhr kehrt endlich Ruhe ein. Ich brauche noch ein Stück, um runterzukommen und schlafen zu können.

Sonnabend 26.05.2018 – Merw

Heute steht Kultur auf dem Programm. Das Ziel ist das nahegelegene Merw, einer der bedeutendsten historischen Orte an der Seidenstraße. In diversen Jahrhunderten, als noch ein Fluss hier entlang führte, haben Herrscher ihre Städte, Festungen und Wehranlagen gebaut. Erstaunlicherweise hat jeder Herrscher an einem anderen Platz gebaut, sodass auf dem großen aber überschaubaren Gebiet mehrere jeweils ein bis zwei Quadratkilometer große Städte bzw. deren Überreste zu besichtigen sind. Meist sind nur die imposanten Erdwälle geblieben, die eine Anlage umreißen. In den Senken dazwischen, in denen damals die Häuser standen, wachsen kleine Sauxalwäldchen mit unzähligen Vögelchen, die außerhalb der UNESCO-Anlage längst abgeholzt und verfeuert worden wären. Einzelne Mausoleen, Festungen und Moscheen wurden wieder aufgebaut und können besichtigt werden. Sie stehen heute symbolisch für den einstigen Glanz wie Denkmäler in der flachen Ebene der Merw-Region. Die Sonne brennt erbarmungslos auf das schattenlose Gebiet und uns, weswegen wir immer nur für zehn bis fünfzehn Minuten aus dem klimatisierten Bus aussteigen und besichtigen können. Nach dem Studium verschiedener Dynastien und ihrer Baustile ist es Zeit für Schaschlik und ein Kaltgetränk in einem Restaurant. Auf dem Weg dahin passieren wir skurrile Gebäude zwischen den Feldern außerhalb der Stadt, wie zum Beispiel ein riesiges Altersheim, ein futuristisches Fitnessstudio oder eine Pferderennbahn, alles mitten im Nichts gelegen. Aus der Pferderennbahn strömen gerade viele Menschen, es hat eine staatliche Maßnahme stattgefunden… Zurück in der Stadt noch ein Kurzbesuch auf dem Basar und dann erstmal Ausruhen im Hotel bis es kühler wird. Am Abend besuchen wir ein schönes Gartenrestaurant am Fluss und lassen uns das frische Bier in der warmen Abendluft schmecken.

Sonntag 27.05.2018 – Flug nach Ashgabat – Heimreise

Heute ist Aufstehen mit der Sonne angesagt, denn 6 Uhr ist Abfahrt zum Flughafen von Mary. Von hier fliegen wir nach Ashgabat zurück. Der Flug mit Turkmenistan Airlines dauert gerade mal eine halbe Stunde. Handys werden da gar nicht erst ausgeschaltet und während des Ausrollens auf dem Flughafen in Ashgabat stehen schon die ersten auf dem Gang und räumen ihre Sachen aus den Gepäckfächern. Vom Flughafen fahren wir zum Yldiz-Hotel, der Top-Adresse im Land, nagelneu in Form eines Segels auf einen Hügel gebaut. Vom Restaurant ganz oben hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Im unteren Restaurant trinken wir gemütlich Kaffee und Tee und freuen uns über das erste gut funktionierende WLAN in diesem Land. Ich nutze die Gelegenheit und checke mich auf einem ruhigen Platz im Flieger ein. Als letzten Programmpunkt besuchen wir das Nationalmuseum, wieder mit einer großen Abteilung über den Präsidenten. Hier bekommen wir nochmal einen abschließenden Überblick über das Land und alle Stationen, die wir besucht haben. Der Weg zum Hotel führt uns wieder durch die ganze Stadt. Und wieder sind wir verblüfft, wie übertrieben schön und weiß leuchtend alle Gebäude sind. Die Stadtplaner haben hier wirklich ganze Arbeit geleistet! Hatte ich erwähnt, dass auch die Autos alle weiß sein müssen? Farbige Autos mussten auf Geheiß des Präsidenten umgespritzt werden, staatliche Maßnahme!

Im Hotel im Tageszimmer ist Siesta angesagt. Zudem fängt es von den Bergen herüber an zu regnen und sogar zu gewittern. Also schaue ich bisschen fern und bin erstaunt, wie psychomäßig der Präsident auf den turkmenischen Sendern überrepräsentiert ist. Zum letzten Abendessen gehen wir in ein angesagtes Hinterhoflokal, wo gerade der Strom ausgefallen ist. Macht aber nichts, denn gegrillt wird auf Holzkohle. Wir genießen Lammfilets und frisches Bier. Es ist Zeit sich bei unserem Guide zu bedanken! Kurz vor Zehn werden wir rausgeschmissen, weil geschlossen wird, grundsätzlich, staatliche Maßnahme! Also zurück zum Hotel und Sachen packen für die Abfahrt um Mitternacht. Alles klappt reibungslos. Auf dem Rückflug habe ich tatsächlich wieder die ganze Reihe für mich allein und kann mich lang hinlegen. So komme ich einigermaßen ausgeruht und um tolle Erlebnisse reicher am Vormittag in Frankfurt an.

  • In der Wüste
  • Oase Damla in der Karakum-Wüste
  • Straße quer durch die Wüste
  • Kamele in der Karakum
  • Höllenpforte Darwaza
  • Höllenpforte Darwaza
  • TKMKAR_011115_1SHI_Wüste-Karakum_P1140420.jpg
  • Zu Gast bei Wüstenbewohnern
  • Der Hausherr erzählt
  • Familie in der Wüste
  • Die Leopardenschlucht
  • Nohur in den Bergen
  • Die Marmorstadt
  • Ashgabat bei Nacht
  • Ashgabat bei Nacht
  • 7*******Hotel in Ashgabat
  • Vater der Turkmenen – Turkmenbashi
  • Straßenszene in Ashgabat
  • Häuserfront im Abendlicht
  • Denkmal in Ashgabat
  • Ashgabat bei Nacht
  • Friedhof in Nohur
  • Das Buch der Bücher – die Ruhnama
  • Beim Stadtrundgang
  • Hotel in Ashgabat
  • Hotel in Ashgabat
  • Stadbild von Ashgabat
  • In der Moschee

Die große Unbekannte in Zentralasien

Stefan Hilger | 14.11.2017

Turkmenistan? Wo zum Teufel ist das? Eine Reise in den Wüstenstaat ist wahrlich keine alltägliche Unternehmung. Diejenigen, die Zentralasien und die Seidenstraße bereisen, haben Turkmenistan oft ganz unten stehen auf ihrem Zettel. Mal ehrlich, wer hat das letzte Mal in den Medien von Turkmenistan was gesehen, gehört oder gelesen? Allerdings, das Land scheint nach Jahren des Dornröschenschlafes etwas zu erwachen. Weltenbummler und Freaks nehmen das Land mehr und mehr in den Fokus. Wir von DIAMIR geben Ihnen die Möglichkeit nach Ihrem Geschmack in folgenden Kategorien auszusuchen: zum einen bietet sich die klassische Rundreise, die alle wichtigen Städte des Landes berührt, dann laden wir auf eine Off-Road-Wüstendurchquerung der Karakum ein, sogar eine Wanderreise in völlig unberührten Landstrichen ist möglich. Und wer auf der Seidenstraße von Georgien bis Kasachstan dabei sein will, kommt unweigerlich auch durch Turkmenistan.

Ich habe auf meiner Stippvisite im Land viele Fragen gestellt, einige auch beantwortet bekommen. Im Prinzip war ich nachher nicht viel schlauer. Turkmenistan ist schon irgendwie speziell, braucht eine Weile um zu wirken, kann aber auf eine ganz besondere Art entzücken.

Euer Stefan Hilger

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